Bad Dürkheim Weisenheim am Berg: Neuer Barriquekeller bei Holz-Weisbrodt

Indra Weisbrodt und die beiden Kellermeister Christian Helbig (links) und Luca Heil wollen im neuen Barriquekeller ein besondere
Indra Weisbrodt und die beiden Kellermeister Christian Helbig (links) und Luca Heil wollen im neuen Barriquekeller ein besonderes Augenmerk auf Weißweine richten.

Mehr Platz für Weine im Holzfass: Das Weisenheimer Weingut Holz-Weisbrodt hat eine sechsstellige Summe in einen neuen Barriquekeller investiert. Er bietet Raum für 700 Fässer und soll auch für Veranstaltungen genutzt werden. Bei der Gestaltung haben sich die Weisbrodts von Weinkellern in Chile und Argentinien inspirieren lassen.

Der Sprung ist schon gewaltig: Im alten Barriquekeller im Haupthaus des Weisenheimer Betriebs hatten gerade einmal 30 Fässer Platz. „Aber auch dort sind schon spannende Weine entstanden“, betont Indra Weisbrodt, die die Vinothek leitet und sich um das Marketing des Weinguts kümmert. Der neue Keller hinter dem Artrium aber hat eine ganz andere Dimension: Fässer, so weit das Auge reicht, feinsäuberlich aufgebaut, zwischendrin arbeiten gerade die beiden Kellermeister. Wobei Keller es eigentlich nicht so ganz trifft, denn das neue Reich der Weisbrodtschen Holzfässer befindet sich nicht unter der Erde. Für optimale klimatische Bedingungen sorgt hier die Technik: Bei konstanten 15 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit reifen künftig die Weine.

Im Barrique-Forum Pfalz vertreten

Mit dem Keller, in dem nicht nur die eher kleinen 225-Liter-Barriquefässer, sondern auch größere Gebinde liegen, bieten sich Winzer Sebastian Weisbrodt und seinem Team neue Möglichkeiten, mehr Weine als bislang auch im Premium-Segment zu etablieren. 800.000 bis 900.000 Liter Wein und Schaumwein füllt der Betrieb pro Jahr ab. Die Trauben dafür wachsen auf 90 Hektar, ein Drittel der Fläche gehört Holz-Weisbrodt selbst, der Rest wird von Vertragswinzern nach Vorgaben der Weisbrodts bewirtschaftet. Das Weisenheimer Weingut ist seit einigen Jahren im Barrique-Forum Pfalz vertreten, im Keller wird durchaus experimentierfreudig und innovativ gearbeitet – beispielsweise mit Spontangärung. Der Spitzenriesling „Leopold“, der in Teilen aus dem Holzfass kommt, etwa genügt durchaus gehobenen Ansprüchen. Dennoch bedienen die Weisbrodts auch den Massenmarkt, beispielsweise mit ihrem Secco. „Das Augenmerk in unserem neuen Barriquekeller wird nicht nur auf Rot-, sondern auch auf Weißweinen liegen“, kündigt Indra Weisbrodt an. Derzeit reift außer Riesling beispielsweise Chardonnay in den Holzfässern. „Auch Goldmuskateller oder Sauvignon Blanc kann ich mir gut im Holz vorstellen“, ergänzt die Leiterin der Vinothek. Nicht nur die „Profis“, auch die Auszubildenden wollen die neuen Möglichkeiten für ihren eigenen Wein, das „Kellerkind“, nutzen. Drei junge Leute absolvieren in der Regel ihre Ausbildung beim Familienbetrieb, viele bleiben dem Weingut auch danach erhalten.

Arbeiten und feiern

Doch in dem neuen Keller soll nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert werden. Geplant sind zwar keine „wilden Partys“, wie Indra Weisbrodt augenzwinkernd betont, aber kleinere Feiern, Empfänge oder Ausstellungen. Dazu kann die Beleuchtung von Arbeits- auf Veranstaltungsmodus umgestellt werden. Die Leuchten sind gegen Spritzwasser geschützt, zudem verfügt der Keller über eine Akustikdecke. Die Stützpfeiler sind in edles Metall gekleidet. Gestaltet wurde der Raum von der Mannheimer Innenarchitektin Yasmin von Schnaabel, die auch schon für das Weingut am Nil in Kallstadt gearbeitet hat. Inspiration haben sich die Weisbrodts bei einer Südamerika-Reise unter anderem in Chile und Argentinien bei dortigen Weingütern geholt.

Eigene Küferei geplant

Kaum mit dem einen Projekt fertig, arbeiten die Weisbrodts auch schon am nächsten – einer eigenen Küferei, die nicht nur Schauzwecken dienen, sondern dem Weingut die nötigen Holzfässer zur Verfügung stellen soll. Platz dafür gibt es in dem neuen Barriquekeller ja jetzt reichlich.

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