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Mittwoch, 03. Januar 2018 - 15:58 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Kandel: Ergebnis der Obduktion liegt vor

Zeichen der Anteilnahme: Kerzen und Blumen vor dem Tatort – einem Drogeriemarkt in Kandel. Foto: dpa

Zeichen der Anteilnahme: Kerzen und Blumen vor dem Tatort – einem Drogeriemarkt in Kandel. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft hat das vorläufige Obduktionsergebnis nach dem tödlichen Messerangriff auf eine 15-Jährige in Kandel bekanntgegeben. Das Mädchen sei durch mehrere Messerstiche verletzt worden. Ein Stich im Bereich des Herzens sei tödlich gewesen.

Wohnraum des 15-Jährigen durchsucht



Laut Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen sowie zum konkreten Tatgeschehen noch an. Der Beschuldigte äußert sich weiter nicht zur Tat. Inzwischen hat die Polizei seinen Wohnraum in Neustadt durchsucht. Unterlagen und zwei Mobiltelefone wurden sichergestellt und werden ausgewertet. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Beschuldigte vor seiner Flucht mutmaßlich in der afghanischen Provinz Kabul gelebt.

„Keine hinreichenden Erkenntnisse zum Alter“



Der Beschuldigte habe der Staatsanwaltschaft zufolge nach eigenen Angaben bei seiner Einreise nach Deutschland kein Ausweispapier besessen und sein Geburtsdatum mit 1. Januar 2002 angegeben. „Da bislang keine hinreichend gesicherten Erkenntnisse zum tatsächlichen Alter des Beschuldigten vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft Landau ein medizinisches Gutachten zur Bestimmung des Alters des Beschuldigten in Auftrag geben“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Streit zwischen Polizei und Kreis geht weiter



Derweil spitzt sich der Streit zwischen dem Polizeipräsidium Rheinpfalz (Ludwigshafen) und der Kreisverwaltung Germersheim über mögliche Versäumnisse im Vorfeld der Tat zu. Die Polizei bekräftigte am Mittwoch ihre Darstellung, dass sie am 18. Dezember – und damit neun Tage vor den tödlichen Messerstichen – das Jugendamt des Kreises Germersheim umfassend über die Vorwürfe gegen den afghanischen Flüchtling informiert habe.

Kreisverwaltung bestreitet Information



Der nach Angaben der Behörden 15-jährige Afghane hat seine 15-jährige Ex-Freundin aus Kandel am 27. Dezember nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstochen. Die Kreisverwaltung bestreitet, vor der Tat über eine Bedrohung des Mädchens informiert gewesen zu sein.

Polizei: Zwei Mal Kontakt mit Vormund



Ein Sprecher des Polizeipräsidiums sagte dazu, der Sachbearbeiter habe dem Vormund des Afghanen am 18. und erneut am 19. Dezember mitgeteilt, dass der Beschuldigte ehrverletzende Bilder des Mädchens anderen öffentlich zugänglich gemacht habe und dem Mädchen gedroht habe, sie am Bahnhof Kandel „abzupassen“. Außerdem habe er mit Blick auf das Mädchen gesagt, sie müsse in Zukunft „aufpassen“. Als Vormund des Flüchtlings ist ein Mitarbeiter des Jugendamtes eingesetzt.

Kreisverwaltung: Keine Indizien für Lebensgefahr



Die Kreisverwaltung hatte dagegen am Dienstagabend erklärt, zu keiner Zeit habe für die Mitarbeiter des Jugendamtes oder für die Mitarbeiter der Einrichtung, in der der Afghane untergebracht war, Indizien gegeben, „die dafür sprachen, dass man um Leib oder Leben des Mädchens fürchten müsse.“

Hier geht es zum Überblick der bisherigen Berichterstattung.

|ros

 

 

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