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Dienstag, 05. Juli 2016 Drucken

Kusel

Sparkasse: Auf dem Weg zur Fusion

Von Hans-Joachim Redzimski

und Wolfgang Pfeiffer

 

Kusel/Kaiserslautern: Die Kreissparkasse Kusel und die Stadtsparkasse Kaiserslautern stehen offenbar vor einer Fusion. Darauf deuten RHEINPFALZ-Informationen hin. Zwar sprechen die Verantwortlichen derzeit nur von „Sondierungsgesprächen“. Doch es gibt bereits einen Arbeitsauftrag sowie einen Zeitplan für die „Sparkasse Westpfalz“.

Die Stadtsparkasse Kaiserslautern und die Kreissparkasse Kusel haben Sondierungsgespräche über eine Fusion aufgenommen. Entsprechende RHEINPFALZ-Informationen haben die beiden Verwaltungsratsvorsitzenden, Landrat Winfried Hirschberger (Kreissparkasse Kusel) und Oberbürgermeister Klaus Weichel (Stadtsparkasse), bestätigt. Das Projekt trägt den Arbeitstitel „Sparkasse Westpfalz“ und könnte zum 1. Juli 2017 Wirklichkeit werden.

Weichel und Hirschberger nannten auf Nachfrage die Gründe, die zu einem solchen Schritt veranlassen. Der Kaiserslauterer OB verwies auf die anhaltende Niedrigzinsphase, die zu einem Wegbrechen des Zinsüberschusses führe, der Haupteinnahmequelle des Geldinstituts. Weichel betonte, dass sich an der Niedrigzinsphase in den nächsten fünf Jahren nichts verändern werde. Hinzu kämen die Anforderungen der Regulatorik im Bankenwesen.

Im Frühjahr hatte daher der Kuseler Verwaltungsrat seinen Vorsitzenden Hirschberger sowie die beiden Vorstände, Helmut Käfer und Stefan Eckert, damit beauftragt, bei den benachbarten Sparkassen die Möglichkeiten einer Fusion zu sondieren. Fündig geworden ist man dabei – nicht überraschend, weil hier schon seit Jahren gute Beziehungen bestehen – bei der Stadtsparkasse Kaiserslautern. In Birkenfeld gebe es keine Ambitionen für eine Fusion mit Kusel, ebenso bei der Sparkasse Donnersberg, sagte Hirschberger. Die interessanten Optionen mit Homburg oder St. Wendel scheiterten an der Landesgrenze, und die Kreissparkasse Kaiserslautern – doppelt so groß wie Kusel – nehme auch im Sparkassenverband eine Sonderrolle ein.

Die Stadtsparkasse Kaiserslautern hingegen passe auch von ihrer Struktur her sehr gut zu Kusel. Denn die hat ein größeres Einlage- als Kreditvolumen – in Kusel ist es umgekehrt. Zudem empfiehlt der Sparkassenverband genau diese Fusion.

Vergangene Woche nun trafen sich die vier Vorstände zum Gespräch in Meisenheim, um die Möglichkeiten einer Fusion zu sondieren. Ergebnis: In den nächsten drei Wochen soll ein rund 30 Punkte umfassendes Arbeitspapier entstehen, das zentrale Fragen beantwortet und damit die Chancen einer Fusion beschreibt. Knackpunkte gibt es dabei einige – zum Beispiel wer Vorsitzender des künftigen Vorstands wird. Oder wo das Institut seinen Sitz haben wird. Dass der eher in Kaiserslautern denn in Kusel sein wird, ist wahrscheinlich. Im Gegenzug müsste aber der Vorstandsvorsitzende Helmut Käfer heißen. „Es kann nicht sein, dass einer alles bekommt. Das muss man aufteilen“, sagte Hirschberger. Zumal Kusel sogar der größere Partner wäre.

Auch die künftige Größe des Vorstands ist ein Thema. Wie Kusel, so hat auch die Stadtsparkasse Kaiserslautern zwei Vorstände – Karl-Heinz Dielmann und Werner Stumpf. Dielmann scheidet Ende 2017 aus, sein Kollege im März 2019. Ab 2019 drei oder nur noch zwei Vorstände, lautet hier die Kernfrage. Und: Es muss geklärt werden, mit welchem politischen Gewicht die beiden Gebietskörperschaften im künftigen Verwaltungsrat vertreten sein werden. Geht es nach der Bilanzsumme, so müssten Kuseler Vertreter die Mehrheit stellen.

Für Landrat Hirschberger muss sich auf jeden Fall auch eine Fusionsrendite einstellen. Das heißt: Es muss auch finanziell etwas dabei herauskommen, wenn sich die beiden Institute zusammenschließen. Das war nicht bei jeder Fusion der Fall. Daher ist weder für Hirschberger noch für Käfer die Fusion schon ein Selbstläufer. „Das kann auch scheitern“, sagten beide gestern. Dann werde die Kreissparkasse Kusel andere Optionen erwägen – beispielsweise die längerfristige Eigenständigkeit.

Hirschberger will den Kreistag morgen in nichtöffentlicher Sitzung über den Stand der Gespräche informieren. Am 28. Juli wollen sich Hirschberger, Weichel und die vier Vorstände zum Gespräch über den Arbeitskatalog treffen. Ende August – so lautet der Plan – sollen sich dann die beiden Verwaltungsräte der Geldhäuser mit den Ergebnissen befassen und den weiteren Kurs festlegen. Zuvor soll es Gespräche mit den Personalräten geben. (Fotos: view (3), Hoffmann (2), Sayer)