Bad Dürkheim Alarmierende Diagnose fürs Gesundheitssystem
Sachbücher sind auch im August auf den Bestsellerlisten der Dürkheimer Buchhandlungen in der Minderheit. Einer der beiden Titel ist Dietrich Grönemeyers neuer, höchst lesenswerter Band „Weltmedizin: Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilkunst“. Zu den vier Romanen gehört eine spannende Neuerscheinung: Isabel Allendes „Ein unvergänglicher Sommer“. Keiner der sechs Titel taucht übrigens mehrfach auf.
Im Sachbuch „Weltmedizin“, das im „Buchmarkt“ erfolgreich lief, stellt der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer, der wegen seiner Bestseller inzwischen ähnlich bekannt wie sein singender Bruder Herbert ist, der Medizin eine recht alarmierende Diagnose: Das Gesundheitssystem sei technikzentriert und von wirtschaftlichen Interessen betrieben. Er dagegen plädiert für alternative Heilmittel und Methoden, die er auf seinen Reisen kennenlernte und selbst ausprobierte. Der Arzt der Zukunft müsse seiner Meinung nach offen sein für Medizin und Behandlungsmethoden anderer Kulturen und Epochen. Grönemeyers Ziel ist es, die Sprachlosigkeit zwischen den verschiedenen Disziplinen zu überwinden, denn gemeinsames Handeln sei überfällig. „Mein Wunsch seit langer Zeit ist eine kultur- und fächerübergreifende humane Weltmedizin.“ Grönemeyer, 1952 in Clausthal-Zellerfeld geboren, studierte unter anderem Humanmedizin in Kiel. Nach Promotion und Habilitation war er bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie an der Uni von Witten-Herdecke. 2007 gründete er die „Dietrich Grönemeyer-Stiftung“. Sie begreift sich als „Stiftung für Weltmedizin“ und Plattform zur „Rettung des Weltkulturerbes Medizin.“ Grönemeyer gilt als „Vater der Mikrotherapie“. Mit ihrem 1982 erschienenen Roman „La casa de los espéritus“, auf Deutsch: „Das Geisterhaus“, gelangte die Chilenin Isabel Allende zu weltweiter Berühmtheit. Inzwischen hat die 76-jährige Schriftstellerin, die nach Pinochets Militärputsch 1973 ins Exil ging, 22 Bücher veröffentlicht, die vom internationalen Lesepublikum zumeist positiver als von der Kritik aufgenommen wurden. Protagonistin ihres neuen Romans „Ein unvergänglicher Sommer“, der bei „Frank“ erfolgreich lief, ist die Chilenin Lucía, die nach belastenden Erlebnissen ihre Heimat verließ und nach New York ging. Sie lebt als Untermieterin im Haus des eigenbrötlerischen Professors Richard, mit dem sie im Fachbereich Lateinamerika- und Karibikstudien an der Universität zusammenarbeitet. Nach einem von ihm bei Schneesturm verursachten Unfall braucht Richard dringend ihre Hilfe. Die Fahrerin des beschädigten Autos, ein guatemaltekisches Kindermädchen, hatte den Wagen ihres Arbeitgebers, ohne ihn zu fragen, benutzt und im Kofferraum eine Leiche entdeckt. Für Lucía ist der Fall klar: Da Evelyn sich illegal in den USA aufhält, müssen sie ihr beistehen und Wagen und Leiche verschwinden lassen. Die Reise wird die drei Akteure zutiefst verändern. Eine einfühlsam erzählte Geschichte von starken Frauen, von Flucht, Verlust und Neubeginn. Die BESTSELLER —Buchmarkt: 1. Dietrich Grönemeyer: Weltmedizin: Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilkunst 2. Siegfried Lenz: Der Überläufer 3. Verena Kast: Altern ist immer für eine Überraschung gut. —Frank: 1. Isabel Allende: Ein unvergänglicher Sommer 2. Corinna Bomann: Die Frauen vom Löwenhof 3. Marie Lacrosse: Das Weingut. In stürmischen Zeiten.