Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Mittwoch, 11. September 2019 - 18:05 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Landkreis SÜW: Künstlerverband übt heftige Kritik an Ausschreibungen für Kunst am Bau

Es gibt zwar schon Kunst auf dem Gelände des Gymnasiums in Edenkoben, es wurde jedoch Geld für Kunst am Bau gezahlt, das nie dafür eingesetzt wurde.

Es gibt zwar schon Kunst auf dem Gelände des Gymnasiums in Edenkoben, es wurde jedoch Geld für Kunst am Bau gezahlt, das nie dafür eingesetzt wurde. ( Foto: Iversen)

Der Landkreis Südliche Weinstraße sieht sich erneut heftiger Kritik in Sachen Kunst am Bau ausgesetzt. In der Ära von Ex-Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) flossen Landesmittel für Kunstprojekte an zwei Schulen, die aber nie umgesetzt wurden. Jetzt soll es unter ihrem Nachfolger Dietmar Seefeldt (CDU) endlich Wettbewerbe geben. Doch der Berufsverband Bildender Künstler sieht dabei so massive Fehler, dass er sein Jury-Mandat ablehnt, wie der BBK der RHEINPFALZ gestern mitgeteilt hat.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme des BBK: „Trotz mehrfach erfolgter intensiver Beratung in wichtigen Teilen“ entsprächen die Ausschreibungen nicht den fachlich nötigen Gegebenheiten. Der BBK könne daher seine gesetzlich vorgesehene Beteiligung als Fachverband nicht wahrnehmen und entsende keine Juroren in die Entscheidungsgremien.

Vor allem zwei Punkte stehen in der Kritik: dass beide Ausschreibungen gleich lauten, keine Aufgabenbeschreibung enthalten und keinen Bezug nehmen auf Gebäude und Standorte. Außerdem, dass erneut Karlheinz Zwick als Kunstberater des Landkreises für die formale Vorprüfung der Bewerbungen benannt ist. „Zwick hat maßgeblich dazu beigetragen, die Kunst am Bau im Landkreis in den Sand zu setzen. Wir möchten damit nicht in Verbindung gebracht werden“, sagt die BBK-Vorsitzende Sylvia Richter-Kundel auf Nachfrage.

Die RHEINPFALZ habe über die unsachgemäße Verwendung der Kunst-am-Bau-Mittel „umfangreich berichtet und damit zu den Neuausschreibungen maßgeblich beigetragen“. Auf Nachfrage sagte Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) gestern, er sei von der Entscheidung des BBK überrascht. Der Landkreis habe viele Vorschläge für die Gestaltung des Wettbewerbverfahrens aufgenommen, sich aber auch bewusst gegen manche entschieden. Seefeldt betont, das Verfahren sei rechtlich absolut korrekt. Die Kritik an Zwick weist er zurück. Er trage keine Schuld daran, dass in der Vergangenheit Ausschreibungen für Kunst am Bau versäumt wurden.

|möt/ansc