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Montag, 12. Juni 2017 - 19:53 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

US-Militär interessiert sich für Gelände bei Kriegsfeld

Streitkräfte haben Interesse an Liegenschaft angemeldet – Auch Munitionsdepot am Donnersberg in Überlegung

Von Sebastian Stollhof

Wieder ins Blickfeld des amerikanischen Militärs geraten: das ehemalige Munitionsdepot „North Point“ bei Kriegsfeld. ArchivFoto: STepan

Wieder ins Blickfeld des amerikanischen Militärs geraten: das ehemalige Munitionsdepot „North Point“ bei Kriegsfeld. ArchivFoto: STepan

Kriegsfeld. Die amerikanischen Streitkräfte haben bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Interesse an der Nutzung von Liegenschaften in Deutschland geäußert. Teil der Überlegungen ist das ehemalige Munitionsdepot „North Point“ bei Kriegsfeld im Donnersbergkreis. Das hatte das amerikanische Militär bis in die 1990er Jahre hinein genutzt.

Areal war Munitionslager


Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch das dichte Laub. Die Natur – besser gesagt verschiedenes Gestrüpp – hat sich längst durch so manche Stelle des Zaunes gedrängt. Doch es ist klar, dass man sich hier an einem ehemaligen Militärgelände befindet. „Gefahrenstelle. Betreten und Befahren verboten!“, steht auf einem Schild am Eingang. Nach den Amerikanern hatte der Bund ab 1996 das 340 Hektar große Areal und 155 Bunker zur Lagerung von Munition genutzt. Das Depot hatte sich auch einen Namen als Tagungsstätte der Bundeswehr gemacht. Bis Ende 2010.

Künftige Nutzung unklar


Nun haben die amerikanischen Streitkräfte gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben grundsätzliches Interesse an Liegenschaften in Deutschland für Lager- und Unterbringungszwecke geäußert. In diesem Zusammenhang sei auch das ehemalige Munitionsdepot Kriegsfeld angesprochen, bestätigt der Sprecher eine Anfrage der RHEINPFALZ. Die Bundesanstalt ist für die Vermarktung des Geländes zuständig. „Ob allerdings diese Liegenschaft tatsächlich zur Nutzung für militärische Zwecke in Betracht gezogen wird, ist heute noch nicht absehbar.“ Das teilt auch ein Sprecher der US-Army Europe mit. Zumal man alles noch mit dem eigenen Verteidigungsministerium, den Alliierten und auch den jeweiligen europäischen Gastgeberländern besprechen wolle. Derzeit könnten noch keine Aussagen zur Realisierbarkeit einer Wiederaufnahme der militärischen Nutzung, zum Umfang des Bedarfs oder zu der konkreten Nutzung getroffen werden, so der Sprecher der Bundesanstalt. Sollte es hier jedoch konkret werden, müssten die Gaststreitkräfte die Überlassung des Geländes durch eine Liegenschaftsanforderung beim Bundesministerium der Verteidigung beantragen.

Areal derzeit Forstgelände

Nachdem die Bundeswehr das Gelände verlassen hatte, wurden Munitionshütten entfernt, auch fanden Aufforstungen statt, so der Sprecher der Bundesanstalt. Derzeit werde das Gelände forstlich genutzt. Vor zwei Jahren wurden Teile zum Nationalen Naturerbe. Bestrebungen gibt es, in einem anderen Teil Windräder zu errichten.

Kommunen wurden nicht informiert

Am Donnersberg zeigt man sich überrascht vom Interesse. Der Kriegsfelder Ortsbürgermeister Albert Ziegler hatte entsprechende Gerüchte im Ort gehört, zudem erfahren, dass amerikanisches Militär bereits die Bunkeranlagen besichtigt habe, wie er mitteilt. Axel Haas, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, ist bei einer Einwohnerfragestunde in einer Ratssitzung darauf angesprochen worden. „Ich finde es befremdlich, dass die kommunale Verwaltung vor Ort da bislang nicht informiert worden ist“, sagte Haas am Montagabend.

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