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Mittwoch, 29. November 2017 Drucken

Südwest

Hier können Sie in der Pfalz Ihren Christbaum selbst fällen!

Von Petra Depper-Koch

Im Pfälzerwald bekommt man eine zwei Meter hohe Fichte für 20 Euro, eine zwei Meter große Nordmanntanne kostet 30 Euro. (Foto: dpa)

Viele wollen ihren Weihnachtsbaum nicht einfach nur kaufen, sondern selbst Hand anlegen. Hier steht, wo das in der Pfalz möglich ist.

Die Weihnachtsbaumaktionen im Pfälzerwald gehören zu den Lieblingsterminen der Pfälzer Förster. „Bis so ein Baum gefällt werden kann, haben wir viele Arbeitsstunden hinter uns“, sagt Revierleiter Thomas Kaber (Wolfseck). „Wenn es in der Adventszeit soweit ist, finde ich es jedesmal wieder schön: die Atmosphäre im Wald, das Lagerfeuer, der Kontakt mit den Leuten. Das ist Öffentlichkeitsarbeit, die Spaß macht.“

 

 

Baum fällt!

Revierleiter Thomas Kaber (Wolfseck) will am 3. Adventssonntag dafür sorgen, dass alle Besucher, die an diesem Tag ins idyllische Modenbachtal (Kreis Südliche Weinstraße) kommen, einen passenden Baum fürs Wohnzimmer finden. Die Weihnachtsbaumkultur an der Buschmühle gehört zu jenen, die bequem angefahren werden können, ohne abenteuerliche Etappen über holprige Waldwege in Kauf nehmen zu müssen. Wie Kaber erzählt, wurde die Kultur im Forstrevier Wolfseck bei Edesheim einige Jahre geschont, um den Bäumen Zeit zum Wachsen zu geben.

Förster hofft auf Schnee

Jetzt sind die Tannen und Fichten groß genug, um sich in Christbäume zu verwandeln. Der Förster hofft auf Schnee, um vorweihnachtliche Stimmung in die Schonung zu zaubern. „Vor ein paar Jahren war das herrlich“, schwärmt er. „Die gefrorenen Bäume waren zwar schwer einzunetzen, und wir hatten am Ende taube Finger und eiskalte Füße.“ Dafür habe der Glühwein im weißen Winterwald so richtig gut geschmeckt.“ Im Modenbachtal dominieren in diesem Jahr neben Fichten die Korktannen. Nordmanntannen habe er aber ebenfalls nachgepflanzt, weil das auch in der Pfalz die beliebtesten Weihnachtsbäume seien, sagt Kaber. „Der dichte Wuchs, das tiefe Grün, der Tannenduft – man kann es nachvollziehen.“ Die Korktanne mit ihrem leicht zitronigen Duft sei aber auch nicht zu verachten. Schlank, mit kegelförmigem Wuchs und bläulichen Nadeln gelte sie noch als Exot unter den Christbäumen.

 

Familienausflug in den Pfälzerwald

Die Fahrt in den Pfälzerwald mit Arbeitshandschuhen, Axt und Säge hat sich für viele zum Familienausflug entwickelt. Aus Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg reisen die Leute an, manche Gruppen treffen sich jedes Jahr, um gemeinsam Bäume auszuwählen und zu fällen. „Die Einheimischen aus den umliegenden Ortschaften kommen sowieso“, so Kaber. Es habe sich herumgesprochen, dass es frischer und ökologischer nicht gehe. Die 13.000 Quadratmeter große Kultur werde nicht gedüngt und nicht mit Pestiziden gespritzt. Für alle anderen Christbaumkulturen im Pfälzerwald gelte das natürlich auch. Es müsse allerdings regelmäßig zwischen den Bäumen gemäht werden, was zeitaufwendig sei. „Unsere Nadelbäume bekommen keinen Dünger, daher wachsen sie auch langsamer als jene in der Eifel und im Hunsrück“, sagt der Revierleiter. „Was wir an ihnen verdienen, reicht aber, um die Unkosten zu decken.“

Sonderaktion vor dem ersten Advent

In der Nähe von Eußerthal (Kreis Südliche Weinstraße) beim Birkenthaler Hof können Interessenten schon morgen den ersten Weihnachtsbaum fällen, den letzten kurz vor der Bescherung. Revierleiter Konrad Gollung bietet jedes Jahr eine Sonderaktion vor dem ersten Advent an: für Kirchengemeinden, Ämter, Geschäfts- und Privatleute. „Die Bäume halten mindestens sechs Wochen“, sagt er. „Man muss sie anschneiden und möglichst in Wasser stellen. Sie sind ja ganz frisch.“

Erst kurz vor dem Fest ins Haus

Das Datum für den „Last-Chance-Treff“ (letzte Gelegenheit) verrät Gollung nur Freunden und Bekannten. Gut 130 Leute treffen sich jedesmal, um sich bei Drehorgelmusik aufs Fest einzustimmen und kurz vor Heiligabend als Last-Minute-Holzfäller noch einen schönen Christbaum zu ergattern.

Die Förster raten, die Bäume beim Transport auf dem Autodach in Folie einzuschlagen. Sie sollten kühl im Freien stehen und erst kurz vor dem Fest ins Haus geholt werden. Das Netz stets von unten nach oben öffnen.

Pfalz-Ticker