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Dienstag, 11. September 2018 Drucken

Bad Dürkheim

„Ei wann net jetzt, ei wann dann dann?“ (mit Videos)

Von Timo Benss

Das „Maschinengewehr der Wortakrobatik“: Hans-Peter Schwöbel in seinem Element.

Das „Maschinengewehr der Wortakrobatik“: Hans-Peter Schwöbel in seinem Element. ( Foto: Franck)

Literarischer Frühschoppen beim Dürkheimer Wurstmarkt lockt etwa 7000 Besucher an – Reinhard Brenzinger letztes Mal Moderator

Gestern Morgen hat sich wieder die frühaufstehende Wurstmarktgemeinde zwischen den Schubkarchständen 20 und 24 versammelt, um den Literarischen Frühschoppen zu begehen.

 

Zum letzten Mal stand Reinhard Brenzinger beim Literarischen Frühschoppen als Moderator auf der Bühne. Er moderierte die größte pfälzische Mundartveranstaltung der Welt zusammen mit seiner Nachfolgerin Janina Huber, der ehemaligen Deutschen Weinkönigin. Und: Er stand wieder selbst auf der Bühne. Das wird er auch in den nächsten Jahren noch weiterhin tun. „Ich spüre schon ein bisschen Wehmut“, sagt er im RHEINPFALZ-Gespräch mit feuchten Augen. Seit 1995 steht er auf der Bühne, auf der Paul Tremmel, Eugen Damm, und Kurt Dehn ihre großen Erfolge gefeiert haben.

 

 

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Trend zum Stimmungslied

Zusammen mit Ernst Hochstätter am Akkordeon machte er mit dem Gassenhauer „Auf ihr Brieder in die Palz“ den Auftakt der Veranstaltung. Das bestätigt auch den Trend, wohin der Literarische Frühschoppen allmählich geht: Stimmungslieder werden vom Publikum lautstark mitgesungen, bei längeren Texten wird es schon schwieriger. Diese wurden ohnehin in die „Pfälzer Poesie“ am Nachmarktmontag verschoben. Aber: Bei diesem Literarischen Frühschoppen hatte man das Gefühl, das Publikum hört wieder etwas mehr zu. Zumindest in den ersten Reihen – eine Absperrung, die den Fußgängerverkehr um die Bühne herum verhindert, trägt einiges dazu bei. So konnte etwa der Seebacher Hans Jürgen Schweizer seine kurzweiligen, pointierten Gedichte vortragen, die allesamt mit den Versen enden, die fast jeder Wurstmarktbesucher mitsprechen kann: „Woruf mer ähner trinke kann. Ei wann net jetzt, ei wann dann dann?“

Gleich zwei Pfälzer Nationalhymnen

Als „Maschinengewehr der Wortakrobatik“ bezeichnete Janina Huber den Kabarettisten Hans-Peter Schwöbel. Mit „Hocke, gugge, schwetze, schlucke“ beschrieb er „de ganze Worschtmarkt“.

Bernd und Alexander Wehrum ließen Kurt Dehn wiederauferstehen, indem sie seine Lieder sangen. Spätestens bei „So en gude Palzwoi“ standen die meisten Besucher auf und lagen sich schunkelnd in den Armen.

Christian „Chako“ Habekost beschrieb den Pfälzer in mehreren kurzen Akten. „Können Sie mir erklären, wie der Fälzer so tickt“, zitierte er einen Hamburger. Die Antwort: „Wann du die ganze Zeit es P wegloschd, schlaat er dir ännie noi.“

Die Anonyme Giddarischde beschlossen die morgendliche Traditionsveranstaltung als Höhepunkt des Ganzen. Auf deren „Pfalzlied“ folgte noch das „Pfälzerlied“ von Eduard Jost. Gleich zwei Nationalhymnen hintereinander.

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