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Dienstag, 15. Januar 2019 Drucken

Südwest

Spiegel will Zeichen gegen Sexismus setzen

Frauenministerin kündigt „Lautstark“-Kampagne an

«MAINZ.» Unter dem Titel „Lautstark - gemeinsam gegen Sexismus“ will Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) eine Kampagne gegen Sexismus starten. „Sexismus ist in unserer Gesellschaft in einem erschreckenden Ausmaß allgegenwärtig“, sagte sie gestern in Mainz.

Die Erscheinungsformen reichten von der sexuellen Belästigung bis zu „vorurteilsbehafteten Einstellungen“ im Arbeitsleben. Noch immer gebe es ein Machtgefälle zwischen Männern und Frauen, das liege unter anderem an gesellschaftlichen Strukturen. „Auch durch scheinbar neutrale Gesetze wird dies unterstützt“, sagte Spiegel. Auf Nachfrage nannte sie Regelungen zum Ehegattensplitting oder zu Minijobs, die insbesondere Frauen davon abhielten, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

Den Kampf gegen Sexismus wolle sie zum Schwerpunkt der Bundesgleichstellungsminister-Konferenz machen, deren Vorsitzende sie seit Jahresbeginn für ein Jahr sei. Die Fachministerinnen und -minister der 16 Länder sowie Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) treffen sich im Frühjahr in Deidesheim. Diese Plattform zu nutzen, sei die erste Säule ihrer Kampagne, sagte Spiegel. Die zweite Säule seien die Botschafterinnen und Botschafter, die sie bisher gewonnen habe. Prominenteste ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Mit dabei sind auch DGB-Landeschef Dietmar Muscheid, die Landessendedirektorin des SWR, Simone Schelberg, und Ex-Fußballweltmeisterin Fatmire Alushi. Die dritte Säule betreffe den Bereich Arbeit und werde in einigen Monaten vorgestellt. Die Kosten für die Kampagne bezifferte Spiegel auf 20.000 bis 40.000 Euro.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 2017 landesweit 342 Männer und sieben Frauen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt, 2016 waren es 355 Verurteilte. Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner forderte von Spiegel, den Fokus zu erweitern um das Frauenbild, das aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland mitgebracht werde. KOMMENTAR

|kad

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