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Südwest

Kommentar: Was zählt

Von Karin Dauscher

(Foto: van)

Der Fall des getöteten Mädchens aus Kandel löst Trauer und Entsetzen aus. Weil er Unsicherheiten schafft, sind Offenheit und Besonnenheit wichtig.

Der Schmerz muss unermesslich für die Eltern sein, deren 15-jährige Tochter auf so brutale Weise aus dem Leben gerissen wurde. Unmittelbar vor Silvester, wo sich die Menschen ein gutes neues Jahr wünschen, haben sie ihr Kind verloren. Sie waren in Sorge, sonst hätten sie keine Anzeige gegen den späteren mutmaßlichen Täter erstattet, der es offenbar nicht respektierte, dass das Mädchen mit ihm Schluss gemacht hat. Aber ein Totschlag? So weit ging die Vorstellungskraft wohl kaum. Dazu in einer dm-Filiale. Dank der Beauty-Blogs im Internet wohnen dort die Mädchenträume von Schönheit und Entspannung, keine Albträume.

Aufrichtige Anteilnahme

Was in diesen Tagen zählt, ist die aufrichtige Anteilnahme für die Angehörigen und Freunde der Schülerin, die aus den Ferien nicht mehr zurückkehrt. Die Mahnwache in Kandel war ein richtiges Zeichen. Was ebenso zählt, ist eine gute Ermittlungsarbeit der Staatsanwälte und ein Gerichtsurteil, das zum Rechtsfrieden beiträgt.

Antworten zählen

Zählen wird zudem eine Politik, die transparent der Frage nachgeht, ob es Versäumnisse gab im Umgang mit dem jugendlichen Flüchtling aus Afghanistan, ob dieses Tötungsdelikt hätte verhindert werden können. Gestern fanden Politiker außer Worten der Anteilnahme wenig, was zählt. Dass die Landesregierung die Ereignisse „im Fokus“ hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass AfD-Chef Uwe Junge das Land für unsicher hält und deshalb einen Bericht der Regierung im Landtag fordert, ist die inhaltsleere Suche nach Aufmerksamkeit. Ohne Schaum vorm Mund und ohne Angst vor Missinterpretationen muss gefragt werden, ob aus dem Fall der getöteten 15-Jährigen Lehren zu ziehen sind. Die Antworten darauf zählen.

 

Info

Hier geht es zum Überblick der Berichterstattung über den Fall.

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