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Dienstag, 11. April 2017 Drucken

Südwest

Von Bürstenbinder bis Zottelvieh

Von Christoph Hämmelmann, Martina Röbel, Jürgen Müller, Petra Depper-Koch und Nils Nager

(Illustration: DPP)

Unsere Ausflugstipps für die Feiertage: Altes Handwerk, eine Wallfahrtsstätte, die Römer, haarige Viecher und eine Radtour auf Schillers Spuren.

Ramberg: Welt der Bürstenbinder

Wie viel harte Arbeit die Herstellung von Bürsten und Besen per Hand einst bedeutete und welcher Aufwand noch heute dahintersteckt, davon vermittelt das Bürstenbindermuseum in Ramberg ein eindrucksvolles Bild. Doppelt interessant ist es für Alt und Jung, weil’s hier nicht nur eine Menge anzuschauen, sondern auch was zu befühlen und beschnuppern gibt.

Das Bürstenbindermuseum ist sonntags geöffnet von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können Sonderführungen vereinbaren unter Telefon 06345/1634 oder 2954. (Foto: häm)

Laumersheim: Hinauf zum verschwundenen Dorf

Auf dem Palmberg im Leiningerland lag einst ein Ort namens Berghaselbach. Das Dorf verschwand in den Reformations- und Bauernkriegswirren. An das Dorf erinnert heute noch die achteckige Heilig-Geist-Kapelle, die dort steht, wo früher die Dorfkirche war. Und so erreicht man sie: 300 Meter nach dem Kreisel zwischen Gerolsheim, Laumersheim und Großkarlbach geht links von der Landstraße nach Weisenheim am Sand ein Hohlweg ab. Fußgänger kommen so in wenigen Minuten zur Kapelle. Leichter als Ausgangspunkt zu finden ist die Winzergenossenschaft Palmberg. Wer hier losläuft, darf etwa anderthalb Kilometer weit durchs Rebenmeer schlendern, muss dabei aber nach der Kapelle spähen und so die Grobrichtung halten. Für zusätzliche Abstecher in der näheren Umgebung gibt es gut erschlossene Wanderstrecken: lange, wie den Panorama-, den Burgen-, den Kloster- und den Eckbach-Mühlen-Weg. Und kurze, wie den Drei-Kilometer-Rundweg, der vom Wanderparkplatz „Krummbachtal“ bei Bobenheim am Berg aus zu den „Blitzröhren“ führt. Geologische Prozesse haben hier eine bizarr verformte, in Orange- und Rottönen schillernden Felswand geschaffen. Gleich über ihr, ganz oben auf dem Leininger Sporn, thront die Burg Battenberg, von deren Schildmauer aus es sich weit in die Rheinebene blicken lässt. Eine etwas bescheidenere, aber immer noch beeindruckende Aussicht bietet auch das Kirchlein auf dem Palmberg.

Bliesbruck-Rheinheim: Wie bei den Römern

Der europäische Kulturpark in Bliesbruck-Rheinheim (Saarpfalz-Kreis) ist ein riesiges Gelände, das sich besopnders eignet für Familien mit Kindern. Bei schönem Wetter laden die Wiesen dort zum Picknicken ein. Dort befindet sich auch eine römische Villa, deren Reste Archäologen ausgegraben haben. Momentan gibt es dort eine spannende Ausstellung, die eigens für Kinder gemacht ist. Es gibt Mitmach-Aktionen wie die Römerstraße zum Selberbauen oder das römische Mosaik zum Selberlegen.

Der Zugang zum europäischen Kulturpark ist kostenfrei. Der Eintritt in die Kinderausstellung kostet 1,50 Euro.

Völkersweiler: Eine Wanderung über Galloway-Weiden

Galloway-Rinder leben das ganze Jahr draußen auf der Weide. Wenn es stürmt oder schneit, kümmert sie das nicht weiter - so dicht und warm ist ihr Fell. Andrea Burkard, Betriebsleiterin des bei Völkersweiler (Verbandsgemeinde Annweiler) gelegenen Josefshofs, schaut natürlich trotzdem regelmäßig nach ihren über 130 Galloways. Ansonsten bleiben die Tiere meistens unter sich. Andrea Burkard beschreibt das Wesen ihrer Galloways deshalb als „halb wild“. Die Züchterin führt Gäste auf die Weide und wartet dann erst mal die Reaktion der Herde ab - die Tiere entscheiden selbst, ob sie auf die Menschen zugehen.

Treffpunkt zum Besuch bei den Galloways ist am Samstag, 15. April, um 16.30 Uhr am Josefshof. Der ökologisch geführte Grünlandbetrieb liegt wenige Kilometer südlich von Annweiler (B 48, dann auf L 494 abbiegen) kurz vor Völkersweiler.

Mannheim/Ludwigshafen: Mit dem Rad auf Schillers Spuren

Die "Schillerroute", eine etwas mehr als zehn Kilometer lange Strecke mit 17 Stationen, passiert mit dem Dichter verbundene Stätten in Mannheim und Ludwigshafen. Beschildert ist sie mit dem charakteristischen Profilbild des Dichters. Los geht’s am Schillerhaus im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim. Wer das Museum besichtigen möchte, muss vorher anrufen. Schiller gab sich im Herbst 1782 als Doktor Schmidt aus und verbrachte sechs Wochen in Oggersheim. Er versteckte sich vor seinem erbosten Landesherrn, der ihm Schreibverbot erteilt hatte, weil der junge Dichter zur Premiere seiner "Räuber" in Mannheim ohne die Erlaubnis seiner Durchlaucht angereist war. Die Schillerroute führt dann hinüber nach Mannheim und zieht eine Art Schleife um die Innenstadt. Unbedingt einplanen sollte man das Museum Schillerhaus mit seiner multimedial aufbereiteten Zeitreise.

Schillerhaus Oggersheim, Info unter Tel. 0621/ 5042572, geöffnet samstags und sonntags, 11 bis 18 Uhr. Radstrecke unter www.ludwigshafen.de

Fotos: häm (2), rö, Röller, Moschel (2), Kunz

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