Herxheim am Berg
Feuerwehr, Historiker, Dorfleben: Gemeinde zeichnet besonderes Engagement aus
Ehrungen standen im Mittelpunkt des zweiten Frühlingsempfangs der Gemeinde Herxheim am Berg am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus. Dies auf Anregung der Beigeordneten Tanja Veit (IGH), wie Bürgermeister Gero Kühner (SPD) berichtete. „Miteinander“ war im vergangenen Jahr das Motto des ersten Frühlingsempfangs. Dieses Motto habe positive Auswirkungen gehabt, die Dorfgemeinschaft werde besser, sagte Kühner. Die Geehrten bekamen eine Urkunde, ein kleines Präsent sowie eine Brosche, auf der das Pfaffenhoftor und der Satz „Edelweinort Herxheim am Berg“ zu sehen sind. Außerdem waren die Geehrten die Ersten, die sich in das neue „Rote Buch“ der Gemeinde eintragen durften.
Geehrt wurde der Ortshistoriker und Naturschützer Eric Hass. Er sei seit 40 Jahren aktiv und habe sich in dieser Zeit „sehr verdient gemacht um den Ort“, lobte Kühner. Hass habe im Alter von 15 Jahren begonnen, sich mit der Ortsgeschichte zu beschäftigen, habe Fundstücke entdeckt und zusammengetragen, habe festgestellt, dass Herxheim am Berg nicht wie vorher angenommen 774, sondern erst 925 erstmals urkundlich erwähnt wurde, so Kühner. Auch habe Hass den Museumsraum geprägt, bei zahlreichen Veranstaltungen und Führungen die Geschichte des Ortes lebendig werden lassen und das Dorf überregional bekannt gemacht. Der Naturschützer habe zudem die Idee gehabt, einen Geo-Naturwanderweg anzulegen, und kreative Lösungen zum Erhalt der Karsthöhle und des Naturschutzgebiets Felsenberg-Berntal entwickelt.
Mit den Tränen gekämpft
Veit ehrte Herta Hartung, die Ehefrau des früheren langjährigen Bürgermeisters Heinrich Hartung, der inzwischen verstorben ist. Herta Hartung habe viele Jahre „das Dorfleben mitgestaltet“. Sie habe Veranstaltungen wie Fasching oder die Teilnahme an Weinfestumzügen organisiert. All das habe sie „mit Herzblut, Tatkraft und ansteckender Lebensfreude“ getan und oft selbst im Hintergrund gestanden, berichtete Veit. Die Wirkung ihres Engagements sei bis heute spürbar. Hartung freute sich sichtlich, kämpfte mit Tränen und bedankte sich „für die schönen Jahre in Herxheim am Berg“.
Veit ehrte außerdem die Feuerwehr, die „ein unverzichtbarer Bestandteil des Gemeindelebens“ sei und Tag und Nacht bereitstehe, um anderen zu helfen. Die fünfzehn Aktiven würden viele Stunden für Übungen, Einsätze und die Unterstützung des Dorflebens aufbringen. Verantwortungsbewusstsein, Zusammenhalt und gelebte Solidarität zeichneten die Feuerwehr aus, so Veit.
Und dann doch der Verkehr
Etwas aus dem Konzept gebracht war Bürgermeister der Verbandsgemeinde Freinsheim Jürgen Oberholz (FWG). Er habe damit gerechnet, sich gegen Vorwürfe von Kühner verteidigen zu müssen, doch der hatte auf eine politische Rede verzichtet. Er brachte das schwierige Thema Verkehr nicht auf den Tisch. Dafür Oberholz. Er kündigte an, dass zur Verbesserung der Verkehrssituation in Herxheim am Berg die Beschilderung geändert werde. Doch sei es schwierig, eine Lösung für das Verkehrsproblem im Ort zu finden. „Kein Zustand“ sei die Raumsituation der Feuerwehr in Herxheim am Berg, so Oberholz. Das Bedarfskonzept für die Feuerwehr, das derzeit erarbeitet werde, solle aufzeigen, wie es weitergeht.
Wie Oberholz sagte, ist die Verbandsgemeinde bei den Kindertagesstätten „auf einem guten Weg“. Ab dem Spätjahr gebe es wahrscheinlich keine Personalprobleme und damit auch keine Notbetreuung mehr. Auch bei der Ganztagsbetreuung in Grundschulen sei die Verbandsgemeinde auf einem positiven Weg.
„Goldgräberstimmung“ herrsche in den Gemeinden angesichts der 8,8 Millionen Euro, die die Verbandsgemeinde aus dem Sondervermögen des Bundes erhalte. Oberholz plädierte dafür, dass die Verbandsgemeinde das Geld investiert. Da konnte Kühner dann doch nicht ruhig bleiben. Ein Teil des Geldes solle in die Dörfer gehen. Herxheim könnte das Geld gut gebrauchen. „Wenn in den Dörfern das Licht ausgeht, werden schlechte Zeiten kommen“, so Kühner.
Herxheimer Bürger sorgten mit mitgebrachten Speisen für ein tolles kaltes Büfett. Veit dankte nicht nur ihnen, sondern allen, die zum Frühjahrsempfang beigetragen haben. Auf dem Hof präsentierte die Feuerwehr ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser. Kinder durften ein „brennendes“ kleines Haus löschen. Das Wasser dazu kam aus der original Herxheimer Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1875.