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Samstag, 09. November 2019 Drucken

Südwest

Worms: Wer hat die Lokhalle niedergebrannt?

Von Michael Konrad

In der Nacht hatte die Feuerwehr einen Schaumteppich in das Gebäude gepumpt, um den Brand zu ersticken.

In der Nacht hatte die Feuerwehr einen Schaumteppich in das Gebäude gepumpt, um den Brand zu ersticken. (Foto: Balzarin)

Die Halle am Tag nach dem Brand aus der Luft.

Die Halle am Tag nach dem Brand aus der Luft. (Foto: Stadt Worms)

Lichterloh stand die Lokhalle in der Nacht zum Samstag in Flammen, bevor das Dach einstürzte.

Lichterloh stand die Lokhalle in der Nacht zum Samstag in Flammen, bevor das Dach einstürzte. (Foto: STadt Worms)

Die Lokhalle vor dem Brand.

Die Lokhalle vor dem Brand. (Foto: Balzarin)

Nur die Außenmauern stehen noch.

Nur die Außenmauern stehen noch. (Foto: Balzarin)

Am Wormser Hauptbahnhof wurde wohl durch Brandstiftung ein Gebäude mit historischen Schienenfahrzeugen zerstört. In der Nacht zum Samstag war dort zum dritten Mal in vier Wochen ein Feuer ausgebrochen. Diesmal kam jede Rettung zu spät.

Die historische Lokhalle beim Wormser Hauptbahnhof ist in der Nacht zum Samstag bei einem Großfeuer komplett zerstört worden. „Totalschaden, kann man sagen“, so äußerte sich eine Sprecherin der Stadt gegenüber der RHEINPFALZ am SONNTAG. Zum dritten Mal binnen vier Wochen war in der Nacht zum Samstag Feuer in der Halle ausgebrochen. Im Oktober war zunächst ein Feuer in einem der alten Waggons entdeckt worden, nur wenige Tage später eines in einem Lastwagen. Bei beiden Bränden war die Feuerwehr rechtzeitig alarmiert worden, sodass die alte Lokhalle jeweils hatte gerettet werden können.

Schaden an den Fahrzeugen: 500.000 Euro

Die Brandursache sei während der Löscharbeiten nicht auszumachen gewesen, hieß es am Samstag. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Brandstiftung handelt. Bereits nach dem zweiten Feuer habe die Polizei den Verdacht geäußert, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte, berichtete die Stadtsprecherin dieser Zeitung. „Offenbar hat jemand ein Interesse daran, die Halle niederzubrennen. Die Stadt ist sehr betroffen, da es sich um ein historisches Gebäude handelt“, sagte die Sprecherin gegenüber dpa.

100 Jahre altes Gebäude

In dem rund 100 Jahre alten Gebäude standen nach Angaben der Stadt Worms zwei historische Lokomotiven, drei Waggons und drei Lastwagen. Allein der Schaden an den Fahrzeugen wurde gestern auf 500.000 Euro geschätzt. Außerdem wurde die Lokhalle komplett zerstört – bis auf die Außenwände. Der Feueralarm war laut Polizei gegen 23 Uhr am Freitag eingegangen. Das Bild, das sich den Einsatzkräften vor Ort bot, habe die beiden vorangegangenen Brände weit in den Schatten gestellt, teilte die Stadtverwaltung mit. Bereits mehr als die Hälfte des historischen Gebäudes habe beim Eintreffen der Einsatzkräfte in Flammen gestanden, noch während der Aufbauarbeiten seien Teile des Dachs eingestürzt. Die Feuerwehr habe das Ausbreiten des Feuers auf das gesamte Gebäude nicht mehr verhindern können: „Um 23.40 Uhr stürzte das Dach endgültig ein.“

Feuer weithin zu sehen

Fast im gesamten Stadtgebiet sei das Feuer zu sehen gewesen, dicker, schwarzer Qualm und etliche Meter hohe Flammen drangen aus dem Gebäude. Per Katwarn und Facebook informierte die Feuerwehr die Bevölkerung und bat darum, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Polizei meldete außerdem, dass sich Zuschauer am Brandort versammelt hatten und des Platzes verwiesen werden mussten. Die Polizei sprach von „unvernünftigen Schaulustigen“.

Entgegen erster Informationen befindet sich der Lokschuppen nach wie vor im Besitz der Deutschen Bahn, wurde jedoch bereits vor Jahren an einen Verein verpachtet. Wegen des Brands und der Löscharbeiten blieben zeitweilig Gleise gesperrt und Regionalbahnen konnten nicht fahren.

|mk

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