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Südwest

Ludwigshafener Bombenbastler: Vorladung in Wien möglich

Von Christoph Hämmelmann

Von den deutschen Behörden abgeschirmt: der Ludwigshafener Bombenbastler-Junge auf einem inzwischen aus dem Netz gelöschten Drohvideo. (Foto: Hämmelmann)

Der junge Bombenbastler aus Ludwigshafen wird vor deutschen Behörden abgeschirmt. Die österreichische Justiz dürfte diese Strategie durchkreuzen.

Die rheinland-pfälzischen Behörden müssen sich darauf einstellen, dass die österreichische Justiz den Bombenbastler-Jungen aus Ludwigshafen als Zeugen vorladen will. Denn in Wien wird – voraussichtlich im Frühjahr – dem 18-jährigen IS-Anhänger Lorenz K. der Prozess gemacht. Schwerster Vorwurf gegen ihn: Er soll den damals zwölfjährigen Deutsch-Iraker zu seinem Anschlagsversuch auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt angestiftet haben.

Anwalt bestreitet Einfluss

Doch der Anwalt des Wieners bestreitet, dass sein Mandant so viel Einfluss auf den Jungen hatte. Also werden österreichische Richter klären müssen, wie das Verhältnis zwischen dem Kind und dem Jugendlichen war. Anhaltspunkte dafür liefern ihnen unter anderem die elektronischen Nachrichten, die sich beide geschickt haben. Außerdem scheinen Wiener Ermittler Aussagen zu kennen, die der Deutsch-Iraker bei der Polizei gemacht hat.

 


Im Video spricht Christoph Hämmelmann, Redakteur im Südwest-Ressort der RHEINPFALZ, Klartext.

 

Gerichtssprecher: Verhandelt wird wohl öffentlich

Doch die österreichische Justiz wird versuchen, den dann 14-jährigen Jungen im Prozess auch selbst zu befragen. Ein Gerichtssprecher geht davon aus, dass öffentlich verhandelt wird, obwohl es sich um ein Jugendverfahren handelt. Also ist damit zu rechnen, dass auch der Deutsch-Iraker vor Zuschauern aussagen soll. Dabei haben sich die Behörden in Deutschland bislang immer bemüht, den Jungen abzuschirmen und ihn so vor der Öffentlichkeit zu schützen.

Jugendamt und Ministerium schweigen

Für Sicherheitsfragen im Fall des noch immer als gefährlich geltenden Deutsch-Irakers ist vor allem das rheinland-pfälzische Innenministerium zuständig, verantwortlich für seine Betreuung ist das Jugendamt der Ludwigshafener Stadtverwaltung. Beide Institutionen hat die RHEINPFALZ am Mittwochnachmittag gefragt, wie sie reagieren wollen, wenn der Junge nach Wien vorgeladen wird. Bis Donnerstagabend lagen aber noch keine Antworten vor. Denkbar wäre, dass sie auf eine Video-Vernehmung drängen.

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