Hallenfussball RHEINPFALZ Plus Artikel FV Freinsheim Zweiter beim RHEINPFALZ-Cup in Frankenthal

Der Freinsheimer Alexander Haferstroh – hier im Zweikampf mit dem Heßheimer Torschützenkönig Dominik Hess – wurde als bester Spi
Der Freinsheimer Alexander Haferstroh – hier im Zweikampf mit dem Heßheimer Torschützenkönig Dominik Hess – wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Zweiter wurde Bezirksligist FV Freinsheim bei seiner ersten Teilnahme am Hallenturnier um den RHEINPFALZ-Cup in der Frankenthaler Stadtsporthalle Am Kanal. Im Finale der 37. Auflage dieses Turniers unterlagen die Freinsheimer dem A-Klasse-Vertreter ASV Heßheim im Neunmeterschießen.

Nach mehreren zeitlichen Verzögerungen – so musste ein Zuschauer auf der Tribüne, dem es aber dem Vernehmen nach wieder besser geht, vom Notarzt versorgt werden – wurde das Endspiel der dreitägigen sportlichen Großveranstaltung am Donnerstag erst um 23.30 Uhr angepfiffen. Mehr als zwei Stunden später als geplant. Der Sieger stand nach dem Neunmeterschießen erst kurz vor Mitternacht fest.

Weit nach Mitternacht standen die Trainer der beiden Finalisten, Uwe Naßhan (ASV) und Christian Schäfer (FV) sprachlos im Foyer der Stadthalle. Nicht weil ihnen die Leistung ihrer jeweiligen Mannschaft die Sprache verschlagen hätte, sondern weil sie sich in den vorausgegangenen Stunden einfach stimmlich verausgabt hatten.

Heßheim verliert zunächst sein Auftaktspiel

Für Naßhan und seine Heßheimer Mannschaft mit dem besseren Ende – und das nach einem wirklich missglückten Start ins Turnier. 2:3 hatten die Heßheimer zum Auftakt gegen den ASV Birkenheide (B-Klasse) verloren, mit einem Tor, das fiel, als die Uhr in der Halle schon abgelaufen war. Der Schiedsrichter pochte darauf, dass seine handgestoppte Zeit zähle. Eine Frage, ob das im Sinne der Zuschauer und Spieler nicht anders geregelt werden sollte? Auch wenn es in den Statuten des Fußballverbandes womöglich so verankert ist.

Damit hätte bereits das zweite Spiel gegen den SC Bobenheim-Roxheim das Aus für den ASV bedeuten können. Zudem der Heßheimer Luca Willer in diesem Spiel die Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels sah. Doch die Mannschaft zeigte Charakter: „Es war der Wille, der meine Mannschaft dann bis ins Finale getragen hat“, meinte ein mächtig stolzer Uwe Naßhan. Denn der Start war nicht das einzige Drama, das der ASV überstehen musste. Ein Spieler sei von Zuschauern verprügelt worden, sagte Naßhan. Die Polizei war in der Halle. Das hat das Team weggesteckt.

ASV macht es wie Argentinien bei der WM

Auch im Finale lagen die Heßheimer nach einem Treffer des Freinsheimers Tobias Huhn zurück. Dominik Hess glich drei Minuten vor Ende der Partie aus, obwohl nach einem langen Finaltag alle Spieler schon richtig platt waren. „Wir haben es gemacht wie die Argentinier bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Die haben auch das erste Spiel verloren. Ich denke wir haben das Finale verdient gewonnen, weil wir in der regulären Spielzeit die klareren Chancen hatten. Das ist eine richtige Mannschaft“, meinte Naßhan siegestrunken, aber nüchtern.

Im Halbfinale hatten die Heßheimer auch den Bezirksligisten VfR Frankenthal aus dem Rennen geworfen. Es sei noch ein Lokal für die Siegesfeier gebucht, meinte Naßhan. Natürlich gehe er mit. „Das kann noch wild werden“, meinte Hess.

Schäfer: „Alles gut“

„Alles gut. Natürlich hätten wir gerne gewonnen“, sagte der Trainer der unterlegenen Mannschaft, Christian Schäfer. Im Finale hätte seine Mannschaft zu schnell den Ausgleich kassiert. Ein Neunmeterschießen sei dann auch Glückssache.

Freinsheim brauchte ebenfalls etwas Anlaufzeit, bis die Mannschaft im Turnier war. In der Vorrunde hatte der FVF noch mit 0:3 gegen den TuS Dirmstein verloren. Trotzdem zog das Team als Gruppenerster in den Finaltag ein. Im Viertelfinale kam Freinsheim nach einem 0:3 im Hinspiel gegen den SC Bobenheim-Roxheim im Rückspiel mit einem fulminanten 6:1-Erfolg weiter.

Drei Tage ausverkauftes Haus

Im Halbfinale warf der Bezirksligist nach zwei ausgeglichenen Spielen den ASV Maxdorf erst im Neunmeterschießen raus. Aber für die erstmalige Teilnahme an dem Turnier sei das Abscheiden ordentlich gewesen, war Christian Schäfer der gleichen Meinung wie einige seiner Spieler. Als bester Spieler des RHEINPFALZ-Cups wurde der Freinsheimer Alexander Haferstroh ausgezeichnet. Was die allerdings zu bemängeln hatten, das waren die kalten Duschen in der Frankenthaler Stadtsporthalle. Nach dem Viertelfinale hatte Schäfer noch gefrotzelt: „Wir sind hier das einzige Team, das Fußball spielt.“

Zumindest einen Sieg haben Naßhan und Schäfer gemeinsam eingefahren: Als Mitglieder des Allstar-Teams gewannen sie das Einlagespiel gegen eine Frankenthaler Auswahl mit 5:2.

Von den kalten Duschen will sich Organisator Manfred Weiß, Vorsitzender des Veranstalters und Ausrichters Schwarz-Weiß Frankenthal, die gute Gesamtbilanz nicht verhageln lassen. Drei Tage ausverkauftes Haus mit mehr als 800 Zuschauern in der Halle, die Organisation, sportlich als auch im Foyer die Bewirtung, lief hervorragend – abgesehen von dem großen zeitlichen Hänger am Finaltag. Und das, nachdem das Turnier zwei Jahre lang aufgrund der Corona-Pandemie pausierte.

„Ich bin stolz auf alle, die sich eingebracht haben“, sagte Weiß am Tag nach dem Turnier. Über den Modus, mit Hin- und Rückspiel am Finaltag ab dem Viertelfinale zu agieren, „müssen wir diskutieren. Es war ein Versuch“, räumte Weiß ein. Ähnlich äußerten sich viele Sportler und Trainer, die nach Abschluss des Turniers noch im Foyer standen.

Ein Sieger aus Bad Dürkheim

Der Kleinsägmühlerhof in Altleiningen, ein Betrieb der Lebenshilfe Bad Dürkheim, bekam beim Hallenfußballturnier um den RHEINPFALZ-Cup in der Frankenthaler Stadtsporthalle eine Spende von 400 Euro überreicht. Das ist der Überschuss aus der Veranstaltung im Jahr 2019. Danach musste das Hallenfußballturnier zwei Jahre aufgrund der Corona-Pandemie pausieren. Lebenshilfe-Betriebsleiter Richard Danner und Kenny Dopp, der auf dem Kleinsägmühlerhof als Backwarenausfahrer tätig ist, nahmen die Spende auf dem Kunstrasen in der Stadtsporthalle von Peter Clemens und Manfred Weiß, beide im Organisationsteam der Turniers, entgegen.

Clemens stellte die Verbindung zu der Einrichtung her. Der Frankenthal-Eppsteiner ist einmal in der Woche ehrenamtlich in Altleiningen tätig. Vor mehr als 30 Jahren erwarb die Lebenshilfe Bad Dürkheim den Kleinsägmühlerhof. In Altleiningen arbeiten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in einem inklusiven Team zusammen. In der hofeigenen Bäckerei werden Bio-Backwaren hergestellt. Zudem können Molkereiprodukte bezogen werden sowie Kartoffeln, Getreide und Zwiebeln.

Das Geld soll laut Richard Danner für den Neubau einer Molkerei, einer Bäckerei und eines Hofladens genutzt werden. Außerdem sollen neue Sozialräume für die Mitarbeiter entstehen. Auf diese Weise werden weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen und deren Arbeitsbedingungen verbessert.

Geschlagen im Finale des RHEINPFALZ-Cups : Marcel Kaltenbach am Boden
Geschlagen im Finale des RHEINPFALZ-Cups : Marcel Kaltenbach am Boden
400 Euro gab es für den Kleinsägmühlerhof in Altleiningen, der von der Lebenshilfe Bad Dürkheim betrieben wird. Peter Clemens (l
400 Euro gab es für den Kleinsägmühlerhof in Altleiningen, der von der Lebenshilfe Bad Dürkheim betrieben wird. Peter Clemens (links) und Manfred Weiß (rechts), beide im Organisationsteam des Turniers, überreichten diese an Lebenshilfe-Betriebsleiter Richard Danner und Lebenshilfe-Mitarbeiter Kenny Dopp (Mitte von links).
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