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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Bad Dürkheim Land

Prügel und Lügen: Trennung vor Gericht

Bad Dürkheim: Prozess über ein Beziehungsende

Von Annegret Ries

Elf Straftaten enthält die Anklage in einem Prozess gegen einen 40-Jährigen aus dem Rhein-Pfalz-Kreis. Seit gestern steht der Mann vor Gericht. Räuberische Erpressung, Körperverletzung, Besitz von Betäubungsmitteln, Verstoß gegen das Waffengesetz und mehr wirft Staatsanwalt Daniel Mayr dem 40-Jährigen vor. Die Straftaten stehen überwiegend in Zusammenhang mit dem Ende einer Beziehung. Drei Jahre war der Mann mit einer 22-jährigen Dürkheimerin liiert.

Das Beziehungsende beschreiben die Ex-Partner unterschiedlich: Im Oktober 2017 habe sie Schluss gemacht, danach habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Exfreund gewollt, sagt die Frau. Er dagegen sagt: An Silvester 2017 sei Schluss gewesen, vorher und auch danach sei man auf Drängen der Frau immer wieder zusammengekommen

Unterschiedlich schildern die beiden auch die Vorfälle, die den 40-Jährigen auf die Anklagebank brachten: Am 8. Oktober 2017 soll der Mann die Frau in Lambsheim auf der Straße auf den Boden gestoßen, geschlagen, gewürgt und gegen eine Straßenlampe gestoßen haben, so steht es in der Anklage. „Die Rotznase“, so der Angeklagte über seine Exfreundin, habe eine Bekannte von ihm beleidigt. Er habe sie deshalb am Arm genommen und weggezogen. „Es kann sein, dass ich sie gegen eine Laterne gedrückt und festgehalten habe“, so der 40-Jährige auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Uwe Gau. Gewürgt habe er die Frau nicht. Die sagt wiederum, dass der 40-Jährige ihr an einer Tankstelle den Rucksack abgenommen habe und weggefahren sei. Sie sei zu der Wohnung gefahren, um sich den Rucksack zu holen. Der Angeklagte sei bei dieser Gelegenheit gewalttätig geworden. Auf mehrfaches Nachfragen von Gau sagt die Frau, dass es zwei Vorfälle gegeben habe. Einmal sei es um den Rucksack gegangen. Bei einer anderen Auseinandersetzung habe der 40-Jährige sie geschlagen.

Ein Hauptgrund aller Auseinandersetzungen sei ein Auto gewesen, so der Angeklagte mehrfach. Das Auto gehöre ihm, doch die Frau habe es immer wieder benutzen wollen. Die 22-Jährige sagt dagegen, der Mann habe sie immer wieder gezwungen ihn mit dem Auto „herumzukutschieren“. Auch hier gab es einen handfesten Streit der Ex-Partner, der gestern vor Gericht verhandelt wurde.

Einen weiteren Vorfall gab es laut Anklage im Februar 2018 vor der Schule in Ludwigshafen, in der die Frau Schülerin war. Der 40-Jährige soll die Frau am Hals gepackt und zu Boden gestoßen haben. Er habe die Frau „am Rucksack heruntergerissen“, weil er wütend gewesen sei, da sie überall Lügen über ihn verbreitet habe, etwa dass er impotent sei. „Er hat mich geschubst und ich bin hingefallen“, so die 22-Jährige. Außerdem habe der Angeklagte erfolglos versucht sie zu schlagen und zu treten.

Der 40-Jährige gibt zu, dass er in Bad Dürkheim ein Auto, das der Mutter der 22-Jährigen gehört, mit Kratzern beschädigt, am Auto ihres Vaters die Heckscheibe eingeschlagen und die Eingangstür zur Wohnung der Familie beschädigt hat. Gestanden hat er außerdem, dass er ohne Führerschein Auto gefahren ist und Drogen besessen hat. Der Prozess wird am 22. Januar, 9.30 Uhr, in Frankenthal fortgesetzt.

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