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Freitag, 31. August 2018 Drucken

Wurstmarkt

Wurstmarkt: Riesenrad-Aufbau hat begonnen

Von Dagmar Schindler-Nickel

Gestern um 13 Uhr: Das 15 Tonnen schwere Grundgestell des Riesenrads wird hochgezogen. (Fotos: Franck)

Immer mit Familie auf Tour: Rudolf Barth. (Fotos: Franck)

Die Steuerungszentrale schwebt herein. (Foto: Franck)

Ohne Riesenrad kein Wurstmarkt. Seit 24 Jahren dreht der 50 Meter hohe „Jupiter“ hier seine Runden. Am Donnerstag haben Besitzer Rudolf Barth und seine sechs Mitarbeiter mit dem Aufbau begonnen. 17 Stationen klappert Barth jedes Jahr ab. Auf den Wurstmarkt kommt er mit seiner Familie besonders gerne.

Es ist 13 Uhr, als sich das grüne Grundgestell langsam entfaltet. Der 15 Tonnen schwere Bock wird mit den dicken Seilen eines Krans hochgezogen. Auf die Kommandos seiner Mitarbeiter am Boden hört Chef Rudolf Barth. Während die Schaulustigen gebannt nach oben schauen, sitzt er fast lässig in der Führerkabine. Innerhalb von zehn Minuten steht die Riesenrad-Stütze bereits an Ort und Stelle. Zuvor hatte Barths sechsköpfige Mitarbeitertruppe die Metallteile am Boden noch sorgfältig sauber geschrubbt. Der Zeitplan sieht vor, den zweiten Bock am Nachmittag noch aufzubauen. „Die Speichen machen wir dann morgen, danach wohl übermorgen die Gondeln“, erzählt der 37-jährige Schausteller der Firma Barth & Kipp.

 

Zwei bis drei Tage dauert es, ein Riesenrad aufzubauen. Gerade kommt Barth von einem Schützenfest in Neuss. „Mit zehn Transportern waren wir unterwegs, für die wir auch eine Ausnahmegenehmigung brauchen“, erzählt er. 17 Stationen klappert er jedes Jahr mit dem „Jupiter“ ab. Für die Weihnachtsmärkte hat er jetzt auch 36 geschlossene Gondeln angeschafft. Eine hängt auch wie im vergangenen Jahr wieder auf dem Wurstmarkt. „Falls das Wetter schlecht wird, können wir auch mehr aufhängen“, sagt Barth, aber daran will er lieber keinen Gedanken verschwenden.

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Immer auf der Tour dabei: Seine Frau und die drei Töchter im Alter von 15, 13 und acht Jahren. Die beiden Jüngsten gehen während des Wurstmarktes in Dürkheimer Schulen, die älteste wird per Internet unterrichtet. „Das ständige Umziehen ist zwar nicht so leicht, aber ich finde es besser, wenn die Familie zusammen ist“, sagt Barth. Pause gibt es für die Familie nur wenige Wochen. Ihr Winterquartier ist in Euskirchen, dort gibt es auch eine ausreichend große Lagerhalle für den Giganten „ Jupiter“.

Zum Wurstmarkt reist die Familie gerne so früh wie möglich an. „Wir nutzen die Zeit zum Ausbessern und privat genießen wir hier das gute Essen und die Weinberge“, sagt Barth, für den der Wurstmarkt seit 24 Jahren ein fester Termin ist. „Er lohnt sich finanziell sehr.“ Da nimmt er auch Nebenkosten in Höhe von 50.000 Euro in Kauf. Im vergangenen Jahr war Barth auch mit seinem zweiten Fahrgeschäft, der Achterbahn Feuer & Eis, hier vertreten.

Den „Jupiter“ haben Barths Eltern 1993 in Holland gekauft, erzählt der Schausteller, der in Bonn geboren wurde. „Er ist abbezahlt, aber das hat 15 Jahre gedauert.“ Heute müsste man für ein Riesenrad dieser Größe wohl fünf Millionen Euro investieren, schätzt er. „Das kann man heute nicht mehr so einfach machen.“ Deshalb heißt Barths Devise: „Pflegen, pflegen, pflegen“. Die Instandhaltung ist schon teuer genug: Wenn etwas am Autokran kaputt ist, kann die Reparatur gleich mit 20.000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem müsse immer wieder Geld in die Dekoration gesteckt werden. „Wir müssen schließlich attraktiv bleiben.“

Doch Barth ist keiner, der jammert. Ihm kommt höchstens über die Lippen, dass es nicht mehr so einfach ist, gute Mitarbeiter zu finden. Barth weiß, dass er Glück hat, mit dem „Jupiter“ ein zeitloses Fahrgeschäft zu besitzen, das allen kurzlebigen Trends trotzen kann. Auch sei für ihn nie ein anderer Beruf in Frage gekommen: „Da wird man hineingeboren.“

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum Wurstmarkt.

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