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Dienstag, 04. Oktober 2016 Drucken

Südwest

Hinweise überraschen selbst den Ambrosia-Kenner

Interview: Experte Mazomeit zieht Bilanz des Leser-Echos

RHEINPFALZ-Leser machten auf diese „Riesen-Ambrosien“ in Frankenthal aufmerksam. ( Foto: Mazomeit/Frei )

Ambrosien können auch in Weinbergen auftauchen, wie dieses Beispiel zeigt. ( Foto: Mazomeit/Frei )

Der Pollichia-Pflanzenexperte Johannes Mazomeit hat vor fast drei Wochen die RHEINPFALZ-Leser gebeten, ihm Hinweise auf Vorkommen der Beifußblättrigen Ambrosie zu übermitteln. Die Pollen dieses ursprünglich aus Nordamerika stammenden Krautes können beim Menschen schwere Allergien auslösen. Wir haben Mazomeit nach dem Leser-Echo gefragt.

 

Wie lief es, stößt das Thema Ambrosia auf Interesse?

Auf jeden Fall. Zwei bis drei Dutzend RHEINPFALZ-Leser haben sich per E-Mail gemeldet. Vor allem betraf es Beobachtungen im eigenen Garten. Meist ging es um die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um Ambrosia handelte und wenn ja, wie man die Pflanzen am besten entsorgt.

Und wie lautet da Ihre Empfehlung?

Bitte nicht kompostieren, weil die Ambrosien damit erst recht weiterverbreitet werden können. Am besten wirft man herausgerissene Pflanzen in den Restmüll.

Gab es unter den Beobachtungen der Leser auch für einen Fachmann wie Sie noch Neues zu entdecken?

Zwei Meldungen stachen heraus. Bei der einen Beobachtung handelte es sich um einen wahrlich „riesigen“ Bestand der Ambrosia in Frankenthal auf einem Baugrundstück. Die größten Exemplare erreichten dort eine Höhe von ungefähr zwei Metern. So große Exemplare haben wir bislang kaum gesehen. Vorkommen aus dem Stadtgebiet Frankenthal waren uns bislang ebenfalls nicht bekannt.

Und was war an der zweiten Meldung für Sie so interessant ?

Bisher kannten wir noch keine Ambrosia-Bestände in Weinbergen. Durch einen Leser-Hinweis wurden wir auf jeweils eine Brache im Bereich der Weinberge bei Herxheim am Berg und Dackenheim aufmerksam. Der erstere war im Zusammenhang mit einem Flurbereinigungsverfahren nicht mehr bewirtschaftet worden.

Offensichtlich sind Ambrosien für so manche Überraschung gut.

Das kann man so sagen. Erst in dieser Woche gab es einen Ortstermin mit Forstmitarbeitern der Stadt Speyer. Dort habe ich die Förster auf einen Bestand bei Speyer aufmerksam gemacht. Die Pflanzen waren laut einem Mitarbeiter erst vor acht Wochen gemäht worden. Trotzdem haben sie sich schon wieder erholt. Für einjährige Pflanzen, die im gleichen Jahr keimen, wachsen, blühen und neuen Samen ausbilden, um dann abzusterben, ist das ungewöhnlich. Normalerweise schaffen es einjährige Pflanzen nicht, sich nach dem Abschneiden noch mal zu regenerieren.

Sind Sie weiter an Leser-Hinweisen zum Thema Ambrosia interessiert?

Die warme Witterung lässt erwarten, dass der Pollenflug noch weit bis in den Oktober hinein anhält. Wer also meint, Ambrosien entdeckt zu haben, kann ein Foto verbunden mit einer Standort-Angabe nach wie vor mailen an: kontakt@ambrosia.arteninfo.net.

|Interview: Jürgen Müller

Pfalz-Ticker