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Montag, 15. April 2019 Drucken

Südwest

Ehemaliger Bart-Weltmeister Willi Feldmann im Interview

Interview: Wie der Pfälzer Willi Feldmann mit seinem Schnauzbart über seinen ärgsten Konkurrenten triumphiert hat

Willi Feldmanns Schnauzbart ist so lang, dass er in vielen Wettbewerbs-Kategorien gar nicht erst antreten kann.

Willi Feldmanns Schnauzbart ist so lang, dass er in vielen Wettbewerbs-Kategorien gar nicht erst antreten kann. ( Foto: Feldmann/Frei)

Vor Jahren hat Willi Feldmann sogar einmal einen Weltmeister-Titel errungen, nun ist der 55-Jährige als Sieger von einem internationalen Bart-Wettbewerb in Worms heimgekehrt. Im Interview verrät der Bad Dürkheimer, ob es den Preisrichtern vor allem auf die Länge ankommt. Und er erklärt, wie es sich mit einer schulterbreiten Gesichtszierde im Alltag lebt.

Glückwunsch zum Titel, Herr Feldmann. Gehören Bart-Wettbewerbe zu jenen Lebenslagen, in denen es auf die Länge ankommt?

Ja, hauptsächlich geht es schon um Länge. Aber nicht nur, bewertet werden ja auch Form und Gestaltung. Aber mit einem längeren Bart, mit mehr Haaren, kann man eben auch mehr formen.

 

Was genau an Ihrem Bart hat die Jury in Worms überzeugt?

Das weiß ich nicht, ich habe nur das Ergebnis zur Kenntnis genommen.

 

Hatten Sie harte Konkurrenz?

Ja, mein härtester Konkurrent war da, den treffe ich auf so Wettbewerben immer wieder. Allerdings sind in dieser Kategorie diesmal auch nur wir beide angetreten, leider. Ich habe dann mit einem halben Punkt Vorsprung vor ihm gewonnen, aber das hat auch mit dem Bewertungssystem zu tun. Wenn mehr Konkurrenten dabei sind, gehen die Abstände stärker auseinander.

 

Alleine bei den Schnauzbärten gab’s die verschiedensten Kategorien: „Kaiserlich“, „Englisch“, „Naturale“. Sie haben in der Rubrik „Freistil“ gewonnen. Ist es besonders schwer oder sogar besonders leicht, da zu punkten?

(lacht) Gute Frage, hm. Ich könnte mit meinem Bart in den anderen Kategorien einfach nicht antreten, für die ist er zu lang.

 

Wie lang ist er denn?

Ich habe es jetzt nicht auf den Zentimeter nachgemessen, aber so ungefähr 65 Zentimeter sind es schon. Also Schulterbreite.

 

Wie lebt es sich mit so einem Prachtstück im Alltag?

Unproblematisch, zumal ich ihn an normalen Tagen ganz klein zusammengezwirbelt trage. Anders geht das nicht, vor allem an regnerischen Tagen. Hohe Luftfeuchtigkeit und neugierige Frauenhände sind die größten Gefahren für den Bartträger, da hält die Bartwichse nicht mehr.

 

Vor ein paar Jahren waren Bärte ja auf einmal wieder in, mittlerweile soll der Trend aber wieder rum sein. Spiegelt sich die Mode in der Art, wie Frauen auf Ihren Bart reagieren?

Ich glaube nicht. Es gibt Frauen, die mögen ihn. Und es gibt Frauen, die mögen ihn nicht. Ich bin mit einer verheiratet, die ihn mag – er war schon da, als wir uns kennengelernt haben.

 

Lassen Sie sich selbst von der Mode beeinflussen?

Nein, das berührt mich überhaupt nicht.

 

Beim Wettbewerb sind viele andere Herren als Mitglieder eines Bartclubs angetreten, Sie hingegen als Einzelkämpfer. Sind Sie nicht so gesellig?

Ich war selbst früher Mitglied im Bartclub Kurpfalz, aber der hat sich aufgelöst, leider. Ich fände es schön, wenn wir wieder so einen Club in der Region hätten. So etwas gibt es ja auch in Gegenden, in denen viel weniger Menschen leben als hier. Also, wenn wieder jemand etwas gründen würde – ich wäre dabei. | Interview: Christoph Hämmelmann

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