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Hintergründe

Stimmen und Zitate zum Tode Helmut Kohls

Helmut Kohl mit Michail Gorbatschow und Hannsdietrich Genscher im Jahr 1990. (DPA)

Merkel: Kohl war "Glücksfall für uns Deutsche"

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren gestorbenen Amtsvorgänger Helmut Kohl als großen Europäer und Kanzler der Einheit gewürdigt. Man werde noch lange bewundern, wie entschlossen er und seine Mitarbeiter die Gunst der Stunde zur deutschen Vereinigung genutzt hätten. „Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens“, sagte Merkel am Freitag in Rom. „Helmut Kohl ist damit zu einem Glücksfall für uns Deutsche geworden.“ Kohl habe auch ihren Lebensweg entscheidend verändert. „Ich bin ganz persönlich dankbar, dass es ihn gegeben hat.“ Merkel hob hervor, dass Kohl auch ein Modernisierer der CDU gewesen sei.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Verdienste des mit 87 Jahren gestorbenen Altkanzlers Helmut Kohl für die Wiedervereinigung und den Zusammenhalt Europas gewürdigt. „Wir haben einen Politiker und Staatsmann verloren, der Historisches für unser Land erreicht hat“, sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. „Helmut Kohl war ein Ausnahmepolitiker und ein Glücksfall für die deutsche Geschichte.“ Steinmeier betonte: „Es war ein besonderes Glück für Deutschland, dass Helmut Kohl das Land in seinem entscheidenden historischen Moment mit Mut, Weitblick und Führungskraft regierte.“ Kohl habe sich um Deutschland und um Europa verdient gemacht.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Helmut Kohl als „sehr großen Europäer“ gewürdigt. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Macron am Freitag: „Meister des vereinigten Deutschlands und der deutsch-französischen Freundschaft: Mit Helmut Kohl verlieren wir einen sehr großen Europäer.“ Macrons Tweet ist mit einem Foto illustriert, das Kohl mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand Hand in Hand zeigt.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den verstorbenen Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl als „Schüsselfigur des europäischen Prozesses und der Wiedervereinigung“ Deutschlands gewürdigt. „Mein tiefstes Beileid an die Familie, die Freunde und die Partner von Helmut Kohl“, schrieb der konservative Politiker auf Twitter.

„Deutschland verliert einen großen Staatsmann“, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag. „Helmut Kohl hat als Bundeskanzler der Einheit die deutsche Geschichte und damit die europäische Geschichte geprägt“, fügte Rutte hinzu.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat „tiefe Trauer“ über den Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) geäußert. Der im Alter von 87 Jahren gestorbene Kohl sei „einer der größten Freunde des Staates Israel“ und der Sicherheit des jüdischen Staates „vollkommen verpflichtet“ gewesen, sagte Netanjahu am Freitag nach Angaben seines Büros. „Kohl war der Führungspolitiker, der Deutschland in Entschlossenheit und mit sicherer Hand vereint hat“, sagte Netanjahu. „Seine Sympathie für Israel und den Zionismus ist bei vielen Treffen mit mir deutlich geworden, und in seiner entschlossenen Haltung für Israel, die er immer wieder in Europa und internationalen Foren gezeigt hat.“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Altkanzler Helmut Kohl als „großen Europäer“ und „großen Staatsmann“ gewürdigt. „Helmut Kohl hat historische Weichen für Deutschland und Europa gestellt und sich Verdienste erworben, die Bestand haben und nicht vergessen werden“, sagte Schulz am Freitag in Berlin. Kohls Vision von einem europäischen Deutschland sei ein Vermächtnis an die deutsche Nation und an ganz Europa. „Helmut Kohl war der Kanzler der Deutschen Einheit“, sagte Schulz weiter. „1989 war es seiner Geistesgegenwart, seinem politischen Mut und seiner Führungsstärke zu verdanken, dass die Wiederherstellung der deutschen Einheit möglich wurde.“

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat zum Tod von Helmut Kohl dessen visionäre Führungskraft gewürdigt. Damit habe Kohl Deutschland und Europa auf das 21. Jahrhundert vorbereitet. „Er war aufgerufen, einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit zu beantworten“, heißt es in einem von Clinton verbreiteten Statement. „Indem er sie richtig beantwortete, machte er die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands möglich und die Schaffung der Europäischen Union.“

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger hat den Tod von Altkanzler Helmut Kohl als „Verlust eines engen und verlässlichen persönlichen Freundes“ betrauert. „Helmut Kohl war eine historische Figur, die entscheidend zur Deutschen Wiedervereinigung, der Europäischen Einigung und der transatlantischen Partnerschaft beigetragen hat“, heißt es in dem Statement Kissingers, das sein Büro am Freitag verbreitete. Kissinger, der im fränkischen Fürth geboren worden war, war von 1973 bis 1977 US-Außenminister und galt auch danach als einflussreiche Stimme in der amerikanischen Außenpolitik.

 

Weitere Stimmen:

 

"Es ist ein wirklich großer Deutscher und vor allem ein großer Europäer gestorben."

Außenminister Sigmar Gabriel, SPD

 

"Der ewige Kanzler und große Europäer geht. Seine Verdienste um die Deutsche Einheit bleiben. Wir trauern um Helmut Kohl."

Justizminister Heiko Maas, SPD

 

"Ein großer Europäer ist von uns gegangen."

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir

 

"Helmut Kohl war die Verkörperung eines geeinten Deutschland in einem geeinten Europa. Als die Berliner Mauer fiel, war er der Lage gewachsen. Ein wahrer Europäer."

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

 

"Mit Helmut Kohl bin ich groß und politisch flügge geworden. Bei allem Streit: er war ein überzeugter Europäer. Möge er in Frieden ruhen!"

Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt

 

"In Gedenken an Helmut Kohl habe ich die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf Halbmast setzen lassen."

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

 

"Wir trauern um den Kanzler der Einheit, Ehrenbürger Europas, unseren ehemaligen Ministerpräsidenten, CDU-Landesvorsitzenden. Ein großer Politiker"

CDU-Vize Julia Klöckner

 

 

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