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Montag, 05. November 2018 Drucken

Bad Dürkheim

Frauen räumen ab

Bad Dürkheim: „Laufen ist meine Leidenschaft“, sagt die Dürkheimerin Sonja Deiß. Sie hat am Samstagabend den Titel der Sportlerin des Jahres errungen. Bei der zweiten Move Night und der RHEINPFALZ-Sportlerwahl liefen die Frauen den männlichen Sportlern den Rang ab: Ganz oben aufs Treppchen schafften es nur Damen.

Von Jens Lepthien

Da war sogar Daniel Horr, der Sänger der Beattailors, verdutzt: Spontan fanden sich Tänzer zu einer gemeinsamen Choreografie zusammen. Horr forderte die Gäste auf, den „Freestyle“ zu wiederholen, damit er sich die Schritte genau anschauen kann.

Da war sogar Daniel Horr, der Sänger der Beattailors, verdutzt: Spontan fanden sich Tänzer zu einer gemeinsamen Choreografie zusammen. Horr forderte die Gäste auf, den „Freestyle“ zu wiederholen, damit er sich die Schritte genau anschauen kann. ( Fotos (7): Franck)

Leichtathletin Sonja Deiß ist Dürkheims Sportlerin des Jahres. Die Läuferin behauptete sich bei Lesern und Jury vor Basketballer Philip Karst und Fechter Jens Stephan. Mannschaft des Jahres wurde mit den A-Juniorinnen des DHC erstmals in der Geschichte der Sportlerwahl ein weibliches Nachwuchsteam. Hockeyspielerin Lisa Mayerhöfer kann sich mit dem Titel Talent des Jahres schmücken.

Kurz nach Verkündung der Preisträger waren die Sieger schon auf dem Tanzparkett anzutreffen, wo sie ihrer Freude zu den Rhythmen der Beattailors freien Lauf ließen. Als sich Sonja Deiß zu einem Gespräch mit der RHEINPFALZ traf, war ihr der Stolz über den Titel deutlich anzumerken: „Ich bin total happy und hätte nicht gedacht, heute zu gewinnen.“ Die Läuferin, die auch beim Triathlon und Sommerbiathlon eine gute Figur macht, nennt als Ziele, einen Marathon unter 3:30 Stunden und die zehn Kilometer unter 40 Minuten zu laufen. „Laufen ist halt meine Leidenschaft, und ich liebe den Berglaufpokal und freue mich auf die zwei ausstehenden Rennen am Potzberg und zur Kalmit“, erzählte die 40-Jährige, die ein Sportstudium vorweisen kann. Dabei hatte sie wegen einer hartnäckigen Fersenverletzung den ärztlichen Rat bekommen, mit dem Laufen aufzuhören. „Ich habe es dann ohne Operation mithilfe eines guten Therapeuten hinbekommen“, blickte sie zurück. Für die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften der Senioren in Torun (Polen) Ende März gebe ihr der Titel der Sportlerin des Jahres eine gehörige Portion Selbstvertrauen, sagte die Athletin vom Dürkheimer Laufclub und entschwand zu einer zweiten Runde auf die Tanzfläche.

Philip Karst, Basketballer bei der SG TV Dürkheim/BI Speyer, im Getümmel der Move Night auszumachen, war nicht schwer, denn der 1,96-Meter-Hüne ist kaum zu übersehen. „Ich bin total zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte der 23-jährige Lehramtsstudent, der zurzeit in Landau wohnt. Er sei eher eine regionale Größe – im wahrsten Sinne des Wortes – und könne nicht die internationalen Erfolge anderer Kandidaten vorweisen.

Sportlich möchte sich der sympathische Schlacks trotz Studiums in der ersten Mannschaft der SG, die in der Regionalliga spielt, etablieren und das Team mit seinen Fast Breaks mit enormem Zug zum Korb, die der Trainer als „Karst Breaks“ bezeichnet, und mit seiner Sicherheit bei Drei-Punkte-Würfen unterstützen. „Die Magnumflasche Sekt, die es bei der Ehrung dazu gab, habe ich schon mit meinen Kumpels geleert, sie bekommt aber zu Hause einen Ehrenplatz“, fügte Karst hinzu.

Der Drittplatzierte, Jens Stephan (40), Degenfechter beim Dürkheimer HC, zeigte sich mit seinem Abschneiden zufrieden. Dem Fachmann für Computerlinguistik, der das Fechten in Heidelberg erlernt hat und nach einem USA-Aufenthalt erst seit einigen Monaten wieder voll aktiv ist, gefiel das Konzept der Move Night, bei der es ungezwungen und locker zugehe. „Das Fechten macht mir wieder richtig Spaß, und ich würde mich gern wieder für die Turniere der Aktiven qualifizieren, sofern es der Job zulässt“, blickte er in die Zukunft.

Wenn es um die anderen beiden Preise der RHEINPFALZ-Sportlerwahl geht, steht eindeutig Hockeyspielerin Lisa Mayerhöfer im Mittelpunkt: Die 16-Jährige ist Mitglied der DHC A-Juniorinnen, die 2018 Süddeutsche Vizemeisterinnen und bei den Deutschen Meisterschaften Siebte wurden und den Titel Mannschaft des Jahres mit großem Abstand vor den Radlern des Duos Team Pfälzer Land und der ersten Herrenmannschaft des Dürkheimer TC Schwarz-Weiß erreichten. Zudem wurde Mayerhöfer von der Jury zum Talent des Jahres gewählt.

„Wir sind sehr überrascht, da noch nie eine weibliche Jugendmannschaft hier den Titel geholt hat“, sagte Laura Pfaff (19), Mannschaftsführerin der Hockey-Asse. Sie sei stolz auf die Mannschaft. „Wir kennen uns jetzt alle schon seit Jahren, und das ist heute die Kirsche auf der Sahne.“ In dieser Form werde das Team nicht fortbestehen, da viele Spielerinnen nun Studium oder Ausbildung starten.

„Ich bin sehr glücklich und freue mich voll über diese Auszeichnung“, sagte Lisa Mayerhöfer. Die Schülerin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, die 2021 ihr Abitur machen will, zieht es aus sportlichen Gründen nach Mannheim, wo sie sich dem MHC anschließen wird. „Dort sehe ich bessere sportliche Möglichkeiten, auch wenn ich sehr hart dafür arbeiten muss.“ Die Sportlerin war gerade von einem Lehrgang der U18-Nationalmannschaft in Köln zurückgekehrt. Ruderer Jan Erik Korgitzsch, ebenfalls als Talent des Jahres nominiert, ist beim RC Mannheim aktiv. So könnte sich für die beiden Dürkheimer Sportler künftig eine Fahrgemeinschaft zum Training anbieten.

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