Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Mittwoch, 20. November 2019 - 18:59 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Durchsuchungen im Saarland und in Rheinland-Pfalz

Durchsuchung am Universitätsklinikum des Saarlands wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch: Heute hat die Polizei dort Beweismaterial beschlagnahmt. .

Durchsuchung am Universitätsklinikum des Saarlands wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch: Heute hat die Polizei dort Beweismaterial beschlagnahmt. . ( Foto: Moschel)

[aktualisiert: 20.05 Uhr]. Die Missbrauchsverdachtsfälle am Uniklinikum des Saarlands (UKS) haben jetzt Polizei und Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen – auch in Rheinland-Pfalz. Im Zusammenhang mit zwei laufenden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch kam es am Mittwoch am Klinikum in Homburg zu einer Durchsuchung der HNO-Klinik. Auch eine Klinik in Rheinland-Pfalz bekam Besuch von der Polizei. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken am Mittwochabend mit, ohne die rheinland-pfälzische Klinik zu benennen. Beweismaterial zu drei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch seien beschlagnahmt worden, der dritte Fall habe sich erst während der Durchsuchungen ergeben.

Fall aus 2014 führt auch nach Rheinland-Pfalz

Zwei Verdachtsfälle beziehen sich auf die Jahre 2012 sowie 2014. 2012 wurde laut Staatsanwaltschaft in der HNO-Klinik des UKS ein Kind operiert, das Verletzungen im Intimbereich aufwies. Zwei Jahre später ging es um ein operiertes Kind mit einer blutenden Wunde im Afterbereich. In diesem Fall wurde auch eine Klinik in Rheinland-Pfalz durchsucht, in der sich weitere Patientenakten des betreffenden Kindes befunden hätten. Sichergestellt worden sei umfangreiches Beweismaterial – vor allem Patientenunterlagen sowie E-Mails, sagte die Staatsanwaltschaft.

Klinikverantwortliche in Staatskanzlei „geladen“

Der neue Leiter der Staatskanzlei im Saarland, Henrik Eitel, forderte angesichts der Lage umgehend ein neues Leitbild zum Umgang mit Verdachtsfällen am Klinikum in Homburg. Gleich, ob es sich um Verdacht auf Missbrauch, sexuelle Belästigung oder Behandlungsfehler handele, müssten Transparenz und Aufklärung gewährleistet sein, heißt es. Patientinnen und Patienten hätten ebenso wie alle Mitarbeitenden einen Anspruch darauf, dass jetzt durch die Verantwortlichen am Universitätsklinikum „zeitnah die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Situation gezogen werden“.

Das Leitbild müsse alle Bereiche umfassen und „Patientinnen und Patienten in gleicher Weise schützen wie Mitarbeitende“. In einer nächsten Sitzung, so Henrik Eitel, werde dann vom Vorstand die Vorlage eines ausgearbeiteten Konzeptes erwartet. Für Donnerstag hat die Staatskanzlei den Vorstand des UKS und den Leiter der HNO-Klinik „eingeladen“, um die aktuelle Sachlage zu erörtern, heißt es in einer Presseerklärung der Saar-Staatskanzlei.

|dts

Pfalz-Ticker