Dackenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde übernimmt: Wie es mit der Kirche in Dackenheim weiter geht

Die Pfarrkirche St. Maria, deren älteste Teile aus dem zwölften Jahrhundert stammen, prägt das Dorfbild Dackenheims.
Die Pfarrkirche St. Maria, deren älteste Teile aus dem zwölften Jahrhundert stammen, prägt das Dorfbild Dackenheims.

Die Ortsgemeinde Dackenheim will die alte Kirche St. Maria für 99 Jahre pachten, um sie zu erhalten und auch zu nutzen. Doch die Sanierung birgt noch offene Fragen.

In einem Erbbaupachtvertrag, der 99 Jahre gilt, soll die Übernahme der katholischen Kirche St. Maria in Dackenheim durch die Ortsgemeinde geregelt werden. Deshalb beschäftigten sich die Mitglieder des Gemeinderats in einer Sitzung mit der Frage, welche Schäden in den nächsten 99 Jahren an der Kirche auftreten könnten.

Die katholische Kirche veräußert immer mehr Gebäude, da die Kirchensteuern nicht mehr so üppig fließen wie in früheren Jahren. Da den politisch Verantwortlichen in Dackenheim der Erhalt der teilweise aus dem zwölften Jahrhundert stammenden Kirche am Herzen liegt, wartete man nicht, bis die Kirche zum Verkauf stand, sondern bot der Diözese Speyer an, die Kirche zu kaufen. Das wollte die Diözese nicht, ein Erbbaupachtvertrag wurde als mögliche Alternative genannt. Zunächst lehnte das der Gemeinderat ab, doch inzwischen ist er dazu bereit.

Was kostet Sanierung?

Die Verhandlungen über den Erbbaupachtvertrag seien in der Endphase, erklärte Bürgermeister Matthias Fankhänel. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass am Turm und am Kirchenschiff größere Sanierungen erforderlich sind. Aufgrund des Gutachtens eines Statikers stehe fest, dass überwiegend nur der Turm saniert werden muss.

Frankhänel hatte schon in einer früheren Sitzung des Gemeinderats mitgeteilt, dass die Diözese die Planung und Leitung der anstehenden Arbeiten übernehmen wird. Sobald der Erbbaupachtvertrag unterschrieben ist, solle mit den Vorbereitungen der Bauarbeiten begonnen werden. Von den geschätzten Kosten von etwa 162.000 Euro werde die Diözese 60 Prozent, höchstens jedoch 120.000 Euro übernehmen. Je 20.000 Euro werden die katholische Kirchengemeinde, die evangelische Kirchengemeinde und die Gemeinde Dackenheim zahlen. Sollte dann noch Geld fehlen, soll dieser Betrag über Spenden abgedeckt werden.

Welche Kosten durch Schäden an der Kirche in Zukunft auf die Gemeinde zukommen könnten, kam ebenfalls aufs Tableau. Die Kirche, die überwiegend im 18. Jahrhundert neu errichtet wurde, stehe nun schon weit über 1000 Jahre, er gehe nicht davon aus, dass sie in den nächsten 99 Jahren zusammenstürzen wird, so Fankhänel. Eine Prognose könne letztendlich niemand abgeben.

Gemeinde will Kirche auch für Veranstaltungen nutzen

In dem Erbbaupachtvertrag werde auch die zukünftige Nutzung der Kirche geregelt. Wie bisher werden in der Kirche St. Maria die evangelischen und die katholischen Gottesdienste gehalten. Die Kirchengemeinden müssen der Gemeinde nur die Nebenkosten zahlen. Die Gemeinde soll die Kirche auch selbst für Veranstaltungen nutzen und vermieten können – jedoch nicht für Veranstaltungen, durch die geweihte Bereiche entweiht werden könnten.

Die Ratsmitglieder stimmten dem Erbbaupachtvertrag grundsätzlich zu und sind damit einverstanden, dass Fankhänel die abschließenden Verhandlungen führt. Nach Angaben des Ortschefs muss der Vertrag noch von den Gremien der katholischen Kirche gebilligt werden.

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