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Mittwoch, 01. Oktober 2014 Drucken

Südwest

Arbeitsessen mit teuren Folgen

Staatsanwaltschaft bittet saarländische Amtsträger wegen Einladungen zur Kasse

SAARBRÜCKEN (cps). „Hauptsach’ gudd gess, geschafft hann mir schnell.“ Das geflügelte saarländische Wort beschäftigte einmal mehr die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken.

 

Weil sie sich von zwei Inhabern eines saarländischen Bauingenieursbüros wiederholt zu Arbeitsessen, deren Preise die Bagatellgrenze überstiegen, einladen ließen, bittet die Strafverfolgungsbehörde unter anderen einen Oberbürgermeister und einen Landrat zur Kasse. Gegen die Auflage, bis zu 9000 Euro zu zahlen, wurden einige der Strafverfahren mittlerweile eingestellt.

Unter den schlemmenden Amtsträgers waren unter anderen der Saarlouiser OB Roland Henz (SPD) und der heutige Saarlouiser Landrat Patrik Lauer (SPD). Beide bekannten sich mittlerweile zu den Arbeitsessen. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte wegen der besonderen Form der „Landschaftspflege“ nach eigenen Angaben gegen 14 saarländische Amtsträger, darunter neben Henz auch gegen einen seiner Beigeordneten sowie drei Bürgermeister.

Alle Beschuldigte sollen sich zwischen 2009 und 2013 teils mehrfach zu teuren Essen in Nobel-Restaurants haben einladen lassen. Der Anschein des Bestechungsversuchs liegt nahe, weil die Inhaber des Planungsbüros häufig Auftragnehmer der Kommunen waren.

Zwölf Verfahren sind mittlerweile eingestellt, sechs davon gegen Geldzahlung, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zweimal mussten 9000 Euro gezahlt werden. Nach Informationen des Saarländisch Rundfunks (SR) wurden die Verfahren gegen die beiden Ingenieure gegen Zahlung von insgesamt 50.000 eingestellt.

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