Bad Dürkheim Bad Dürkheim: Betonwand soll Deponie abdichten

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Um den Eintrag von Schadstoffen ins Grundwasser zu verhindern, wird bis April 2018 die 1,7 Hektar große Alt-Deponie der BASF auf dem Bruchhübel eingekapselt. 12 Millionen Euro gibt die BASF dafür aus. Derzeit laufen vorbereitende Erdarbeiten, im Sommer und Herbst werden Straßensperrungen nötig sein.

Wenn sich im Mai der 140 Tonnen schwere Seilbagger mit Schlitzwandgreifer 30 Meter tief in die Erde gräbt, dann beginnt die heiße Phase des Einkapsel-Verfahrens auf dem Bruchhübel. Derzeit wird alles dafür getan, dass der Bagger das hügelige Gelände befahren kann, ohne umzukippen. Dieses schwere Gerät hebt in zehn Bauabschnitten einen bis zu 30 Meter tiefen Graben aus. „Zuvor werden Leitwände aus Beton angelegt, damit der Baggerfahrer weiß, wo er graben muss“, erläutert Projektleiter Michael Botens. Diese Wände werden jedoch wieder zurückgebaut. Bentonit als Stützmasse soll verhindern, dass der frische Graben nicht in sich zusammenfällt. Danach wird unten der Dichtbeton ein- und die Stützflüssigkeit abgepumpt. So entsteht letztlich eine 560 Meter lange und 80 Zentimeter dicke Betonschlitzwand, die die Alt-Deponie abschließen und ein Austritt von Schadstoffen ins Grundwasser dauerhaft verhindern soll. Derzeit, so der Projektleiter, könne durch eine Kunststofffolie auf der Oberfläche verhindert werden, dass neues Wasser in die Deponie eindringt. Diese Folie wurde vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), dem die Alt-Deponie seit dem Bau der Anschlussstelle Feuerberg gehört, im Jahr 2002 aufgebracht, um das Eindringen von Sickerwasser nach Regenfällen zu verhindern. Dadurch, so Botens, sei es bereits gelungen, 90 Prozent der Emissionen einzudämmen. Die restlichen zehn soll jetzt die Betonwand stoppen. Zusätzlich wird der Grundwasserpegel im Deponiefeld im Verhältnis zum Bereich außerhalb um einen halben Meter abgesenkt. Dazu wird pro Stunde etwa ein Kubikmeter Wasser aus der Deponie 1,2 Kilometer weiter zur Kläranlage gepumpt, wo Schadstoffe herausgefiltert werden. Die dazu benötigte Leitung wird derzeit gebaut. Laut BASF handelt es sich bei den Schadstoffen um Pflanzenschutzmittel-Rückstände, aromatische Kohlenwasserstoffe wie Naphthalin und anorganische Stickstoffverbindungen. Von unten ist die Deponie durch undurchlässige geologische Ton-Schichten abgedichtet. Im Jahr 2010 war durch private Messungen des Diplom-Chemikers Gunter Stockinger entdeckt worden, dass aus der Deponie Schadstoffe ins Grundwasser gelangen und Richtung Erpolzheim und Birkenheide ins Bruch gespült werden. Erster Sanierungsschritt war es deshalb, diese „Fahne“ zu stoppen. Naturschützer und Anlieger hatten einen kompletten Aushub der Deponie samt Verbrennen der Altlasten gefordert (wir berichteten). Die BASF hatte sich nach der Abstimmung mit der SGD für die Einkapselung entschieden. Um zu klären, dass sich das Verfahren auch in der Praxis bewährt, wird in einem ersten Schritt ein 20 mal 20 Meter großes Versuchsfeld im Nordosten des Deponiekörpers angelegt. Die Spezialfirma sollte jedoch wissen, was sie tut: Laut Botens hat die Firma Bauer aus Schrobenhausen in Bayern schon vielfach Deponien abgedichtet. Ein Ingenieurbüro stellt sicher, dass die Schlitzwand aus Beton die tiefe Tonschicht am Deponie-Boden lückenlos erreicht. Zweimal, in Bauabschnitt 3 und 7, muss auch die L527 aufgebrochen werden (siehe Grafik). Laut Botens wird dies im Juli und Oktober für jeweils 14 Tage der Fall sein. Der Autobahnzubringer von Friedelsheim wird in dieser Zeit abgehängt und der Verkehr umgeleitet. „Am Ende muss alles von außen so aussehen, wie es war“, erklärt Botens.

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