Herxheim am Berg
B271: Bürgermeister will unter Umständen „West-Kröte“ schlucken
Die RHEINPFALZ habe in ihrer Berichterstattung zur Verkehrssituation in Herxheim am Berg den Eindruck vermittelt, dass nur der Verein Pro Ost und er selbst als Bürgermeister für die Verkehrsprobleme verantwortlich seien. Dies greife zu kurz, machte Bürgermeister Gero Kühner (SPD) in einer Stellungnahme deutlich. Die Situation sei derzeit zwar für alle sehr belastend. „Das ist aber zunächst Folge der Sperrungen von Verkehrswegen in Ost-West-Richtung. Die hätten wir und die Gemeinden Dackenheim und Kallstadt auch bei der geplanten West-Trasse“, schreibt Kühner in einer Stellungnahme.
Es gehe aber auch darum, dass trotz Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen immer wieder schwere Laster die Urlaubsregion als Abkürzung nutzen würden. „Und es geht darum, dass die B271-West-Planung überholt ist“, so Kühner weiter. Dies sei auch durch die bei der Podiumsdiskussion vorgestellten „denkbar schlechten Zahlen“ deutlich geworden. Diese seien bei den Planungsbehörden abgerufen worden und öffentlich abrufbar. Es sei nicht einzusehen, warum man dieser „zahlenmäßig schlechten und umstrittenen West-Trasse immer noch gutes, aber leider rares Steuergeld hinterher werfen“ wolle.
Kühner für „kleine Lösung“
Kühner forderte alle politisch Verantwortlichen auf, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam „eine kleine Lösung“ zu erarbeiten. Im übrigen sei er bereit, „diese katastrophale West-Kröte“ zu schlucken, falls es belastbare Zahlen und Sachargumente für West gebe und die noch nicht realisierten Abschnitte gemeinsam gebaut, geplant und offengelegt würden.
Jedoch argumentiere der Landesbetrieb Mobilität damit, dass der Abschnitt um Herxheim am Berg planerisch zu weit zurück liege. Dies sei „komisch“, wenn man bedenke, wie schnell die Bahnüberführung im Bruch gegenüber einer mehrere Millionen teuereren Unterführung „aufgrund einer Aussage der Stadt Bad Dürkheim“ planerisch umgesetzt worden sei.