Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel 86 Menschen nutzen Angebot des Impfbuses auf dem Aldi-Parkplatz

Spontan und unkompliziert: Der Impfbus machte am Donnerstag Halt vor dem Aldi.
Spontan und unkompliziert: Der Impfbus machte am Donnerstag Halt vor dem Aldi.

Einen Schutz gegen das Coronavirus haben sich am Donnerstag 86 Impfwillige im Dürkheimer Gewerbegebiet abgeholt. Am Nachmittag machte der Impfbus vor dem Aldi-Markt Station. Einigen ging es dabei noch um etwas anderes als den reinen Schutz.

Hingehen, Personalausweis zeigen und die Schutzimpfung erhalten. Das ist das Konzept der Impfbusteams, die auf Supermarktparkplätzen unter der Federführung des Deutschen Roten Kreuzes im Auftrag des Landes quer durch Rheinland-Pfalz unterwegs sind. So soll den Unentschlossenen ein sehr einfaches und unbürokratisches Impfangebot gemacht werden. Doch wie war die Resonanz auf dem Aldi-Parkplatz im Bruch?

„Wir waren heute Vormittag in Frankenthal unterwegs und konnten 99 Personen den Piks geben“, sagt Siggi Nurmuhamed, der das Impfteam leitet. „Hier in Bad Dürkheim läuft die Aktion auch sehr gut, wir sind mit dem großen Andrang sehr zufrieden“. Die sechs mobilen Teams, die seit Anfang August im Land zurzeit ausschließlich für Erstimpfungen unterwegs sind, haben nach seinen Angaben bereits über 10.000 Menschen die Corona-Schutzimpfung verabreichen können. „Das geht bei uns ganz unkompliziert. Die Leute kommen, werden von einer Ärztin beraten und aufgeklärt, bekommen die Spritze, die von einem Apotheker aufgezogen wird, von einer DRK-Mitarbeiterin verabreicht, warten 15 Minuten und können dann wieder gehen“, beschreibt der Teamleiter den unkomplizierten Ablauf. Impflinge, die ihren Impfausweis nicht dabei hätten, bekämen ein Einlegeblatt ausgehändigt.

Gerda Exner aus Bad Dürkheim war bereits an Corona erkrankt und nach eigenen Angaben fünf Wochen außer Gefecht gesetzt. „Das ist ein halbes Jahr her und jetzt kann ich mich gegen das Virus impfen lassen“, berichtet sie erleichtert. Sie wolle sich mit Johnson & Johnson impfen lassen, weil dann ein Piks genügt.

„Die Leute haben die Wahl zwischen Johnson & Johnson oder Biontech“, sagt Nurmuhamed. Beide Impfstoffe würden zu gleichen Anteilen nachgefragt. Jürgen Frohnert ist extra aus dem hessischen Biblis angereist, um sich mit Johnson & Johnson impfen zu lassen. „Eigentlich hätte ich mich nicht impfen lassen, aber der Staat hat mich indirekt dazu gezwungen“, berichtet Frohnert. Er spielt auf Restaurantbesuche im Innenbereich und ähnliches an. Ähnlich sieht es auch Joel Meininger aus Bobenheim am Berg, der seine Mittagspause dazu nutzt, sich impfen zu lassen. „Ich habe in der RHEINPFALZ gelesen, dass hier heute der Bus steht“, sagt der Bobenheimer, der durch die Impfung wieder uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will und das Gefühl hat, seine Grundrechte wieder zurückzubekommen. „Ich nehme Johnson & Johnson, dann habe ich meine Ruh’“.

Dass sich in dem Zeitraum von 14 bis 18 Uhr 86 Personen impfen ließen, widerspricht der von vielen Ärzten beobachteten Impfmüdigkeit. „Wir waren auch heute mit der Nachfrage sehr zufrieden“, berichtet Nurmuhamed, der sich nicht erklären kann, warum die Menschen sich lieber spontan impfen lassen, als zu ihrem Hausarzt zu gehen.

Hausärztin Sibille Jörg würde sich über mehr Impfwillige in ihrer Praxis jedenfalls freuen. „Ich bin zurzeit dabei, meine Patienten zu erreichen und muss sie teilweise hinter dem Ofen vorlocken, um sie in meiner Praxis impfen zu können“, berichtet die Medizinerin, die es nicht verstehen kann, dass sich angesichts steigender Infektionszahlen, immer weniger Menschen impfen lassen. Ihre Kollegen könnten diese Entwicklung bestätigen. Dass sie sogar schon Impfstoff entsorgen musste, schmerzt Jörg dabei besonders.

Gerda Exner
Gerda Exner
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