Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Goldene Winzerin: Was Ulrike Folkerts mit der Pfalz verbindet

Ulrike Folkerts, seit mehr als 30 Jahren als Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal bekannt.
Ulrike Folkerts, seit mehr als 30 Jahren als Ludwigshafener »Tatort«-Kommissarin Lena Odenthal bekannt.

Die „Tatort“-Schauspielerin wird am 23. Januar in Bad Dürkheim ausgezeichnet. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erzählt sie, was sie mit der Stadt und der Pfalz verbindet.

Die Karnevalgesellschaft „Derkemer Grawler“ verleiht den „Goldenen Winzer“ der Stadt Bad Dürkheim in diesem Jahr an Schauspielerin Ulrike Folkerts. Es ist die 51. Verleihung der Auszeichnung, die seit 1974 an Persönlichkeiten vergeben wird, die in besonderer Weise für Lebensfreude, Kultur oder gesellschaftliches Engagement stehen. Erster Ordensträger war einst Helmut Kohl, zuletzt wurden unter anderem der Sportjournalist Marcel Reif sowie die Musikgruppe „Anonyme Giddarischde“ geehrt.

Die Verleihung findet traditionell im Rahmen eines Gala-Abends im Bad Dürkheimer Kurhaus statt , dieses Jahr am 23. Januar, Einlass ist ab 19 Uhr. Für die Gala sind nur noch wenige Karten erhältlich, diese können über die Karnevalgesellschaft „Derkemer Grawler“ bezogen werden.

Ulrike Folkerts, seit mehr als 30 Jahren als Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal bekannt, kennt die Pfalz aus zahlreichen Dreharbeiten, auch in Bad Dürkheim selbst. Vor der Verleihung sprach sie mit der RHEINPFALZ über ihre Verbindung zur Stadt, Wein, pfälzisches Lebensgefühl und gesellschaftliche Haltung.

Frau Folkerts, wie haben Sie davon erfahren, dass Sie mit dem „Goldenen Winzer“ der Stadt Bad Dürkheim ausgezeichnet werden?
Das kam über den SWR beziehungsweise über meine Agentur. Ich glaube, beide Stellen wurden parallel informiert. Als ich davon gehört habe, musste ich erst einmal recherchieren, wer den Preis verleiht und was das überhaupt für eine Auszeichnung ist – davon hatte ich ehrlich gesagt vorher noch nie gehört. In Absprache mit meinem Sender haben wir dann entschieden, dass ich sehr gerne nach Bad Dürkheim komme und den Preis annehme.

Hat Sie die Ehrung überrascht?
Ja, durchaus. Für mich gibt es ja keinen ganz offensichtlichen Zusammenhang zwischen dem „Tatort“ und Karneval in Bad Dürkheim. Wir haben dort zwar schon gedreht, ich kenne die Stadt also, aber Karneval habe ich dort noch nicht erlebt. Deshalb war ich erst einmal überrascht, warum man gerade auf mich gekommen ist.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie sich näher mit dem Preis beschäftigt haben?
Ich habe mich zunächst gefragt, ob ich da überhaupt richtig bin. Ich kenne mich im Karneval überhaupt nicht aus, kenne dort eigentlich niemanden, und wir haben auch nie einen Tatort im Karnevalsmilieu gedreht. Das fand ich erst einmal ganz lustig und war ein bisschen irritiert.

Welche Verbindung haben Sie zu Bad Dürkheim und zur Pfalz?
Ich drehe seit vielen Jahren in der Region, vor allem natürlich in Ludwigshafen, aber auch immer wieder in der Umgebung. Einige Tatort-Fälle haben uns ganz konkret nach Bad Dürkheim geführt. Ich verbinde die Pfalz mit viel Natur, Wald, gutem Wetter, gutem Essen und gutem Wein. Die Menschen habe ich als sehr gesellig und fröhlich erlebt.

Gibt es einen besonderen Moment oder eine Erinnerung an Bad Dürkheim?
Wir waren dort einmal mehrere Wochen zum Drehen, noch während der Corona-Zeit. Das Filmteam war quasi allein in einem Hotel untergebracht. Als die Restaurants langsam wieder geöffnet hatten, haben wir bei Winzern in Bad Dürkheim abends gegessen, das war jedes Mal ein großes Fest. Ich erinnere mich an sehr gutes Essen, Wein und eine tolle Atmosphäre.

Bad Dürkheim steht für Weinbau und Lebensfreude. Wie stehen Sie persönlich zum Thema Wein?
Ich trinke gerne Wein und habe durch meine Zeit in der Pfalz gelernt, dass man Wein nicht aus Übersee kaufen muss. In Deutschland gibt es fantastische Winzer und hervorragende Weine, vor allem trockene Weißweine. Wir waren auch bei Winzern eingeladen, haben Führungen bekommen und sind an freien Tagen durch die Weinberge spaziert oder joggen gegangen. Das war im Herbst, alles bunt und wahnsinnig schön.

Haben Sie eine bevorzugte Weinrichtung?
Ich trinke lieber Weißwein, trocken. Von Chardonnay bis Riesling probiere ich gerne alles aus. Ich bin keine große Kennerin, aber ich genieße ein kühles Glas Weißwein, besonders im Sommer zum Essen.

Was macht für Sie das pfälzische Lebensgefühl aus?
Mich beeindruckt vor allem die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Region. In der Pfalz gibt es dieses starke Heimatgefühl, das merkt man sofort. Die Nähe zur Natur, die alten Orte, die Fachwerkhäuser, der Weinbau. All das wirkt sehr gewachsen und geschichtsträchtig. Man spürt, dass sich die Menschen Mühe geben, ihre Region zu pflegen und zu erhalten.

Freuen Sie sich auf die Verleihung in Bad Dürkheim?
Ich bin sehr gespannt. Der Tag ist komplett durchgetaktet – von der Anreise über den Eintrag ins Goldene Buch im Rathaus, Treffen mit der Bürgermeisterin, Pressetermine, Essen, Verleihung, Reden. Ich werde viele Menschen kennenlernen und glaube, es wird insgesamt ein feucht-fröhlicher Tag.

Was möchten Sie den Menschen in Bad Dürkheim mit auf den Weg geben?
Ich finde es bemerkenswert, wie stark die Menschen dort mit ihrer Stadt und Region verbunden sind. Bad Dürkheim zeigt sich sehr gepflegt, geschichtsbewusst und lebendig. Das strahlen die Bad Dürkheimer auch aus und das machen sie wirklich toll.

Bad Dürkheim war zuletzt bundesweit in den Schlagzeilen wegen einer AfD-Veranstaltung und großer Gegenproteste. Hätten Sie sich an einer Demonstration beteiligt, wenn Sie an diesem Tag vor Ort gewesen wären?
Ja, auf jeden Fall. Ich bin absolut gegen die AfD und deren Politik. Damit kann ich mich in keiner Sekunde identifizieren. Ich finde es richtig und wichtig, dass Menschen dagegen auf die Straße gehen und sich klar positionieren.

Kartenverkauf:

Christian Melzer
Telefon: 0163 / 9773401
E-Mail: kartenbestellung@derkemer-grawler.de

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