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Südwest

Die Unwetterschäden in der Pfalz

Nächtlicher Rettungseinsatz in Katzweiler.

Nächtlicher Rettungseinsatz in Katzweiler. (Foto: Feuerwehr)

Schulhausmeister Werner Scheibe schippt in Kaiserslautern.

Schulhausmeister Werner Scheibe schippt in Kaiserslautern. (Foto: View)

Schlamm auf einem Firmengelände im Kreis Kusel.

Schlamm auf einem Firmengelände im Kreis Kusel. (Foto: M. Hoffmann)

Heftige Regenfälle haben am Montag Teile der Pfalz geflutet. Gestern haben Betroffene aufgeräumt und Bilanz gezogen.

Rund einen halben Meter breit ist der Bach, der in Medard (Kreis Kusel) hinter dem Gebäude des Fenster- und Fassadenbau-Unternehmens IGM vorbeifließt. Doch am Montag hat er nach Firmenangaben rund 350 Tonnen Sediment aufs Gelände gespült. Jetzt soll geprüft werden, ob die schon gegossenen Fundamente für ein neues Werk beschädigt wurden. Außerdem steht die gesamte Produktion vorerst still, das Unternehmen rechnet mit einem Schaden „in Millionenhöhe“.

 

Auf dem Universitätsgelände in Kaiserslautern hingegen sind Schäden in ähnlicher Dimension gerade noch verhindert worden. Die Tunnel mit Stromkabeln sowie Fernwärme-, Dampf und Gasleistungen liefen voll; laut Feuerwehr konnte aber abgepumpt werden, ehe das Wasser zu hoch stieg. Doch im Warmfreibad sind erhebliche Schäden entstanden, es bleibt deshalb für voraussichtlich zwei Wochen geschlossen. Außerdem rückten in Teilen Kaiserslauterns am Dienstag Beschäftigte der städtischen Betriebe an, um Wasser abzupumpen sowie Geröll zu beseitigen.

Energiezufuhr abgeschaltet

 

Insgesamt zählte die Rettungsleitstelle am Montag etwa 1400 Notrufe – aus Kaiserslautern selbst, aber auch aus den umliegenden Kreisen. In Katzweiler (Kreis Kaiserslautern) beispielsweise trat in der Nacht nach dem heftigen Regen die Lauter über die Ufer und bedrohte mehrere Häuser. Die Feuerwehr wehrte die Flut mit Sandsäcken ab. Doch eine ältere Frau musste sie mit dem Boot abholen, weil sich das Wasser ihrem Stromkasten näherte. Gegen 22.45 Uhr schalteten die Pfalzwerke die Energiezufuhr für die geflutete Region sicherheitshalber komplett ab.

 

Anderswo blieb die Energie weg, weil Bäume auf Leitungen gestürzt waren. Einige Dörfer im Kreis Kusel waren nach Angaben der Pfalzwerke am Montag für bis zu 70 Minuten ohne Strom. Und aus der Südpfalz meldet der Energieversorger Ausfälle, die bis zu einer knappen Stunde dauerten. In Landau riss das Unwetter derweil sogar mehrere Autokennzeichen ab, die dann bei der Polizei abgegeben wurden. Teile der Stadt waren am Montagabend binnen Minuten geflutet worden, stellenweise stand das Wasser bis zu 40 Zentimeter hoch in der Straße.

Rhein: Pegelanstieg zu erwarten

 

Am Dienstag wurde daher Kritik am städtischen Kanalnetz laut, doch Falk Pfersdorf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL), widersprach: „Unser Kanalnetz ist intakt und hat funktioniert“. Es entspreche den bundesweit gültigen Normen, aber die Regenmenge sei aber einfach zu groß gewesen. „Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen“, sagte Pfersdorf. Er riet den Bürgern daher, auch selbst Vorsorge zu treffen: durch Versicherungen, druckwassersichere Kellerfenster und Rückschlagventile. Im Landesamt für Umwelt in Mainz berechneten Spezialisten derweil, was passiert, wenn jetzt die während der vergangenen Tagen herabgeregneten Wassermassen durch die Nebenflüsse in den Rhein strömen. Ergebnis: Ein weiterer Anstieg des Pegels dort sei zu erwarten, aber mit richtigem Hochwasser müssten die Anlieger bisher nicht rechnen. |dbu/bgi/gzi/rww/lrs/swz

 

Hier geht es zur Berichterstattung von Montagabend

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