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Montag, 17. September 2018 Drucken

Bad Dürkheim

Feuerwerk beendet Wurstmarkt

Bad Dürkheim: Pyrotechniker Helmut Reuter zündet das Wurstmarkt-Abschlussfeuerwerk

von Simone Schmidt

Feuerwerker bei der Vorbereitung für den großen Auftritt: Pyrotechniker Helmut Reuter (rechts) zusammen mit seiner Tochter Stephanie und Schwiegersohn Jürgen Jäger.

Feuerwerker bei der Vorbereitung für den großen Auftritt: Pyrotechniker Helmut Reuter (rechts) zusammen mit seiner Tochter Stephanie und Schwiegersohn Jürgen Jäger. ( Foto: Steffes-Ollig/Frei)

Wenn Chrysanthemen Blätter fehlen, Sterne nicht lange halten oder Farben nicht leuchten – dann ist der Pyrotechniker nicht zufrieden mit seinem Feuerwerk und dessen Elementen. Wenn Helmut Reuter, Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig, am Montag um 21 Uhr beim Feuerwerk vom Michelsberg „keine Löcher am Himmel“ produziert, ist er zufrieden und der 602. Dürkheimer Wurstmarkt am Ende.

Wer es schon über 40 Jahre professionell am Himmel leuchten und knallen lässt, produziert vermutlich so leicht keine Löcher am Himmel. Der 61-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Müllenbach in der Nähe von Cochem kommt am Montag mit „vier bis fünf Mann“ einmal mehr nach Dürkheim – bereits zum 13. Mal, sagt er, fürs Feuerwerk. Oft bestritt seine Firma beide Feuerwerke, diesmal sollten, so sagte es Bürgermeister Christoph Glogger, „zwei Anbieter für mehr Konkurrenz sorgen“. Der Konkurrent war für den Abschluss des Vormarkts zuständig.

Eineinhalb Tonnen Feuerwerkskörper

 

Zum Ende des Riesenweinfestes will es der Pyrotechniker Reuter noch einmal „so richtig rumsen lassen“, der Himmel soll „voll“ sein und die Effekte „nicht nur so dahindröppeln“. Eineinhalb Tonnen Feuerwerkskörper wird er dafür auf einer zweistündigen Fahrt in einem „Ex2“, einem Lastwagen mit schwer entflammbarer Innenverkleidung, in die Kurstadt bringen und bereits gegen 10, 11 Uhr auf dem Michelsberg aufbauen: Schwarzpulver und Perchlorate (für die Farben) verteilt auf Multischussbatterien, Bombenrohre, Kugel- und Zylinderbomben. Was so martialisch klingt, soll für ein Leuchten am Himmel und in den Gesichtern der Zuschauer sorgen. Und bei ihm am Schaltpult. Gezündet wird alles elektrisch und elektronisch gesteuert. Die Batterien liefern, erst einmal gezündet, bis zu 1000 Schuss nacheinander, erklärt der Fachmann. Zylinderbomben können mehrfach „zuschlagen“: Bis zu acht Effekte werden in verschiedenen Etagen gezündet.

Himmel leuchtet 17 Minuten 

 

Bei der Choreografie verlässt sich Feuerwerker Reuter auf seine jahrelange Erfahrung. Klar ist: Es gilt, einen Spannungsbogen aufzubauen und am Ende muss die Frequenz hoch – es wird lauter und schneller. Die Firma Steffes-Ollig mit ihren heute rund 40 Mitarbeitern blickt auf eine 140-jährige Tradition zurück. Sie kauft Sprengkörper fast ausschließlich in China ein. Dort, so Reuter, seien die Preise wegen geringerer Löhne günstiger. Nur die Mehrschlagbomben kommen aus Italien. Feuerwerkskörper werden laut Reuter per Hand gefertigt. Gelagert wird alles in einem Bunker.

 

Etwa 17 Minuten haben Reuter und sein Team heute Zeit, für einen leuchtenden Himmel mit Smilyes, aber ohne Löcher zu sorgen. Zusammen mit dem Feuerwerk am Ende des Vormarkts hat die Stadt dann für etwas mehr als eine halbe Stunde rund 18.000 Euro ausgegeben – 2000 Euro mehr als 2017. 

 

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