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Samstag, 12. Januar 2019 Drucken

Bad Dürkheim: Kultur Regional

„Schwabenkinder“: Grausame Praktiken im 19. Jahrhundert

«Weisenheim am Berg.»Mit einem grausamen Phänomen aus dem 19. Jahrhundert beschäftigt sich Elmar Bereuter bei seinem Vortrag „Schwabenkinder – verkauft auf Schwabens Kindermärkten“. Der Autor und Rezitator ist am Sonntag, 20. Januar, 18 Uhr, in der Ehemaligen Synagoge Weisenheim am Berg zu Gast.

Ende des 19. Jahrhunderts: Bitterarm sind die Menschen im Bregenzerwald. Die unverschuldet in Not geratene Bauernfamilie Meser beschließt, ihren neunjährigen Sohn Kaspanaze auf den Kindermarkt nach Ravensburg zu schicken, wo er von einem grausamen Bauern ersteigert wird. Doch schon bald erträgt er dieses Leben nicht mehr und läuft davon. Eine abenteuerliche Flucht beginnt.

Jahrhunderte lang zogen viele „Schwabenkinder“ wie Kaspanaze aus Bereuters Roman jedes Frühjahr über die schneebedeckten Alpen nach Oberschwaben, um dem Hunger zu entkommen. Der im Bregenzerwald geborene und in Oberschwaben lebende österreichische Schriftsteller Elmar Bereuter zählt zu den profundesten Kennern der Geschichte der „Schwabenkinder“. Sein Bestseller-Roman „Die Schwabenkinder“ gab den Anstoß zum preisgekrönten gleichnamigen Spielfilm mit Tobias Moretti.

Bereuter setzt sich weiterhin mit der Thematik auseinander und war in einem mehrere Jahre dauernden und grenzübergreifenden Projekt damit beschäftigt, die alten und ursprünglichen Wege dieser Kinder aus den Herkunftsorten zu den Kindermärkten und in einen Teil der Verdinggebiete möglichst auf den Original-Routen wieder nachvollziehbar zu machen. Im Laufe seiner Recherchen stieß er auf eine Vielzahl nicht nur erschütternder, sondern durchaus auch heiterer Begebenheiten.

Bereuter liest und erzählt am Sonntag, 20. Januar, in der Ehemaligen Synagoge von Weisenheim am Berg über dieses Kapitel einer über Jahrhunderte andauernden Geschichte, die erst in den 1930er-Jahren ein Ende fand. Begleitet wird der Vortrag von einer Bild-Projektion. Der Eintritt beträgt 10 , für Mitglieder 8 Euro. Eine Reservierung ist unter Telefon 06353 936-957 oder 06353 8453 sowie unter vorverkauf@ehemalige-synagoge-weisenheim.de möglich. |rhp

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