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Mittwoch, 04. Mai 2016 Drucken

Kirchheimbolanden

Landrat Winfried Werner kandidiert nicht mehr

Der Start der letzten Amtszeit von Landrat Winfried Werner: Hier überreichte der damalige Kreisbeigeordnete Wilfried Pick (rechts) 2009 dem Kirchheimbolander die Ernennungsurkunde. ( ArchivFoto: Stepan )

Kirchheimbolanden: Im kommenden Jahr wird Winfried Werner den Chefsessel in der Kreisverwaltung räumen. Der 63-Jährige kandidiert bei den Landratswahlen nicht mehr. Nach 26 Jahren wird dann eine neue Person an der Spitze des Donnersbergkreises stehen. Bei der SPD bedauert man seine Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen.

Winfried Werner sitzt am Besprechungstisch in seinem Büro im Obergeschoss der Kreisverwaltung und blickt aus dem Fenster. „Die Entscheidung haben wir getroffen“, sagt er. Mit wir meint der Kirchheimbolander seine Familie. Am 22. September 2017 endet seine Amtszeit. „Im Oktober werde ich dann 65. Nochmal acht Jahre Landrat, dann wäre ich 73...“ 26 Jahre lang steht Werner im kommenden Jahr an der Spitze des Donnersbergkreises. „Eine lange Zeit“, weiß er.

Oder wie es der SPD-Bundestagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende Gustav Herzog sagt: „Nicht nur eine Episode, sondern eine Ära.“ Für Werner hat der Entschluss, bei den kommenden Landratswahlen nicht mehr zu kandidieren, auch etwas Gutes: „So sagen die Leute noch: ,Schade, dass Sie aufhören.’“

Natürlich habe er mit Blick auf die bevorstehende nächste Stufe der Kommunalreform, bei der es auch um die Zukunft der Kreise geht, überlegt, ob es nicht besser wäre, weiterzumachen. „Es weiß aber keiner, wann diese nächste Stufe kommt. Ich glaube nicht, dass sich vor der Kommunalwahl 2019 etwas ändert. Gewählt wird auf acht Jahre. Und innerhalb von acht Jahren kann auch ein Mann oder eine Frau hier die Pflöcke so einschlagen, dass es gut für den Kreis ist“, sagt Werner.

Dass für den Zeitraum von acht Jahren gewählt wird, bestätigt auch ein Sprecher des Mainzer Innenministeriums. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Fortsetzung der Kommunalreform seien vor einigen Wochen in Auftrag gegeben worden. „Sie sollen zirka 18 Monate dauern. Erst auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse werden Ableitungen für konkrete Maßnahmen, beispielsweise Gebietsänderungsmaßnahmen auf der Kreisebene, möglich sein“, so der Sprecher. Seitens des Ministeriums seien derzeit keine Regelungen geplant, „wonach etwa Landkreisorgane, also Landräte und Kreistage, vorübergehend nicht gewählt oder für verkürzte Zeiträume gewählt werden oder für Landkreise Beauftragte bestellt werden können“.

Mit Bedauern hat Gustav Herzog die Entscheidung von Winfried Werner aufgenommen. „Für den Kreis wäre es gut gewesen, wenn er mit seiner Kompetenz und Erfahrung weitergemacht hätte“, so der SPD-Unterbezirksvorsitzende. Allerdings könne er die Gründe Werners sehr gut nachvollziehen.

Am Montagabend hatte der Donnersberger SPD-Parteivorstand einen Fahrplan erstellt, wie es mit der Frage nach einem Kandidaten weitergehen soll. „Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir eine Reihe von Persönlichkeiten haben, die Landrat können und die zum Teil auch Interesse gezeigt haben“, so Herzog. Namen wollte er noch keine nennen. Auch, weil mit manchen Personen erst noch gesprochen werden soll.

Die Sommerpause wolle man nutzen, um auszuloten, wer der richtige Kandidat sein wird und dann Mitte September auf einem Parteitag die Entscheidung treffen.

Für die Arbeit Werners als Landrat hat Gustav Herzog viele lobende Worte: „Er hat immer ein offenes Ohr gehabt für die Anliegen der Menschen, hat politisch stets auf ein ausgewogenes Verhältnis geachtet, auf ein Maß an Dezentralität. So, dass nicht jeder alles, aber jeder etwas hat. Der Kreis hat kein wirkliches Zentrum.“

Mit Blick auf seine Amtszeit bleiben bei Winfried Werner unter anderem Firmenansiedlungen hängen. „Ich habe mitgeholfen, Unternehmen wie Borg Warner, Mobotix und Schramm in den Kreis zu bringen. Das freut einen. Auch die Entwicklung der Schullandlandschaft.“

Was die Kommunalreform und die Zukunft des Kreises betrifft, sagt Werner: „Wir müssen uns fragen, wo wir stehen und wohin wir uns orientieren. Ich finde, das wird Richtung Westen, Richtung Kaiserslautern sein. Da müssen wir Gemeinsamkeiten finden.“ Für den Landrat eine spannende Zeit. Natürlich hätte er auch nichts dagegen, wenn der Donnersbergkreis am Ende so bleibt, wie er ist.

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