Hockey RHEINPFALZ Plus Artikel DHC-Damen sichern Klassenerhalt im Penalty-Krimi gegen Freiburg

Die DHC-Damen und ihr mitgereister Anhang freuen sich über den Klassenerhalt.
Die DHC-Damen und ihr mitgereister Anhang freuen sich über den Klassenerhalt.

Mit Glück und starken Nerven sichern sich die DHC-Damen den Klassenerhalt in der Relegation gegen die Freiburger Turnerschaft.

„Ich war stark herzinfarktgefährdet“, erklärte Dirk Baumgarten nach dem Spiel. Trainerkollege Uwe Krauß meinte: „Das braucht eigentlich keiner.“ Die DHC-Damen hatten am Samstag einen 4:2-Sieg zuhause vorgelegt, und am Sonntag stand es nach 60 gespielten Minuten in Freiburg ebenfalls 4:2, aber für FT. Also musste die Entscheidung im Penalty-Shootout fallen. Nach jeweils drei Schützinnen stand es 2:2, also ging es ins Sudden-death. Freiburg legte jeweils vor, Lydia Bechtoldt-Haase und Alena Baumgarten konnten für den DHC gleichziehen. Dann zwang Dürkheims Torhüterin Leonie Lawonn mit gutem Stellungsspiel die Freiburger Schützin zu einem Schuss neben das Tor. Und eine nervenstarke Julia Eitel setzte aus spitzem Winkel den entscheidenden Treffer. Damit dürfen die DHC-Damen auch in der nächsten Saison in der Ersten Regionalliga Süd spielen.

„Es war extrem anstrengend“, sagte Abwehrspielerin Lili Rall nach dem zweiten Spiel. „Aber wir haben uns bis zum Ende durchgebissen und alles gegeben.“ Lydia Bechtoldt-Haase hatte am Samstag noch prophezeit, dass es anstrengend würde. „60 Minuten kämpfen und dann feiern“, hatte sie gehofft, ein bisschen länger dauerte es doch. Alles gegeben hatte auch Trainer Uwe Krauß, der es am Sonntag nicht ausgehalten hatte und hinterhergefahren war. Zehn Minuten vor dem Anpfiff stand er in der Halle. Nach dem Siegtreffer überwältigte ihn die Emotion. „Ich musste erst mal raus aus der Halle“, gab er zu.

Es waren zwei Spiele zweier gleichwertiger Mannschaften. Am Samstag siegte die Mannschaft mit der deutlich besseren Chancenverwertung. Dürkheim hatte zwar zunächst ein paar Möglichkeiten im Kreis, aber der erste richtige Torschuss war die Ecke in der 13. Minute, die Alena Baumgarten unhaltbar oben links ins Eck knallte. Im zweiten Viertel erhöhte Emily Behrendt per Siebenmeter auf 2:0. Nicht selbstverständlich, nachdem in den letzten beiden Rundenspielen fünf dieser Chancen vergeben wurden. „Offensichtlich war ich die Auserkorene“, lachte die Schützin hinterher und erzählte, dass es im Siebenmetertraining bei ihr gut geklappt hatte. Sie machte es ein bisschen dramatisch, denn der Ball prallte von der Schiene von Freiburgs Torhüterin Lea Holle an den Innenpfosten und erst von da ins Tor.

In der zweiten Halbzeit konnte Julia Eitel zum 3:0 abstauben, nachdem Paulena Krauß mit einem schönen Schuss an der durchaus guten Holle noch hängen geblieben war. Wieder Eitel konnte in der 48. Minute nach guter Vorlage von Lydia Bechtoldt-Haase frei zum 4:0 einschieben. Allerdings konnten die Dürkheimerinnen den Vorsprung nicht halten, denn im Wissen, dass jedes Tor wichtig sein könnte, gab sich Freiburg nicht auf. Ecke um Ecke holten sie heraus, scheiterten aber an Leonie Lawonn oder dem Schläger einer Abwehrspielerin. Neun Minuten vor dem Ende machte Caroline Reincke doch aus dem Spiel heraus den Anschlusstreffer, und kurz danach konnte Sophie Gricksch mit einem schönen Heber noch auf 2:4 verkürzen.

Die Intensität sei hoch gewesen, gab Julia Eitel nach dem Spiel zu, wissend, dass es am Sonntag noch schwerer würde. „Aber wir haben unsere Chancen genutzt“, freute sie sich über die Effektivität der eigenen Mannschaft. „Mit dem Spiel bin ich zufrieden, die zwei Tore waren ein bisschen unnötig“, kommentierte Lydia Bechtoldt-Haase. „Wir haben als Mannschaft gut und konzentriert gespielt“, sei es gegen einen guten Gegner nicht einfach gewesen. „Durch die Manndeckung sei es kraftraubend gewesen“, gab Krauß zu. „Aber wenn du das Glück hast, hinten eine Torfrau wie Leo zu haben, ist es entspannt.“ Auch er fand die Gegentreffer vermeidbar.

Vielleicht habe sein Team ein oder zwei Tore zu wenig gemacht, sagte er beinah prophetisch angesichts weiterer Chancen. Lydia Bechtoldt-Haase hatte es mit einem Stecher versucht, Paulena Krauß setzte einen Heber knapp über das Tor, und Julia Eitel traf noch einmal den Pfosten. Allerdings hatte auch Freiburg reichlich Torchancen generiert. Die „bärenstarke“ Leonie Lawonn vereitelte mehrere Konter und zahlreiche Ecken, und die Freiburgerinnen hatten ebenfalls Pech, dass der ein oder andere Versuch über oder knapp neben das Tor ging. Ecken abzuwehren sei immer auch Teamwork, sagte eine bescheidene Lawonn, dass sie sich mit Alena Baumgarten abspreche, wie sie agiere.

Das Sonntagsspiel begann mit einem frühen Eckentreffer für den DHC, wieder durch Alena Baumgarten. Diesmal allerdings konnte Freiburg schnell durch Lisa Keim ausgleichen. Sophie Gricksch legte für die Gastgeberinnen zum Halbzeitstand von 2:1 vor. Lydia Bechtoldt-Haase konnte per Ecke kurz nach Wiederanpfiff ausgleichen, doch Gricksch und Keim stellten auf 4:2 für die FT. In der Endphase hatte Freiburg noch zwei Ecken, konnte die aber nicht erfolgreich abschließen. „Da hatten wir ein bisschen Glück“, kommentierte Baumgarten, auch weil Freiburg im Spiel einen Siebenmeter vergab.

Beide Trainer lobten, zu Recht, das gesamte Team für die Leistung, aber Krauß hatte doch noch ein Sonderlob für Julia Eitel: „Sie hat an beiden Tagen ein starkes Spiel gemacht“, bescheinigte er ihr außerdem eine „Wahnsinnsruhe“ beim entscheidenden Penalty.

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