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Mittwoch, 18. September 2019 - 17:48 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Rückruf wegen Krebsgefahr: Arzneimittel wurden tausendfach verordnet

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rechnet mit noch mehr betroffenen Herstellern.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rechnet mit noch mehr betroffenen Herstellern. ( Foto: dpa)

Der Rückruf von Magensäureblockern mit dem Wirkstoff Ranitidin beunruhigt viele Menschen. Laut Wissenschaftlichem Institut der AOK (WIdO) wurden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ranitidin im vergangenen Jahr 748.000 Mal verordnet. Die Zahl bezieht sich auf Arzneimittel, die von niedergelassenen Ärzten ambulant verordnet und über öffentliche Apotheken zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben wurden.

Der Rückruf betrifft Medikamente mit Wirkstoff des Herstellers Saraca Laboratories Limited. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Sitz in Bonn liegen aber Indizien vor, dass auch weitere Wirkstoffhersteller von der Verunreinigung betroffen sein könnten.

Als wahrscheinlich krebserregend eingestuft

Am Dienstag wurde bekannt, dass in der Europäischen Union einige Medikamente mit dem Wirkstoff Ranitidin zurückgerufen werden. Im Rahmen einer vorsorglichen Untersuchung seien in ranitidinhaltigen Arzneimitteln geringe Spuren des Stoffes N-Nitrosodimethylamin (NDMA) nachgewiesen worden, der von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werde, teilte das BfArM am Dienstag mit.

Das BfArM betont, dass der Rückruf „aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes“ erfolgt. Eine wissenschaftliche Bewertung des möglichen Gefährdungspotenzials finde zurzeit auf europäischer Ebene statt. Medikamente mit Ranitidin werden zur Kontrolle der Magensäureproduktion bei Sodbrennen, zur Behandlung der Refluxerkrankungen und zur Prophylaxe von Magengeschwüren eingesetzt.

|dpa/adh

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