Friedelsheim Friedelsheimer Ehepaar entdeckt Nosferatu-Spinne

Imposante Erscheinung: eine Nosferatu-Spinne.
Imposante Erscheinung: eine Nosferatu-Spinne.

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne ist in der Pfalz angekommen, wie man am Samstag auf der Seite Südwestdeutsche Zeitung erfahren konnte. So ein Exemplar hat es sich auch bei Rosemarie und Jürgen Boudier aus Friedelsheim bequem gemacht und geht im Flur ihres Hauses auf die Jagd.

„Neben meinem schönsten Bild“, erzählte Rosemarie Boudier am Telefon. Sie habe erst zweimal hingeschaut, dann aber keinen Zweifel mehr gehabt. Denn die Zeichnung war eindeutig, wie sie dem RHEINPFALZ-Bild vom Samstag entnehmen konnte, berichtete sie. Ihr Sohn Daniel hat das Exemplar flugs fotografiert und das Foto zur Verfügung gestellt. Grusel vor der Spinne scheint man im Haus Boudier jedenfalls nicht zu hegen.

Wissenschaftler kennen diese Art als Zoropsis spinimana. Manche Menschen hierzulande erinnert das Muster auf dem Vorderleib aber anscheinend an Vampire, weshalb der Volksmund sie Nosferatu-Spinne taufte in Anlehnung an den gleichnamigen Leinwandblutsauger. Mit diesem gemein haben die Tiere allerdings nur, dass sie mit ihren Kieferklauen die menschliche Haut durchdringen können. Davon machen sie aber nur Gebrauch, wenn sie sich bedroht fühlen. Ansonsten ernähren sie sich von anderen Spinnen und Insekten. Ihre Beute töten Nosferatu-Spinnen mit einem Biss, bei dem sie ihr Gift injizieren. Für Menschen kann der Biss schmerzhaft sein und Schwellungen verursachen, ist sonst aber harmlos.

Zum ersten Mal entdeckt wurde die mediterrane Art in Deutschland im Jahr 2005. Wahrscheinlich gelangte sie versehentlich als blinder Passagier im Warenverkehr oder mit Urlaubsrückkehrern in die Bundesrepublik.