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Donnerstag, 21. März 2019 - 18:40 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Terror-Prozess: Syrer nach Tipp aus der Pfalz verurteilt

In Koblenz verurteilt: Der frühere Lagerverwalter einer syrischen Terrorgruppe lebte zeitweise in der Pfalz. Foto: dpa

In Koblenz verurteilt: Der frühere Lagerverwalter einer syrischen Terrorgruppe lebte zeitweise in der Pfalz. Foto: dpa

Ein syrischer Flüchtling muss in ein deutsches Gefängnis, weil er sich in seiner Heimat einer islamistischen Terrorbande angeschlossen hatte. Das hat gestern das Oberverwaltungsgericht in Koblenz entschieden. Auf die Spur des 24-Jährigen hatte die Ermittler ein Tipp aus der Pfalz gebracht.
Die Richter haben Gründe gefunden, um bei ihrem schon rechtskräftigen Urteil etwas Milde walten zu lassen: So bescheinigen sie dem 24-Jährigen, dass er sich von der Terror-Miliz „Ahrar al-Sham“ gelöst und ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Doch andererseits sagen sie auch: Er hat 2013 und 2014 relativ lange bei dieser Kämpfer-Truppe mitgemacht, die einen autoritären Staat errichten wolle. Und: Als Lagerverwalter hatte er sogar eine herausgehobene Stellung.

Er lebte in Neustadt



Nach Deutschland und dann in die Pfalz soll er im Sommer 2015 gekommen sein, zeitweise lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Neustadt. Als er von dort aus schon weitergezogen war, brachte ein Betreuer aus dieser Einrichtung die Ermittler auf die Spur seines ehemaligen Schützlings – weil er ihn als Kämpfer in einem Video aus dem Kriegsgebiet erkannt zu haben glaubte. Festgenommen wurde der damals 23-Jährige dann im April in Saarlouis.
Dort schnappten Polizisten auch zwei weitere Verdächtige, mit denen er sich inzwischen eine Wohnung teilte. Diese Männer gelten als IS-Anhänger, der frühere „Ahrar al-Sham“-Lagerverwalter soll sich zufällig mit ihnen das Appartement geteilt haben. Nun ist er der Erste aus dieser Wohngemeinschaft, über den ein Urteil gefallen ist – wegen „mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland“ und „unerlaubter Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Kriegswaffen“.

Die Richter halten sich ans Jugendstrafrecht



Zwei Jahre und acht Monate lang soll er deshalb im Gefängnis büßen. Relativ milde fällt seine Strafe nicht nur aus, weil ihm die Richter Bonus-Punkte, etwa für sein Geständnis, gegeben haben. Vor allem haben sie sich bei ihrem Urteil ans Jugendstrafrecht gehalten. Begründung: Er war zwar volljährig, als er sich der Miliz anschloss, aber er sei noch unreif.

|häm

 

 

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