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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Südwest

„Kein Hochwasser durch Schneeschmelze“

Experten in Schweiz und Österreich: Einen direkten Zusammenhang gibt es nicht

Bagger räumen die Schneemassen von einer Straße im österreichischen Niedertauern.

Bagger räumen die Schneemassen von einer Straße im österreichischen Niedertauern. ( Foto: dpa)

«Wien/Bern/Speyer.» Auch wenn es im Januar in Teilen der Alpen überdurchschnittlich viel geschneit hat, halten Experten eine Diskussion über mögliche Hochwasser für verfrüht. Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer hatte zuletzt bei Tauwetter vor günstigen Bedingungen für die Entwicklung der Stechmücken gewarnt.

Nach Auskunft der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien besteht jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen viel Schnee im Winter und Hochwasser im Frühjahr. „Wenn die Schneeschmelze normal verläuft, dann steigen die Flüsse im normalen Rahmen, und es ist kein Hochwasser mit Überschwemmungen zu erwarten“, erklärte der Leiter der ZAMG-Klimaforschung, Marc Olefs. Nur beim Zusammenfallen von Schneeschmelze und landesweitem Starkregen bestehe die Gefahr auf Hochwasser. „Dazu muss man aber auch sagen, dass wir jetzt noch gar nicht wissen, ob der gesamte Winter überdurchschnittlich viel Schnee bringt“, so Olefs.

Ähnlich äußerte sich eine Hydrologin des Schweizer Bundesamtes für Umwelt in Bern. Viel Schnee in den Bergen bedeute nicht automatisch großes Frühlingshochwasser, erklärte Edith Oosenbrug: „Gerade 2018, als große Schneemengen in den Schweizer Alpen lagen, zeigt, dass der Schnee mit einem warmen und trockenen Frühling schmelzen und abfließen kann, ohne dass es zu einem Hochwasser kommt. Und dass sogar ein sehr trockener Sommer folgen kann.“ Aktuell sei jedenfalls kein Hochwasser zu befürchten. „Und ob im Frühling ein Risiko besteht, hängt von der Wetterentwicklung der kommenden Wochen ab.“

Für ein größeres Ereignis am Rhein müssten mehrere Faktoren zusammenkommen: So müssten etwa zu Beginn der Schneeschmelze die Böden tiefer liegender Regionen gesättigt und die Gewässer gefüllt sein. Zu einem starken Anstieg der Nullgradgrenze in den Bergen müsse außerdem noch Regen bis in hohe Lagen kommen.

Im Falle Österreichs kommt hinzu, dass nur das westliche Bundesland Vorarlberg in den Rhein entwässert. Schmelzwasser aus den meisten anderen Landesteilen fließt über die Donau ins Schwarze Meer.

Wie berichtet, hatte der wissenschaftliche Direktor der Kabs, Norbert Becker, erklärt, die Schneemassen in den Alpen könnten zu Hochwasser am Rhein führen, was dann die Schnakenplage begünstige. |ede

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