Ellerstadt
Ellerstadter Dorflädchen: Warum sich die Eröffnung verzögert
In der Sitzung des Gemeinderates stellte Pascal Postel sein Konzept vor und schilderte die Probleme, die die Eröffnung des Ladens verzögern. Seit der vorherige Dorfladen im Dezember 2024 geschlossen wurde, trieb den Rat die fehlende Grundversorgung für nicht mehr so mobile Ellerstadter um.
Man müsse sich den neuen Dorfladen vorstellen wie den ehemals dort ansässigen – nur ohne Personal, erklärte der Betreiber. Zugang erhalten Kunden demnach über eine Bank- oder Kreditkarte, der Laden wird per Video überwacht und es kann ausschließlich bargeldlos bezahlt werden. Zunächst soll der Laden von 6 bis 22 Uhr zugänglich sein, der Blick geht aber weiter: Postel strebt Öffnungszeiten rund um die Uhr und sieben Tage die Woche an.
Ohne Nutzungsänderung kein Gewerbeschein
Das Sortiment soll alle verpackten Dinge des täglichen Bedarfs umfassen. Als Beispiele nannte der Betreiber Getränke, Wurst, Käse, Milch und Joghurt; das Angebot an Frischeprodukten werde man allerdings kleiner halten. Man habe sich das vorzustellen wie „Lebensmittel im Käfig“, beschrieb Bürgermeisterin Elke Stachowiak (FWG) die Funktionsweise des Automatenladens. In den ersten Wochen werde jemand im Laden präsent sein, um Kunden bei Bedarf zu zeigen „wie alles funktioniert“, versprach Postel. Jeder, der es hinbekomme, an einem Bankautomaten Geld abzuheben, könne in dem Laden „prima einkaufen“.
Doch wo hakt es jetzt eigentlich noch, nachdem laut Postel soweit alles fertig ist? Der Laden sei baurechtlich in der vorliegenden Form nicht genehmigt, eine Nutzungsänderung sei notwendig, heißt es Stachowiak zufolge bei der unteren Baubehörde des Kreises – und ohne Nutzungsänderung kein Gewerbeschein für den Betreiber. Die Genehmigung, im Erdgeschoss des Hauses in der Georg-Fitz-Straße eine Verkaufsfläche zu betreiben, stammt laut Bürgermeisterin aus den 1960er-Jahren und ist nicht mehr gültig. „Wir bleiben dran“, versprach sie. Dass eine Nutzungsänderung nötig werde, sei vorher nicht bekannt gewesen. Der Rat habe von Anfang an hinter seinem Vorhaben gestanden, meinte Ulrich Damian (FWG), man drücke die Daumen, dass jetzt „alles klappt“.