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Montag, 17. September 2018 Drucken

Südwest

Pfälzer Weinkönigin Inga Storck: „Die Krone hat Signalwirkung“

Muss die Krone der Pfälzischen Weinkönigin bald weiterreichen: Inga Storck aus Einselthum im Zellertal. Am nächsten Samstag tritt die 24-Jährige, die Weinbau und Oenologie studiert hat und nun als Winzerin arbeitet, zur Vorrunde bei der Wahl der 80. Deutschen Weinkönigin an.

Muss die Krone der Pfälzischen Weinkönigin bald weiterreichen: Inga Storck aus Einselthum im Zellertal. Am nächsten Samstag tritt die 24-Jährige, die Weinbau und Oenologie studiert hat und nun als Winzerin arbeitet, zur Vorrunde bei der Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin an. ( Foto: Linzmeier-Mehn)

Bald heißt es für Inga Storck aus Einselthum Abschied nehmen von der Krone der Pfälzischen Weinkönigin: Am 5. Oktober wird am Abend im Neustadter Saalbau die neue Winzermajestät gekürt. Martina Röbel sprach mit Inga Storck über ihr Amtsjahr und ihre Kandidatur bei der Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin – wobei am kommenden Samstag die Vorentscheidung ansteht.

Sie haben als Winzerin jetzt mitten in der Weinlese alle Hände voll zu tun, schreiben gerade an Ihrer Bachelor-Arbeit, absolvieren letzte Termine als 79. Pfälzer Weinmajestät und bereiten sich zugleich auf die Wahl der Deutschen Weinkönigin vor. Wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?

Prinzipiell versuche ich, alles nacheinander abzuarbeiten. Mir ist es wichtig, mich immer auf das, was ich tue, voll konzentrieren zu können und alles gründlich zu machen. Jetzt stehen erst mal die Weinlese und die Vorbereitungen auf die Wahl der Deutschen Weinkönigin im Vordergrund. Das Schreiben an meiner Bachelor-Arbeit lasse ich derzeit ruhen. Termine als Pfälzer Weinkönigin folgen jetzt nicht mehr so dicht aufeinander – ich denke, dafür haben nun meine Prinzessinnen den ein oder anderen Termin mehr.

 

Bleibt denn überhaupt noch Muse, die letzte Amtsphase als Gebietsweinhoheit zu genießen?

Ich habe das Glück, in einem Betrieb – dem Dürkheimer Weingut Darting – zu arbeiten, wo man sehr tolerant ist, was mein Amt angeht, mich darin ganz toll unterstützt und mir den Rücken frei hält. Und ich habe nach wie vor große Freude an diesem Amt, kann gar nicht glauben, wie ruckzuck die Zeit rumgegangen ist. Gerade jetzt, wo die Krone quasi richtig sitzt, man genau weiß, wie man sich wofür vorbereiten muss und sein eigenes Konzept als Königin entwickelt hat, ist das Jahr leider schon fast vorbei. Ein bisschen Wehmut, das Amt bald abgeben zu müssen, hab’ ich schon.

 

Ihren letzten Auslandstermin als Pfälzische Weinkönigin hatten Sie Anfang dieses Monats in Belgien. Zu welchem Anlass waren Sie dort?

Zum Sommerfest der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Brüssel, das ausgerichtet wurde unter dem Motto „Pfälzer Abend“. Da habe ich viele Politiker, die ich das Jahr über schon bei offiziellen Anlässen traf, wiedergesehen. Es war ganz cool, mit einigen in so einer entspannten, lockeren Atmosphäre auch mal ein Gespräch über Themen führen zu können, wozu sich sonst keine solche Gelegenheit bietet, mit den Politikern zu sprechen.

 

Von all den vielen Terminen und Auftritten als Weinkönigin werden Ihnen sicher viele unvergesslich bleiben. Was fanden Sie denn ganz besonders beeindruckend oder aufregend?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Die Termine waren so dermaßen unterschiedlich. Es war zum Beispiel total interessant, beim Sportlerball in Wiesbaden Sportler, die man nur vom Fernsehen kannte, live zu sehen, als „ganz normale“ Menschen. Viel Spaß gemacht hat mir auch, dass ich an so viele verschiedene Orte gehen durfte, die ich vorher mitunter gar nicht kannte. Ich war erstaunt, wie traumhaft schön mancher davon ist. Überhaupt gab es manchen Aha-Effekt – auch, weil die Menschen oft so nett sind. Es ist auch sehr interessant, zum Beispiel auf einem Weinfest außerhalb unserer Region mit Leuten ins Gespräch zu kommen und etwas über deren Standpunkt zu Wein zu erfahren, andere Sichtweisen dazu kennenzulernen. Man muss sich in die Leute reindenken, die Hintergründe für ihre Entscheidungen etwa beim Kauf von Wein erfahren – dann sieht man, wo man mit Erläuterungen dazu und mit der Weinwerbung ansetzen muss.

 

Wie viel kann Ihrem Eindruck nach eine Weinhoheit dazu beitragen, den Pfälzer Wein Verbrauchern in anderen Regionen und Ländern schmackhaft zu machen?

Ich glaube, dass sie nach wie vor sehr wichtig für die Weinwerbung ist. Dabei hat der persönliche Kontakt besondere Bedeutung: Wenn jemand sich mit einer Weinhoheit unterhalten kann über Wein, eine persönliche Empfehlung dazu von ihr bekommt, kann das viel mehr Wirkung haben, als wenn er irgendwo nur was über Wein liest. Er vertraut dem auch mehr. Es geht einem ja selbst ähnlich, wenn man irgendwo im Urlaub ist und ein Einheimischer empfiehlt einem ein gutes Restaurant. Und die Krone einer Weinhoheit hat Signalwirkung, mit der die Trägerin den Leuten sagen kann: Hallo, hier ist jemand zum ansprechen in Sachen Wein.

 

Ihre große Schwester Karen war 2010/2011 Pfälzische Weinkönigin. Sie hat Ihnen vielleicht manchen Ratschlag und Tipp für Ihr Amt geben können und kann diesbezüglich bei vielem mitfühlen...

Auf alle Fälle. Besonders vor und nach der Wahl fühlte sie sehr mit, hat sich mit mir gefreut und mir Ratschläge gegeben. Vor allem um einen speziellen Tipp, der mir viel gebracht hat, bin ich Karen sehr dankbar: Bleib wie du bist, bleib dir treu. Und lass dich nicht kirre machen. Man darf nicht versuchen, irgendwen oder irgendetwas von anderen nachzumachen. Man hat da selbst keinen Spaß dran und die Leute merken auch, dass man das nicht selbst ist. Sich treu zu bleiben, empfehle ich übrigens auch den Bewerberinnen um meine eigene Nachfolge.

 

Stichwort Bewerberinnen: Wie stehen Sie zu den anderen elf Kandidatinnen bei der Wahl der neuen Deutschen Weinkönigin, die sie ja unter anderem durch das Vorbereitungsseminar in Neustadt schon kennen?

Ich hab’ das Gefühl, dass wir zwölf uns sehr gut verstehen. Es geht unter uns sehr freundschaftlich zu, wir geben uns gegenseitig Tipps.

 

Und mit welchen Gefühlen treten Sie Sie zu dem Wettstreit um den höchsten deutschen Weinhoheiten-Titel an, bei dem nächsten Samstag im Neustadter Saalbau zunächst die sechs Finalistinnen ausgewählt werden?

Ich freue mich auf jeden Fall, dorthin zu gehen. Jetzt werde ich allmählich doch aufgeregt. Es ist ja schon eine große Sache. Vor so einem großen Publikum im Saalbau und so vielen Fernsehzuschauern zu stehen, ist doch noch mal eine Stufe höher, als bei der Wahl der Pfälzischen Weinkönigin war. Trotzdem versuche ich, es locker anzugehen. Wenn man sich zu stark versteift in eine Sache und so verbissen ist, hat man ja selbst keinen Spaß dabei. Und ist auch dem Publikum nicht so sympathisch. Natürlich möchte ich aber mein Bestes geben und würde mich riesig freuen, wenn ich ins Finale käme. Aber das können nun mal nur sechs erreichen. Für mich ist daher erst mal das Wichtigste, mit mir selbst zufrieden sein zu können, wenn ich von der Bühne gehe. Ich denke, ich hab’ bei dem Vorentscheid nichts zu verlieren. Egal, wie es ausgeht: Ich werde auf jeden Fall an Erfahrungen reicher sein. Und ich freue mich, dass ich so viel Unterstützung erfahre – nicht nur durch meine Familie und Freunde, auch durch viele andere Leute aus meiner Heimat und aus der ganzen Pfalz.

 

 

INFO

— Die Wahl und Krönung der 80. Pfälzischen Weinkönigin im Neustadter Saalbau ist am Freitag, 5. Oktober, 19.30 Uhr.

— Der Vorentscheid bei der Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin beginnt am Samstag, 22. September, um 15.30 Uhr am selben Ort, das Finale am Freitag, 28. September, um 19.30 Uhr.

— Kartenbestellungen sind noch möglich bei der Tourist-Information Neustadt, Telefon 06321/926856.

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