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Samstag, 13. Januar 2018 Drucken

Südwest

Häftling flieht aus Arrestzelle in Speyer

Bedienstete der JVA Frankenthal sollten ihn wieder ins Gefängnis bringen – Kritik der CDU

«SPEYER.» Ein Untersuchungshäftling ist am Dienstag aus einer Arrestzelle des Amtsgerichts Speyer entflohen. Das bestätigte gestern der Sprecher des Justizministeriums, Christoph Burmeister, auf Anfrage der RHEINPFALZ.

Der Mann sei nach der Verhandlung vor dem Amtsgericht, bei der er zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen Einbruchsdelikten verurteilt wurde, in der Arrestzelle gewesen. Von dort sollten ihn Bedienstete der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal zurück in die Untersuchungshaft bringen. Doch nach 20 Minuten in der Zelle sei es ihm gelungen, das Gitter zu entfernen und die Scheibe einzuschlagen.

Bei dem Mann handelt es sich um einen 40-jährigen Deutsch-Algerier, der in Rostock geboren wurde. Seinen Lebensmittelpunkt soll er im Raum Speyer haben. Ebenfalls wegen Einbruchsdelikten sei er bereits in Mannheim zu einer Strafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, das Urteil sei aber ebenso wie das in Speyer gefällte noch nicht rechtskräftig.

Das Ministerium hat laut Burmeister noch am Dienstag veranlasst, dass die Arrestzelle in Speyer durch bauliche Veränderungen sicherer gemacht werden soll. Der für Baumaßnahmen zuständige Landesbetrieb LBB sei mit der Maßnahme beschäftigt. Bis zur Fertigstellung der Arbeiten könne die Zelle nicht genutzt werden. Außerdem sei bereits eine Überprüfung sämtlicher Arrestzellen von Amts- und Landgerichten im Land angelaufen. Die Fahndung nach dem entflohenen Untersuchungshäftling blieb bisher erfolglos, sagte der Ministeriumssprecher.

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Christian Baldauf kritisierte, dass das Justizministerium die Öffentlichkeit nicht aktiv über den Vorfall informiert hat. Die CDU fordert, die Justiz im Strafvollzug personell besser auszustatten. Minister Herbert Mertin (FDP) habe noch in der vergangenen Woche auf die Kritik der CDU erwidert, dass sicherheitsrelevante Aspekte im Strafvollzug uneingeschränkt gewährleistet werden könnten. „Ich fühle mich getäuscht“, sagte Baldauf. |kad

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