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Mittwoch, 01. März 2017 Drucken

Südwest

„Terrorkind“ wieder da

13-jähriger Ludwigshafener wird von Polizei überwacht – Zukunft unklar

Von M. Schmid, K. Dauscher

und C. Hämmelmann

Weiträumig abgesperrt: das Rathaus-Center nach dem Fund der Nagelbombe. ( Foto: KUNZ)

Ludwigshafen. Obwohl er erst zwölf Jahre alt war, soll ein Deutsch-Iraker Ende 2016 in Ludwigshafen einen islamistisch motivierten Nagelbomben-Anschlag geplant haben. Im vergangenen Dezember kam der Jugendliche deshalb in eine geschlossene Einrichtung, nun ist er wieder bei seinen Eltern – und auf der Straße vor der Wohnung der Familie wachen Zivilfahnder.

Mit verschränkten Armen und gelangweiltem Gesichtsausdruck sitzen die zwei Männer am Dienstagabend in dem Geländewagen, den sie auf einen eigentlich für Motorräder reservierten Parkplatz in der Ludwigshafener Innenstadt gestellt haben. Zivilfahnder der Polizei überwachen die Straße, weil das Ludwigshafener „Terrorkind“ am Montagabend zu seiner Familie zurückgekehrt ist. Sie lebt in einem der Wohnblocks.

Der mittlerweile 13 Jahre alte Deutsch-Iraker soll die Nagelbombe gebaut und abgelegt haben, die von der Polizei am 5. Dezember am Rathaus-Center sichergestellt wurde. Und schon am 26. November soll er mit diesem Sprengsatz über den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt gegangen sein. Nach RHEINPFALZ-Informationen gehen Ermittler davon aus, dass er auch über ein Selbstmord-Attentat nachdachte. Deshalb wurde er zunächst in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht.

Doch seine Eltern haben beschlossen, ihren Sohn wieder zu sich zu holen. Sie sollen deshalb ihre Einwilligung für die weitere Unterbringung des Jungen zurückgezogen haben. Weil der 13-Jährige noch nicht strafmündig ist und sie weiterhin über ihn bestimmen können, kann dagegen derzeit niemand etwas tun. Ein Kenner des Falls sagt: „Niemand hat sich Gedanken gemacht, wie es weitergeht, wenn die Eltern nicht mehr mitmachen.“ Dabei halten die Sicherheitsbehörden den Jugendlichen nach wie vor für gefährlich.

Was nun mit ihm passiert, blieb gestern offen. Die rheinland-pfälzische Integrations- und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) verwies am Dienstagabend darauf, dass sich zu diesem Fall nur der Generalbundesanwalt äußern dürfe.

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