Weisenheim am Berg
Café Solo: Warum das Verfahren gegen den Wirt vorläufig eingestellt wurde
Das Verbrechen an dem Peruaner Arturo, dem früheren Koch des bekannten Café Solo in Weisenheim am Berg, bleibt vorerst ungesühnt. Bis heute haben es die deutschen Behörden nicht geschafft, dem wegen Totschlags gesuchten ehemaligen Wirt den Prozess zu machen. Dieser hatte sich vor drei Jahren in die Türkei abgesetzt.
Der Koch, der illegal im Café beschäftigt war, soll nach Erkenntnissen der Frankenthaler Staatsanwaltschaft nach einem Streit von dem Wirt erwürgt worden sein. Die Tat soll sich am 18. Juni 2023 in der Dachgeschosswohnung des Peruaners über dem Café zugetragen haben. Die Leiche des 41-Jährigen wurde an der Straße zwischen Rodenbach und Einsiedlerhof gefunden.
Internationaler Haftbefehl
Die Türkei will den inzwischen 67-jährigen Tatverdächtigen, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, nicht ausliefern, da dieser in der Türkei geboren wurde. Das Landgericht Frankenthal hatte die Beschlagnahmung seines Vermögens in Deutschland erwirkt. Damit wollte das Gericht erreichen, dass dem Flüchtigen das Geld ausgeht und er nach Deutschland zurückkehrt. Dies hat bislang noch keine Wirkung gezeigt.
Der Angeschuldigte wird weiterhin mit einem international ausgeschriebenen Haftbefehl gesucht. Er soll sich nach Erkenntnissen der deutschen Behörden weiterhin in der Türkei aufhalten. Es gibt keine Angaben dazu, warum es bislang keine Auslieferung gegeben hat. Auch wird über die weiteren Ermittlungen nichts mitgeteilt.
Es wurde nur bekannt, dass das Strafverfahren inzwischen vorläufig eingestellt wurde. Grund: Die Hauptverhandlung kann wegen der länger dauernden Abwesenheit des Angeschuldigten nicht stattfinden. Das Verfahren könne aber jederzeit wieder aufgenommen werden, versichert die Vorsitzende Richterin am Frankenthaler Landgericht, Sonja Steingart. Totschlag verjährt in Deutschland nach 20 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist kann die Tat nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.


