Bad Dürkheim Über den Kirchturm hinaus: Warum Singen eine wohltuende Beschäftigung ist

Auch die zwei haben gerne schon mal gesungen.
Auch die zwei haben gerne schon mal gesungen.

„Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen.“ Dieses Zitat wird häufig dem berühmten Begründer des Franziskanerordens Franz von Assisi zugeschrieben. Jede und jeder, der oder die regelmäßig singt, kann diesen Eindruck wohl bestätigen. Singen tut gut! Singen ist Balsam für die Seele, es verbindet, es muntert auf und es ist gut für die körperliche und psychische Gesundheit, was sogar zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen.

Beim Singen werden etwa 100 Muskeln beansprucht und der gesamte Körper ist an der Klangerzeugung beteiligt – Kehlkopf, Lunge, Zwerchfell, Stimmlippen, Mund Nase, Rachen, Gesichtsmuskulatur und vieles mehr. Singen stärkt die Immunabwehr, es ist gut für das Herz-Kreislaufsystem, intensiviert die Atmung, wirkt entspannend, kann Ängste lösen und Stress abbauen.

Musik bewegt die Menschen

Bei so vielen Vorteilen kann man sich berechtigterweise folgende Frage stellen: Warum singen wir so selten? In unserer Gesellschaft verliert das Singen, und Musik im Allgemeinen, scheinbar immer mehr an Bedeutung. Es wird, gerade auch an Schulen, immer mehr am kulturellen und musikalischen Sektor gespart. Dabei stellen wir gleichzeitig immer wieder fest: Musik bewegt die Menschen, sie verbindet, sie vereint und erst wenn sie ganz fehlt, merken wir, dass wir sie brauchen.

Dennoch liegt die Hemmschwelle, in der Öffentlichkeit zu singen, heute meist sehr hoch. Aussagen wie „Nein, ich kann nicht singen“ höre ich sehr oft. Wie mit allen Dingen, kann man das Singen aber auch lernen. Genau wie beim Sport muss auch hier die Muskulatur zunächst lernen, was sie tun und wie sie funktionieren soll. Das geht bei vielen Anlässen. Vor allem in der Weihnachtszeit scheint die ganze Welt zu singen. Ob auf Weihnachtsmärkten, in den Gottesdiensten oder auch zu Hause in den Familien. Die Gelegenheiten zum Singen sind zahlreich.

Singen macht Spaß

Ich, als Kantor in der evangelischen Kirche, kann Ihnen nur ans Herz legen: Versuchen Sie es doch einfach mal. Augustinus hat gesagt: „Wer singt, betet doppelt.“ Wenn Sie also an Weihnachten in die Kirche gehen oder zu einem offenen Adventssingen, wie wir es am Samstag in der Schlosskirche in Bad Dürkheim haben. Probieren Sie doch einfach mal aus, doppelt zu beten. Vielleicht macht es Ihnen sogar Spaß!

Und wenn sich dann zum Jahresende wieder die guten Vorsätze fürs neue Jahr formieren, dann überlegen Sie doch gerne, ob Sie sich nicht etwas Gutes tun und mehr singen möchten. Es muss ja nicht immer gleich in einem Chor sein, sondern einfach so – etwa morgens unter der Dusche. Aber auch in Chören kann man häufig einfach vorbeikommen und ausprobieren, ob das etwas für einen ist. Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen: Die meisten Menschen können singen. Und wenn man damit erstmal angefangen hat, will man meist gar nicht mehr aufhören.

Der Autor

Dominik Hambel ist seit August 2025 einer der beiden hauptamtlichen Bezirkskantoren des protestantischen Kirchenbezirks Bad Dürkheim-Grünstadt. Er verantwortet dort die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und Konzerten, sowie die Leitung der Chöre an der Schlosskirche und ist Ansprechpartner in Fragen zur Kirchenmusik.

Dominik Hambel
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