Herxheim am Berg RHEINPFALZ Plus Artikel Frühlingsmarkt bei schwierigem Wetter: Die Freude am Wein nicht verregnen lassen

Samstags war der Besucherandrang beim Frühlingsfest in Herxheim am Berg überschaubar, aber die Stimmung gut.
Samstags war der Besucherandrang beim Frühlingsfest in Herxheim am Berg überschaubar, aber die Stimmung gut.

Trotz nicht idealer Witterungsbedingung erfreute sich der Frühlingsmarkt in Herxheim einer gewissen Resonanz. Den Gästen präsentierten sich mehrere Weinbaubetriebe.

Der erste Tag war vom Wetter her wenig frühlingshaft. Dunkle Wolken und Regen, dazu eine klamme Kälte sorgten dafür, dass viele es wohl vorzogen, zu Hause zu bleiben. Dennoch gab es doch Unverzagte, die sich die Laune nicht verhageln ließen.

Der Zuspruch aus der näheren Region sei verhalten, dafür seien Gäste von weiter her gekommen, stellte Thomas Vogel, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Herxheim, fest. „Wir hatten schon am ersten Tag mehrere Leute aus Frankfurt, Karlsruhe oder auch aus Neustadt hier“, berichtete er. „Und das endgültige Fazit ziehen wir erst am Sonntagabend“, sagte er am Samstag mit einer Portion Optimismus. Und tatsächlich: Der Sonntag entwickelte sich deutlich besser, es gab keinen Regen mehr und es war nicht mehr ganz so kühl wie am Vortag.

Begeisterung für Piwis

Am Probierausschank der Winzergenossenschaft fand sich denn auch eine größere Schar von Weinliebhabern ein, um Kostproben zu nehmen. „Wir bewirtschaften insgesamt 180 Hektar Rebfläche und haben 28 Weine im Sortiment“, berichtete Vogel. Neben bekannteren Namen wie Riesling oder Chardonnay gibt es auch besondere Rebsorten wie Sauvitage oder Sauvignac. „Das sind Piwis, also aus pilzresistenten Reben gekelterte Weine. Diese sind unsere Neuzüchtungen“, erläuterte er einer interessiert lauschenden Gruppe von Weinliebhabern. Vor allem der Sauvignac überzeugte. „Ein wahrer Gaumenkitzel“, strahlte ein Besucher aus Bad Dürkheim.

Warum das Weingut Gabel Lagrein anbaut

„Im Trend liegen immer mehr alkoholfreie Weine, das Interesse nimmt von Jahr zu Jahr zu“, hat Thomas Vogel erkannt. „Viele dieser Käufer treiben Sport oder leben darüber hinaus sehr gesundheitsbewusst“, teilte er mit. In der Winzergenossenschaft gibt es daneben auch alkoholfreie Sekte und Seccos. „Etwas Besonders ist dabei unser Secco mit Hibiscus, der eignet sich sehr gut für alkoholfreie Cocktails.“

Reger Betrieb herrschte an beiden Tagen im Weingut Gabel. Hier gab es eine Vielfalt von Weinen zu testen, vom Grauburgunder über Sauvignon blanc „Fumé“ – der Zusatz bezeichnet eine rauchige Note – bis hin zum Lagrein, einer Rebsorte aus Südtirol. Mitarbeiterin Carolin Haas beriet dabei sachkundig über das Sortiment und beantwortete Fragen der Gäste. Sie erklärt auch, welche Beziehung der Lagrein zur Familie Gabel hat: Die Vorfahren der Winzer sind von Südtirol vor über 350 Jahren in die Pfalz gekommen und haben hier in Herxheim das Weingut gegründet.

Ein Besucher aus Mexiko

„Wir haben hier unser treues Stammpublikum und können uns über die Resonanz beim Frühlingsmarkt nicht beklagen“, berichtete Seniorchef Wolfgang Gabel. Mit einem Besucher hatte er sicherlich nicht gerechnet: Amando Arana aus Mexiko. „Ich mache Urlaub in Europa und besuche Weingüter auf diesem Kontinent“, erzählte er. In Ungarn sei er bereits gewesen, in der Weinregion Tokaj. Nun schaue er sich die Pfalz an, wo er sich bei Gabels sehr angetan vom Pinot Noir Rosé zeigte. „Ein sehr guter Tropfen“, lächelte er sichtlich zufrieden. Seine nächsten Ziele seien die Toskana, und auch in Spanien wolle er einmal vorbeischauen. In Mexiko spiele der Weinanbau eine untergeordnete Rolle, sagte Amando Arena. Das größte Anbaugebiet liege in der Region Guadalupe. „Wir Mexikaner trinken meist importierte Weine, etwa aus Kalifornien oder Argentinien.“

Im Weingut Pfleger & Petri war am Sonntagmorgen noch nicht allzu viel los. Die meisten Leute seien auch am Samstag erst nachmittags gekommen, hieß es. Aber dann habe Hochbetrieb geherrscht. Das erwarte man auch am Sonntagnachmittag. Eine Freinsheimerin, die gerade einen Cocktail genoss, brachte es kurz und bündig auf den Punkt: „Schlechtes Wetter hält echte Weintrinker nicht vom Besuch einer solchen Veranstaltung wie dem Frühlingsmarkt ab.“

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