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Donnerstag, 29. August 2019 Drucken

Bad Dürkheim

Bad Dürkheim: Harald Glööckler eröffnet Café Pompöös [mit Video]

Von Alexander Sperk

Harald Glööckler (Mitte) mit Bernd und Jochen Frey (rechts). Foto: Franck

Harald Glööckler (Mitte) mit Bernd und Jochen Frey (rechts). Foto: Franck

Eher klassisch ist der Innenraum des Cafés Pompöös gestaltet. Foto: Franck

Eher klassisch ist der Innenraum des Cafés Pompöös gestaltet. Foto: Franck

Ein Hauch von Glamour lag am Mittwochabend über dem Dürkheimer Kurpark: Der exzentrische Stardesigner Harald Glööckler schaute zur Vorab-Eröffnung des Cafés Pompöös vorbei - und verriet, was ihm in Dürkheim noch fehlt.

Es war kurz nach 19 Uhr, als Harald Glööckler zu dezenten Piano-Klängen über den eigens ausgerollten roten Teppich über die Terrasse in Richtung Café Pompöös schritt. Routiniert im Umgang mit Fotografen und Kamerateams posierte er, ehe der Designer das symbolische Band am Eingang des ehemaligen Cafés Traubenkur durchschnitt. Gekleidet war Glööckler, der seit 2015 in Kirchheim lebt, eher klassisch mit einem Touch Extravaganz – ein Motto, das auch für das Café Pompöös an sich gilt. 

Idee beim Spaziergang

Fast ein wenig zurückhaltend wirkten zu diesem Zeitpunkt angesichts des großen Medieninteresses noch die beiden Pächter des Cafés, die Brüder Bernd und Jochen Frey. Im Laufe des Abends wich aber auch bei ihnen die Anspannung. „Wir wollten ein klassisches, dezentes Café – ein Café für jedermann, in dem alles bezahlbar ist. Bei der Gestaltung hat uns Herr Glööckler eine lange Leine gelassen. Wir haben die Entwürfe immer wieder mit ihm abgestimmt und wie ich finde einen guten Mittelweg gefunden“, sagte Bernd Frey. Die Idee, das Café Traubenkur zu übernehmen, hatte sein Bruder Jochen, der verwandtschaftlich mit Glööckler verbunden ist, als er mit seiner Familie im Dürkheimer Kurpark unterwegs war.

Zufrieden mit dem Ergebnis wirkte Dürkheims Bürgermeister Christoph Glogger (SPD): „Das ist ein echt schönes Café geworden – und gar nicht kitschig, wie manche es vielleicht erwartet hatten.“ Für die beiden Glööckler-Fans Vanessa und Clarissa Silex aus Worms-Neuhausen war das gar keine Frage: „Es ist wirklich pompöös und macht seinem Namen alle Ehre“, sagte Clarissa (17) und ihre Zwillingsschwester Vanessa ergänzte: „Man fühlt sich direkt wie im Urlaub, ein bisschen wie in Italien.“ Auch Counter-Tenor Nils Wanderer, ein Freund Glööcklers, der normalerweise in London lebt, fand, „dass das Café zum Harald passt“. Wanderer sorgte mit seinem Gesang für einen klassischen Rahmen des Abends.

Verträgt Dürkheim mehr Glamour?

Im Inneren haben Pächter und Designer viel mit Altweiß und anderen dezenten Farben gearbeitet, das Café Pompöös wirkt großzügiger und wesentlich heller als die Traubenkur. Einen stilvollen Eindruck vermitteln beispielsweise Kristall-Kronleuchter oder ein antik anmutender Spiegel, ohne dass der Innenraum überladen wirkt. Dazu gibt es ein Glööckler-Portrait an der Wand und im Eingangsbereich eine Figur des Designers. „Damit können sich Besucher fotografieren lassen, wenn ich nicht da bin“, bemerkte Glööckler.

Für Bad Dürkheim fand er lobende Worte, äußerte aber auch noch einen Wunsch: „Ich finde Bad Dürkheim eine wunderschöne Stadt, aber im Vergleich zu Deidesheim haben die Dürkheimer ein bisschen zu wenig aus sich gemacht.“ Dann seien die Herren Frey mit der Idee gekommen, ein pompöses Cafe aufzumachen. „Da dachte ich, vielleicht verträgt Bad Dürkheim auch ein bisschen pompösen Glamour. Man könnte hier noch viel mehr machen, die Stadt ist ja auch dabei. Hier würde auch ein schönes Fünf-Sterne-Hotel herpassen. “ Und was kann der Designer von der Karte besonders empfehlen? „Alles. Aber besonders die Torten. Wenn man in ein Café geht, ohne Torte zu essen, ist es, wie ins Kino zu gehen ohne einen Film anzuschauen.“ Auch diese Empfehlung passte in den klassischen Rahmen eines Abends mit pompöösem Anstrich.

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