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Fussball-WM

WM: Russland gewinnt Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien mit 5:0

Von Oliver Sperk

 Denis Tscheryschew aus Russland (rotes Trikot) erzielt den Treffer zum 2:0 gegen Saudi-Arabien. Foto: Charisius/dpa

Denis Tscheryschew aus Russland (rotes Trikot) erzielt den Treffer zum 2:0 gegen Saudi-Arabien. Foto: Charisius/dpa

MOSKAU. Mit einem glatten 5:0 (2:0)-Sieg gegen Saudi-Arabien hat Gastgeber Russland am frühen Donnerstagabend im Moskauer Luschniki-Stadion die Fußball-WM eröffnet. Nach einer farbenfrohen Show mit einem Kurzkonzert von Robbie Williams, der sich am Ende allerdings eine unfeine Mittelfinger-Geste leistete, hatten die Russen keine Mühe mit ihrem Gegner.

Der Name Juri Gasinski wird Eintrag in die Fußball-Geschichtsbücher finden. Er erzielte mit einem Kopfball sehr früh das erste Tor dieser WM. In der zwölften Minute überwand er Saudi-Arabiens Schlussmann Abdullah Al-Muaiuf. Kurz vor der Pause ließ Denis Tscheryschew die bestens aufgelegten russischen Fans unter den 78.011 Zuschauern mit seinem 2:0 (43.) erneut ganz laut jubeln. Nach einem kurzen Dribbling traf er vom Fünfer-Eck. Per Kopf erhöhte später der Sekunden zuvor eingewechselte Artjom Dsjuba per Kopf auf 3:0 (71.) gegen allzu harmlose und defensiv völlig konfuse Saudis. Mit dem 4:0 (90.+1) erzielte Tscheryschew mit einem sehenswerten Außenrist-Schuss seinen zweiten Treffer. Alexander Golowin verwandelte schließlich einen Freistoß gekonnt zum 5:0-Schlusspunkt (90.+4).

 

„Wir haben uns gezielt auf den Tag vorbereitet. Das war der richtige Zeitpunkt. Der Sieg im ersten Spiel ist wichtig“, sagte der russische Trainer Stanislaw Tschertschessow. Er wurde von seinen Landsleuten jüngst ob chronischer Erfolglosigkeit in der langen Testphase vor dem Turnier ziemlich mitleidig betrachtet.

Die Partie flachte zwischendurch ab

 

Nach dem Traumergebnis nun wurde das russische Team frenetisch bejubelt. Prächtige Stimmung herrschte schon beim Anpfiff. Gemeinsam mit dem Stadionsprecher zählten die russischen Fans, die rund zwei Drittel des Stadions bevölkerten, die letzten Sekunden bis zum ersten Anstoß der WM lautstark in ihrer Landessprache herunter. Erneut Gänsehautstimmung nach dem musikalisch begeisternden Kurzauftritt von Robbie Williams. Dessen Geste am Ende der Show allerdings hatte keinen Vorbildcharakter. Bei der Liedzeile „I did this for free“ („Ich habe dies umsonst gemacht“) streckte Williams demonstrativ den Mittelfinger seiner linken Hand in die Kamera.

 

Die meisten Fans im Stadion bekamen das gar nicht mit. „La ola“, die Welle der Begeisterung, ließen die russischen Fans schon nach drei Minuten durch die Arena schwappen. Die Saudi-Anhänger machten munter mit. Das sportliche Niveau konnte über weite Strecken mit dem atmosphärischen nicht mithalten. Dafür flachte die Partie nach der schwungvollen russischen Anfangsphase, in der sich das Team von der Energie seiner Anhänger mitreißen ließ, zu oft ab. Die Russen brauchten nur einige weitere gute Momente im Spiel der beiden in der Weltranglisten am schlechtesten positionierten WM-Teams, um zu erhöhen. So besiegte der 70. den 67. problemlos.

Die Spritzigkeit fehlte den saudi-arabischen Spielern

 

Die in der Heimat für ihre zuletzt schwachen Auftritte belächelte Sbornaja ließ, wenn nötig, Kurzpassspiel aufblitzen. Allerdings spielten die Saudis ganz schwach. Sie waren längst nicht so gefährlich wie noch am vorigen Freitag in Leverkusen, wo sie der deutschen Mannschaft nur mit 1:2 unterlagen, am Ende gar das 2:2 hätten erzielen können. Von dieser Spritzigkeit war nichts zu sehen, sie hatten kaum Offensivaktionen zu bieten. So konstatierte Trainer Juan Antonio Pizzi: „Wir haben nicht verloren, weil die Russen so gut, sondern weil wir so schlecht waren.“ Pizzis Kollege Tschertschessow jedenfalls durfte aufatmen. Ja, der Ex-Torwart von Dynamo Dresden ballte völlig losgelöst umherspringend die Fäuste, jubelte viel Frust weg.

 


 

So spielten sie

Russland: Akinfejew - Fernandes, Kutepow, Ignaschewitsch, Schirkow - Gasinski, Sobnin - Samedow (64. Kusjajew), Dsagojew (24. Tscheryschew), Golowin - Smolow (70. Dsjuba)

Saudi-Arabien: Al-Muaiuf - Al-Buraik, Osama Hausawi, Omar Hausawi, Al-Schahrani - Otayf (64. Al-Muwallad) - Al-Schehri (72. Bahbir), Al-Dschassim, Al-Dausari, Al-Faradsch - Al-Sahlawi (85. Assiri)

Tore: 1:0 Gasinski (12.), 2:0 Tscheryschew (43.), 3:0 Dsjuba (71.), 4:0 Tscheryschew (90.+1), 5:0 Golowin (90.+4) 

Gelbe Karten: Golowin - Al-Dschassim 

Beste Spieler: Golowin, Tscheryschew, Gasinski - Al-Dausari 

Zuschauer: 78.011 

Schiedsrichter: Pitana (Argentinien).

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