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Freitag, 06. September 2019 Drucken

Südwest

Erneut tonnenweise Kerosin über der Pfalz abgelassen

Von Jürgen Müller

Eine Maschine des US-Paketdienstleisters Fedex Express auf dem Flughafen Köln-Bonn. archivFoto: dpa

Eine Maschine des US-Paketdienstleisters Fedex Express auf dem Flughafen Köln-Bonn. archivFoto: dpa

Am Donnerstagabend hat eine Düsenmaschine tonnenweise Kerosin über Rheinland-Pfalz abgelassen. Dies bestätigten das Luftfahrtbundesamt und die Flugsicherung.

 

KÖLN/KAISERSLAUTERN. Ein dreistrahliges Frachtflugzeug des US-Paketdienstleisters Fedex Express war am Donnerstag gegen 21.41 Uhr vom Flughafen Köln-Bonn gestartet. Ursprüngliches Ziel der Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD 11F war Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana. Doch schon wenige Minuten nach dem Abheben ging die Maschine plötzlich auf Südkurs, wie Radaraufzeichnungen belegen. Über der Pfalz und dem Saarland drehte sie jeweils eine Schleife, um dann direkt wieder nach Köln zurückzukehren.

Zwischen 21.50 Uhr und 22.17 Uhr ließ der Pilot Treibstoff ab, informierte die Deutsche Flugsicherung in Langen bei Frankfurt am Freitag auf Anfrage. Sie stützte sich dabei auf Angaben des Fedex-Piloten. Zur Ursache des Treibstoffablasses habe der Flugzeugführer keine Angaben gemacht. Nach Angaben des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig hat die Maschine 57,5 Tonnen versprüht. Unklar blieb gestern, ob der Jet bereits über Eifel und Hunsrück und womöglich auch über dem Saarland Kerosin in die Umwelt geblasen hat.

 

Entscheidung liegt beim Piloten

Eine Sprecherin der Flugsicherung betonte, dass der Fluglotse dem Piloten kein Ablassgebiet zuweise. In einer Notsituation beschränke sich die Tätigkeit des Lotsen auf die bestmögliche Unterstützung der Besatzung, hieß es beim Luftfahrtbundesamt. Zu seinen Hauptaufgaben gehöre es, für einen sicheren Abstand zu anderen Flugzeugen zu sorgen. Die Entscheidung über den Treibstoffablass liege beim Flugzeug-Kommandanten.

Von Fedex Deutschland in Kelsterbach war gestern keine Stellungnahme zu den Hintergründen des Ablasses zu erhalten: Auf eine Mailanfrage kam lediglich die Antwort zurück, dass sich die Pressestelle in Urlaub befinde. Das Unternehmen mit Sitz in Memphis/Tennessee zählt zu den größten Logistikkonzernen weltweit. Laut Internetangaben verfügt es über eine Flugzeug-Flotte von 674 Maschinen (Stand Mai 2018), darunter allein 59 MD 11F.

Auf seiner Internetseite erklärt das Unternehmen, es strebe danach, „die Belastung der Umwelt zu minimieren“. Fedex habe sich „ehrgeizige Umweltziele gesetzt, die uns herausfordern, die Welt auf verantwortungsbewusste und einfallsreiche Weise zu vernetzen“. Das Unternehmen setze sich dafür ein, die Flugzeugemissionen bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Mit Blick auf dieses Ziel werde die Flugzeugflotte weiter modernisiert. – Dem ist allerdings hinzuzufügen, dass die MD 11 eher zu den betagteren Jets zählt: Die letzte Maschine dieses Typs wurde 2001 ausgeliefert.

 

Zweiter Ablass in 2019

Laut einer Auflistung des Luftfahrtbundesamtes handelt sich um den zweiten Kerosinablass über der Pfalz in diesem Jahr: Am 27. April waren nach Behördenangaben 53,8 Tonnen Treibstoff niedergegangen. Damals hatte ein Lufthansa-Jumbo, der in Frankfurt gestartet war, Triebwerksprobleme gemeldet. Im gesamten Jahr 2018 wurden allein über Rheinland-Pfalz mindestens 183 Tonnen Kerosin abgelassen.

 

|jüm

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