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Donnerstag, 15. September 2016 Drucken

Südwest

Wo wächst das Allergie-Kraut?

Der Pollichia-Pflanzenexperte Johannes Mazomeit bittet um Hinweise auf mögliche Ambrosia-Vorkommen

Tief eingeschnittene („fiederschnittige“) Blätter, traubenförmige Blütenstände und ein Stängel mit abstehenden Härchen: Das sind typische Merkmale für eine Beifußblättrige Ambrosie. Aber Vorsicht: Das Kraut sieht mehreren harmlosen Pflanzen recht ähnlich. ( Foto: MAZOMEIT)

Hier wächst die Beifußblättrige Ambrosie unscheinbar an einem Straßenrand südwestlich von Kaiserslautern. ( Foto: MAZOMEIT)

NEUSTADT. Breitet sich die Beifuß-blättrige Ambrosie weiter aus? Schon wenige Pollen dieses ursprünglich aus Nordamerika stammenden Krautes können beim Menschen schwere Allergien auslösen. Seit Jahren sammelt die Pollichia deshalb Hinweise auf Vorkommen.

 

Die Pflanze kann beim Vogelhäuschen im Garten, an den Rändern von Straßen, auf Brachen in Siedlungsgebieten, auf sandigen Äckern und sogar auf Wildäsungsflächen mitten im Pfälzerwald auftauchen, weiß Johannes Mazomeit, der die Ambrosia-Koordinierungsstelle der Naturschutz-Organisation Pollichia in Neustadt betreut. In der Vergangenheit wurde Ambrosia hierzulande häufig als unerkannte Beimischung in Vogelfutter verbreitet. In der Pfalz bekannt sind seit Jahren beständige Vorkommen entlang der Bundesstraße 9 zwischen Ludwigshafen und Germersheim oder auch entlang der Autobahn 6.

Auf sandigen Böden besitzt die Ambrosia nach den Beobachtungen von Johannes Mazomeit ihr größtes Potenzial. Oft reiche schon ein Fußtritt auf einem mageren Standort aus, um dort die Grasnarbe zu verletzen und damit den schlummernden Samen des Krautes zum Leben zu erwecken. Andererseits besitze das Korbblütler-Gewächs einen vergleichsweise schweren Samen, der sich mit Hilfe des Windes nicht so ohne Weiteres über mehrere Hundert Meter fortbewegen könne. Trotzdem, so der Pollichia-Experte, müsse man das Kraut im Auge behalten. Werden nämlich die Bestände zu früh gemäht, sei es gut möglich, dass die Pflanzen sich erholen und doch noch zum Blühen kommen oder noch im Boden ruhende Samen plötzlich zu keimen beginnen.

Laien fällt es freilich oft schwer, die Beifußblättrige Ambrosia von harmlosen, ähnlich aussehenden Gewächsen zu unterscheiden. Zumal ihre Wuchshöhe nach Mazomeits Worten je nach den Standortbedingungen durchaus erheblich schwanken kann. Besonders charakteristisch seien einerseits die tief fiederschnittigen Blätter und andererseits die traubenförmigen Blütenstände. Außerdem sei der Stängel meist deutlich abstehend behaart.

Vorsicht sollte den blühenden Pflanzen gelten, weil dann auch der Pollenflug zu erwarten ist. Damit sei hierzulande noch mindestens bis Ende September/Anfang Oktober zu rechnen, erläutert der Pollichia-Pflanzenexperte. Weitere Informationen zur Ambrosia, insbesondere auch zu ihren „Doppelgängern“, bei denen eine Verwechslungsgefahr besteht, finden sich im Internet unter der Adresse www.arteninfo.net. Von dieser Startseite geht es über „Gefäßpflanzen“ weiter mit „Artenporträts“ und dort unter B zur Beifußblättrigen Ambrosie.

Um die weitere Ausbreitung der Pflanze im Blick zu haben und um frühzeitig eingreifen zu können, bittet Koordinator Mazomeit um Hinweise: „Mitmachen kann jeder.“ Das Ambrosia-Erfassungsprojekt werde auch vom Mainzer Umweltministerium gefördert.

Info

Der Hinweis auf einen Ambrosia-Verdacht sollte möglichst mit einem Foto der Pflanze sowie mit Angaben zur Anzahl der gesichteten Exemplare verbunden werden. Meldungen können entweder über die Internetseite www.artenfinder.rlp.de oder auch an kontakt@ambrosia.arteninfo.net per Mail gerichtet werden.

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