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Mittwoch, 22. November 2017 Drucken

Südwest

50 Tonnen Kerosin abgelassen

Luxemburgische Frachtmaschine bläst Treibstoff über Rheinland-Pfalz in die Luft

Von Andreas Ganter

(Foto:dpa)

Erneut hat ein Flugzeug über der Pfalz und dem Hunsrück sowie dem Saarland Kerosin abgelassen.

Seit Monaten sorgen die Vorfälle, bei denen über der Region Treibstoff abgelassen wurde, für Diskussionen. Der aktuelle Fall unterscheidet sich jedoch von den bisher bekannten.

 

Bislang waren es vor allem Passagierflugzeuge, die in Frankfurt gestartet waren und kurz nach dem Start wegen Problemen umkehren mussten. Um aber landen zu können, mussten sie ihr Gewicht reduzieren, und ließen daher größere Mengen Kerosin über der Pfalz ab. Vereinzelt sind auch Fälle bekannt, in denen Militärflugzeuge über der Pfalz ihren Sprit abgelassen haben.

Maschine kreiste über der Westpfalz

 

Bei dem Vorfall, der sich am 4. November ereignete und erst jetzt bekannt wurde, handelt es sich um eine Frachtmaschine. Die Boeing 747 der in Luxemburg ansässigen Fluglinie Cargolux startete um die Mittagszeit in Luxemburg. Eigentlich wollte der Pilot Kuala Lumpur (Malaysia) ansteuern. Allerdings registrierte er laut DFS kurz nach dem Abflug ein technisches Problem an den Landeklappen. Nach Rücksprache mit der DFS ließ der Pilot zwischen 12.50 Uhr und 13.20 Uhr in einer Flughöhe von 14.000 Fuß, das entspricht knapp 4270 Metern, 50 Tonnen Kerosin ab. Die Maschine kreiste währenddessen über der Westpfalz, flog ihre Schleifen aber auch über Trier, Bitburg, Idar-Oberstein und Teile des Saarlandes.

Ablassen in begründeten Fällen zulässig

 

Zwischen 2010 und 2017 wurden über Rheinland-Pfalz laut dem Landesamt für Umwelt bei Zivilmaschinen 31 und bei Militärflugzeugen zehn Treibstoffablässe gemeldet. Allerdings darf das nur in begründeten Fällen geschehen. Die Piloten müssen zudem darauf achten, dass sie nicht tiefer als 1500 Meter fliegen, wenn sie Kerosin ablassen. Die Pfalz ist von dem Phänomen deutlich stärker betroffen als andere Regionen Deutschlands. Das hängt vor allem mit der Nähe zum Flughafen Frankfurt zusammen. Die Gefahr, die von abgelassenem Kerosin für die Bevölkerung ausgeht, wird von Experten als gering beurteilt. Sie verweisen darauf, dass der Treibstoff in der Luft fein verwirbelt wird und nur wenig davon auf der Erde ankommt. Kritiker weisen hingegen darauf hin, dass keine aussagekräftigen Daten vorliegen, die diese Aussagen stützen. Die Zahlen, auf die sich die Wissenschaft und die Fluglinien berufen, seien veraltet.

 

Auf die Initiative von Rheinland-Pfalz hatte sich die Umweltministerkonferenz, wie mehrfach berichtet, dazu entschlossen, eine Studie zu den Risiken durch Treibstoffablass von Langstreckenflugzeugen in Auftrag zu geben.


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