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Freitag, 24. März 2017 Drucken

Zweibrücken

Zweibrücken: Bürgerinitiative kämpft gegen Windräder im Wald

Von Andreas Danner

 

Etwa an dieser Stelle, am Dörrenbachwald im Hintergrund, sollen sich künftig Windräder bei Hengstbach drehen. Aufgenommen wurde das Foto in der Wacholderstraße in Hengstbach. ( Foto: Steinmetz)

Die Mittelbach-Hengstbacher „Bürgerinitiative pro Dörrenbachwald“ hat ihre Arbeit aufgenommen. Am Mittwochabend gab sich der Zusammenschluss von Bürgern, die Windräder im Wald westlich von Hengstbach verhindern wollen, einen Namen und bestimmte ein Gremium, das sie vertritt. Erstes Ziel ist es, die Bewohner des Vorortes auf das aufmerksam zu machen, was möglicherweise passieren könnte: „Industrieanlagen mitten im Wald“, wie es Manfred Dörner, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, nannte.

 

Dass sich im Hengstbacher Wald Ungewöhnliches tut, war zuerst Remy Stalter vom Wahlerhof aufgefallen. Er hatte immer wieder Leute mit Karten und Unterlagen im Wald angetroffen. Stalter ging an die Öffentlichkeit, weil er fürchtet, dass der Wald bei einer Ausweisung als Windkraftfläche zerstört wird. Bei einer ersten Informationsveranstaltung hatten sich in der vergangenen Woche rund hundert Einwohner aus Hengstbach und Mittelbach getroffen und Widerstand angekündigt. Zweibrücken hat den Dörrenbachwald als einen von zwei möglichen Windkraftstandorten ins Auge gefasst, momentan laufen Voruntersuchungen.

Am Mittwoch trafen sich die rund 40 Einwohner, die sich bereit erklärt hatten, in der Bürgerinitiative mitzuwirken, im Hengstbacher Dorfgemeinschaftshaus. Sie entschieden sich für den Namen „pro Dörrenbachwald“. Beschlossen wurde, zunächst die Einwohner des Vororts mit einem Flugblatt zu informieren. Danach sollen im Ort Unterschriften für den Erhalt des Waldes und gegen Windräder gesammelt werden.

Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Windräder mitten im Wald stehen sollen. Diesen Schluss ließ zumindest eine Planskizze zu, die Gerhard Müller gezeichnet hatte und dabei die beim Bau von Windrädern einzuhaltenden Mindestabstände zur Ortslage und zu Gehöften berücksichtigte.

Weil der Stand des Verfahrens unklar ist, zieht die Bürgerinitiative in Erwägung, einen Anwalt zu beauftragen, um Auskünfte bei der Stadt einzuholen. Vor diesem Schritt soll geprüft werden, ob es, gerade wegen einer möglichen juristischen Auseinandersetzung, sinnvoll ist, einen Verein zu gründen. Beabsichtigt ist, schon bald mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit zu treten. Dazu sollen Experten gewonnen werden, die etwa über die Wirkung von Infraschall und die Effizienz von Windkraft referieren. Infraschall ist Schall mit sehr niedriger Frequenz, Schallwellen, die so tief sind, dass sie vom menschlichen Ohr nicht gehört werden können. Erfassen können ihn nur Messgeräte.

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